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General Availability

JVM-Sprache Kotlin in Version 1.0 erschienen

Michael Thomas

Kotlin-Logo (Quelle: jetbrains.com)

Was lange währt: Nach insgesamt 14 Meilensteinen, 4 Beta-Versionen und einem Release Candidate hat Kotlin, die statisch typisierte Programmiersprache für die JVM und Android aus dem Hause JetBrains, seine erste Hauptversion erreicht.

Mitte 2011 erstmals veröffentlicht und seit Februar 2012 als quelloffenes Projekt vorangetrieben, zielt Kotlin auf Java- und JavaScript-Plattformen ab. Die Sprache kann in Bytecode oder JavaScript kompiliert werden; zu ihren Merkmalen gehören ein statisches Typensystem, Objektorientierung, prozedurales Programmieren mittels Funktionen, die Unterstützung für Variable Type Inference und Support für Closures.

Kotlin versteht sich als leichtgewichtige Sprache, die vollständig mit Java interoperabel ist, was sie zu einer validen Alternative für die Android-Entwicklung (nicht zu vergessen: Android Studio, die offizielle Entwicklungsumgebung von Android, basiert auf IntelliJ IDEA – ebenfalls aus dem Hause JetBrains). Wie der Leiter des Kotlin-Projekts, Andrey Breslav, unterstreicht, arbeitet Kotlin mit den meisten Tools des Java-Ökosystems, darunter Maven, Gradle, Ant, GitHub, Slack und Spring Boot, gut zusammen. Da Bibliotheken zwischen Java und Kotlin austauschbar verwendet werden können, halten sich zudem die Bytecode-Footprints in Grenzen.

Wie Breslav in der offiziellen Ankündigung des Weiteren schreibt, wurde Kotlin bereits geraume Zeit vor seiner offiziellen Freigabe von zahlreichen Unternehmen als reif für den Produktiveinsatz eingeschätzt und auch dementsprechend verwendet. JetBrains selbst nutzt Kotlin bereits seit zwei Jahren in mehreren Projekten, darunter seine hauseigene IDE IntelliJ IDEA. Wer sich für die harten Zahlen interessiert: Vergangenen Monat wurde Kotlin von mehr als 11.000 Nutzern verwendet, mehr als 500.000 Kotlin-Codezeilen finden sich in Projekten wie IntelliJ IDEA oder Rider. Mittlerweile befinden sich zudem zwei Bücher (Kotlin in Action und Kotlin for Android Developers) auf dem Markt, die alle Interessierten durch die Untiefen der Sprache führen.

Roadmap

Derweil ruhen sich die Kotlin-Entwickler nicht auf ihren Lorbeeren aus: Neben Bugfixes und einer langfristig angelegte Abwärtskompatibilität der Sprache sowie der Standardbibliothek kotlin-stdlib sehen die aktuellen Pläne ständige Performance-Verbesserungen für die Kotlin-Toolchain (z. B. inkrementelle Kompilierung mit Gradle), einen offiziellen JavaScript-Support (bislang experimentell), sowie die Möglichkeit der Erstellung von Java-8-Bytecode mit optimierten Lambdas vor.

Wer sich näher mit der JVM-Sprache beschäftigen möchte, dem bieten sich mit dem Kotlin-Forum, sowie mit Slack, Reddit oder Hacker News zahlreiche Anlaufstellen.

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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