JVM-Sprache Ceylon mit zweitem Release

Hartmut Schlosser

Die RedHat-Sprache Ceylon hat sein zweites offizielles Meilenstein-Release vorgelegt. Im Ceylon M2 „Minitel“ Paket enthalten ist der Ceylon Kommandozeilen-Compiler, der Documentation Compiler, das Sprach-Modul und die Ceylon-Runtime. Ein wichtiger Schritt in Richtung Ceylon 1.0, heißt es in der Ankündigung von Stéphane Épardaud, mit der Implementierung des Großteils der Java-Interoperabilität.

Mit der vorliegenden Version soll es sehr einfach sein, Java von Ceylon aus aufzurufen. Auch das Bugfixing hat sich stark auf den Bereich der Interoperabilität konzentriert, sodass nur noch kleinere Issues existieren, die im Folge-Release angegangen werden sollen.

Viel Zeit wurde für Performance-Optimierungen aufgewendet, insbesondere arithmetische Operationen sollten nun flinker abgearbeitet werden. Neu ist die Unterstützung für lokale und Remote Modul-Repositorys via Http, WebDAV oder einem lokalen Dateisystem. Damit ist es beispielsweise möglich, Java-Bibliotheken über Maven-Repositorys zu nutzen.

Auf Sprachebene soll Ceylon nun über alle Java-Features außer Enumerated Types, Anwender-spezifische Annotationen und Reflection verfügen. Als Verbesserungen gegenüber Java werden aufgelistet:

  • Primitive Typen auf JVM-Ebene sind in Ceylon gewöhnliche Klassen
  • Type Inference und Type Argument Inference basiert auf der Analyse von Principal Types
  • Klassen-Definitionen ohne Getter, Setter und Konstruktoren
  • Named Arguments und die „object builder“ Syntax
  • Statische Typisierung von null und leeren Sequenzen
  • Nested Functions
  • First-Class und Higher-order Functions außer anonymen Funktionen
  • Methoden- und Attribut-Spezifizierer

Ceylon ist Red Hats Versuch, eine Sprache der neuen Generation samt SDK für die Java Virtual Machine bereit zu stellen. Ceylon ist stark an Java angelehnt, soll aber einige Engpässe in Java wie UI-Entwicklung, komplexe Modularität, umständliche Metaprogrammierung beheben. Als Eckdaten von Ceylon gelten: imperativ, statisch typisiert, objekt-orientiert und blockstrukturiert. Laut Chef-Entwickler Gavin King wird Wert auf Einfachheit, Eleganz, Lesbarkeit und Typensicherheit gelegt.

Auf der Roadmap für Ceylon Milestone 3 stehen anonyme Funktionen und ein File IO-System. Außerdem soll das Community Repository modules.ceylon-lang.org verfügbar gemacht werden.

Alle Infos über Ceylon – von Download-Link über Dokumentation bis zum Forum – warten auf http://ceylon-lang.org/ auf interessierte Entwickleraugen. Am besten lässt sich Ceylon über die Eclipse-basierte Entwicklungsumgebung ausprobieren, die ebenfalls auf der Projektseite zu finden ist. Der Ceylon-Quellcode ist auch auf GitHub verfügbar.

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Hartmut Schlosser
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