Was es Neues bei den Java User Groups gibt, wo man sie findet und was das eigentlich ist

JUG Alert: Die neue Kolumne rund um die Java User Groups

Dominik Mohilo

© JAXenter / D. Mohilo

Willkommen zu unserer neuen Kolumne „JUG Alert“, der Neuigkeiten-Plattform für alles rund um die Java User Groups. An dieser Stelle wollen wir euch künftig über die Aktivitäten, Vorträge und Treffen der verschiedenen Community-Gruppen informieren, Videos und Vortrags-Slides mit euch teilen und euch die JUGs vorstellen – den Anfang macht heute die JUG Eureg Maas-Rhine. Zur Orientierung findet Ihr hier außerdem eine Übersicht aller deutschsprachigen JUGs sowie alle anstehenden Termine in unserem zentralen JUG-Kalender.

Was sind eigentlich JUGs?

Viele werden es bereits wissen, aber als einleitende Worte sei noch einmal klargestellt: JUG steht für Java User Group, es sind also Gruppen bestehend aus Java-Enthusiasten und –Entwicklern einer bestimmten Region oder Stadt, die zu gemeinsamen Treffen, Vorträgen, Stammtischen oder Diskussionsrunden zusammenkommen. Meistens gibt es Mailing-Listen für die Mitglieder und eine gemeinsame Webseite, auf der Informationen, Videomitschnitte von Vorträgen und Ähnliches veröffentlicht werden. Ein ähnliches Konzept gibt es auch in der Linux-Community, dort heißen die Zusammenschlüsse entsprechend Linux User Groups (LUG).

JUGs in DACH

Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit – nach unserem Wissensstand – 34 JUGs. In Deutschland gibt es User Groups von der Maas-Rhein-Region im Westen bis nach Görlitz im Osten, von Hamburg im Norden bis zum Bodensee im Süden. In fast jeder großen Stadt oder Metropolregion treffen sich Freunde des Dukes (das Maskottchen von Java) regelmäßig. Das ist auch in Österreich und der Schweiz nicht anders, allerdings gibt es dort deutlich weniger JUGS, wobei zwei besonders hervorzuheben sind: Die JUG AT (Österreich) und die JUG CH (Schweiz). Während die JUG CH Treffen und Vorträge in der ganzen Schweiz zentral organisiert, gibt es in Österreich noch die JUG Graz und die eJUG in Linz.

Die JUGs in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die JUGs in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Eine solche zentrale Verwaltung hat sich in und für Deutschland allerdings nie durchsetzen können, auch wenn viele der Java User Groups im iJUG Interessenverbund der Java User Groups e.V. organisiert sind. Eine weitere zentrale Anlaufstelle ist die Java User Group Deutschland mit Sitz in Göttingen. Die Organisation von Veranstaltungen übernimmt aber, unabhängig von übergeordneten Vereinen und Interessenverbunden in der Regel die regionale bzw. lokale JUG selbst. Oft werden die Java User Groups von ortsansässigen Firmen und Unternehmen gesponsored: So stellen sie für Treffen und Veranstaltungen Räumlichkeiten und das Catering zur Verfügung oder helfen den Gruppen auf andere Weise. Nicht selten sind die Organisatoren der JUGs Angestellte in diesen Unternehmen.

Natürlich gibt es JUGs nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Das Konzept von lokalen und regionalen Anlaufstellen für Java-Nutzer hat globale Qualität. In großen Staaten wie den USA gibt es etliche JUGs, aber auch in kleineren Ländern wie Burkina Faso gibt es Freunde der Programmiersprache. Besonders hervorzuheben ist die SouJava aus Brasilien, die mit etwa 40.000 Mitgliedern als weltweit größte Java User Group gilt.

Am Ende unserer Kolumne findet ihr eine Liste der JUGs im deutschsprachigen Raum.

Eure JUG ist nicht dabei? – Meldet euch bei uns via mail an dmohilo@sandsmedia.com

Porträt: Die EUREGJUG Maas-Rhine stellt sich vor

Die EuregJUG Maas-Rhine ist der Zusammenschluss der Java-Freunde in Aachen und der Euregio Maas-Rhein. Sie wurde von Michael Simons und Dr. Stefan Pfeiffer gegründet und wird von den Firmen ENERKO Informatik und Bitstars mit Sitz in Aachen sowie weiteren lokalen Unternehmen unterstützt. Ferner sind die Firmen JetBrains, Pivotal und O’Reilly als Sponsoren tätig. Mittlerweile hat die JUG 8 fixe Mitglieder, die Veranstaltungen und Vorträge der Gruppe verzeichnen bis zu 45 Besucher.Die EuregJUG wurde im Frühjahr 2015 gegründet, ist also noch eine relativ junge User Group. Der Name der EuregJUG spielt dabei mit dem Namen für die Grenzregion zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Für das Gebiet wird allgemein der Name „Euregio Maas-Rhein“ verwendet. Die Grenzregion Euregio Maas-Rhein ist eine der Europaregionen und die EuregJUG trägt diesen Gedanken in die lokale Java Welt. Sie versucht unter anderem, deutsche, niederländische und belgische Entwickler und Vortragsredner zusammenzubringen.

Das Logo der EuregJUG / Quelle: EuregJUG

Das Logo der EuregJUG / Quelle: EuregJUG

Die Ziele der EuregJUG sind für Gründer Michael Simons Community-Bildung, Vorträge und lockere Treffen zwischen Entwicklern im Raum Aachen. Durch das große Einzugsgebiet der Gruppe über die politischen und sprachlichen Grenzen hinaus, ist besonders der erste Punkt sehr wichtig. Die EuregJUG hat sich zudem ganz dem Gedanken der Java User Groups verschrieben und wird ehrenamtlich geführt und ist eine nicht kommerzielle Organisation, in der Wissen rund um Java, die JVM und ähnlichen Themen in regionalem Kontext weitergegeben und erarbeitet wird. Sie bietet in der Eurgio Maas-Rhein einen Raum, in dem sich Enthusiasten, Benutzer und Interessierte treffen und informieren, Lösungen und Wissen teilen und vermehren sowie „netzwerken“ können.

In der Regel finden Vorträge der EuregJUG alle drei Monate statt und ein monatlicher Stammtisch, der am jeweils 15. eines Monats stattfindet, wird je nach Zeitbudget der Mitglieder organisiert. Neben den Vorträgen und dem Stammtisch stellt die Organisation einen Twitterfeed und einen Newsletter für Interessierte bereit. Zu den Vorträgen gibt es in der Regel Verlosungen, Besucher können dabei Bücher aus dem D-Punkt Verlag, dem O’Reilly Verlag oder IntelliJ-Produkte gewinnen.

Für die Community hat Michael Simons (@rotnroll666), dem wir sehr für die Einblicke in die EuregJUG danken, folgende Botschaft:

Michael SimonsDie Communityarbeit im Java Umfeld ist toll. Wir schätzen den Austausch, sei es über Technologien oder Projekte und den Blick über den Tellerrand. Gäste sind jederzeit herzlich willkommen, Feedback natürlich auch.

Die Webseite und Plattform, auf der die Vortragstermine verwaltet werden, steht auch als Projekt auf GitHub zur Verfügung, interessierte Mitglieder sind herzlich dazu eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Unser Eventkalender

Damit ihr immer einen guten Überblick über die Aktivitäten der JUGs und andere Veranstaltungen habt, haben wir einen Eventkalender für euch erstellt. Solltet ihr Termine vermissen oder einen eigenen Event in unserem Kalender platzieren wollen, schreibt uns einfach eine E-Mail an dmohilo@sandsmedia.com mit Name, Veranstaltungsort, Organisatoren, einer Kurzbeschreibung und einem Link (falls vorhanden) zu weiteren Informationen oder zur Anmeldeseite. Wir tragen eure Events gerne in den Kalender ein.

Vorschau: Die nächsten JUG-Termine

21. Juni

JUG Bielefeld: Viada Summer Camp

Im zweitägigen Workshop können Interessierte gemeinsam mit Erik H. Berger, Joscha Burkholz und Sebastian Dehn auf die neuesten Entwicklungen im JBoss Umfeld zu blicken. Themen werden unter anderem WildFly 10 & JBoss EAP 7, JBoss Fuse und das JBoss Monitoring und Application Performance Mangement mit AppDynamics sein. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite zum Event.

JUG Saarland: Performance Testing mit inspectIT

Dr. Alexander Wert und Dr. Christoph Heger werden in ihrem Vortrag das Open Source Projekt inspectIT vorstellen und einen einfachen Einstieg in die Performance-Analyse mit inspectIT bieten. Weitere Informationen gibt es auf der Meetup-Seite der JUG Saarland.

22.Juni

JUG Karlsruhe: „Lightning Talks“

Die JUG Karlsruhe veranstaltet die vierteilige Reihe „Lightning Talks“: Dieses Mal stehen die Themen Java Money API, Jolokia, Selbständigkeit mit Java und Craft your build pipeline auf dem Programm. Speaker sind Werner Keil, Michael Prieß, Dr. André Janus und Tobias Getrost. Weitere Informationen zur Vortragsreihe gibt es auf der Webseite der JUG Karlsruhe.

23. Juni

JUG Schweiz (CH): Build server components with vert.x

Speaker Florian Kammermann ist zu Besuch in Bern und hält dort einen Vortrag über die Architektur von Vert.x und wie Komponenten, die auf Vert.x aufbauen, zu erstellen sind. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der JUG CH

27. Juni

JUG München: Verhaltsgetriebene Entwicklung mit JGiven

Jan Schäfer stellt in seinem Vortrag das neue Open-Source-Framework JGiven vor, das als pragmatische Alternative zu Cucumber und co. von ihm mitentwickelt wurde. In JGiven werden Test-Szenarien in einer Java-DSL statt in Text-Dateien geschrieben. Dadurch wird das Erstellen und Warten der Tests deutlich einfacher und erzeugt keinen zusätzlichen Overhead auf Entwicklerseite. Weitere Informationen hier.

28.Juni

JUG Darmstadt: Ein Abend mit OSGi
Die OSGi Alliance hat gemeinsam mit der JUG Darmstadt, IoT Hessen und der Deutschen Telekom einen Abend rund um OSGi geplant. Speaker an diesem Abend werden BJ Hargrave (OSGi Alliance CTO und Core Platform Expert Group Chair), David Bosschaert und Raymond Augé (OSGi Enterprise Expert Group Co-Chairs), Seven Ganlu und Tim Ward (OSGi IoT Expert Group Co-Chairs) sowie Peter Kriens (OSGi Alliance Evangelist) sein. Weitere Informationen zum Vortrag, den Speakern und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte auf der Webseite der JUG Darmstadt.

29. Juni

JUG Schweiz (CH): Event-driven microservices with Vert.x and Kubernetes

Andy Moncsek spricht in Zürich über die Architektur von event-driven Microservices und wie man den Vert.x Event Bus nutzen kann, um sie zu erstellen und sie mittels Hazelcast in einen Kubernetes-Cluster deployt. Weitere Informationen auf der Webseite der JUG CH.

JUG Frankfurt: NoSQL in transaktionalen Enterpriseszenarien

Christian Dedek zeigt, dass es auch in klassischen transaktionalen (ACID) Architekturen Bedarf und Platz für Optimierungen durch nichtrelationale Storages mit Support für ACID-Transaktionen gibt. Alle Informationen zum Vortrag gibt es auf der Webseite der JUG Frankfurt.

JUG Hamburg: Technische Schulden erkennen und reduzieren

In diesem Vortrag zeigt Dr. Carola Lilienthal, wie Sourcecode organisiert und weiterentwickelt werden kann, um das Entstehen und Ansteigen von technischen Schulden zu verhindern. Dabei werden besonders geeignete Tools vorgestellt, um technische Schulden zu finden und durch ein geeignetes Refactoring aus der Welt zu schaffen. Informationen zu dem Talk gibt es auf der Meetup-Seite der JUG Hamburg.

JUG Karlsruhe: Hallo, ich bin Redis

Caching? Verteile Sessions? Publish/Subscribe? 100.000 Requests pro Sekunde? Dies und viel mehr bietet Redis. Redis ist ein vielseitiger Open Source NoSQL Data Store der sich einer immer größeren Beliebtheit erfreut. Mark Paluch gibt eine Einführung in Redis und veranschaulicht mit Hilfe von Code-Beispielen, wie Redis mit Spring Data, Hibernate OGM und plain Java verwendet werden kann. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der JUG Karlsruhe.

30. Juni

JUG Hessen – Kassel: Polyglot Persistence & Multi-Model NoSQL Databases

In seinem Vortrag wird Michael Hackstein zeigen, wie eine Multi-Model-Datenbank innerhalb eines polyglotten Persistenz-Systems verwendet werden und wie dadurch der Arbeitsaufwand verringert werden kann. Alle Informationen zu Speaker und Vortrag gibt es auf der Homepage der JUG Hessen-Kassel.

JUG Augsburg: Performance Analyse mit inspectIT

Dieser Vortrag wird das Open Source Projekt inspectIT vorstellen und einen einfachen Einstieg in die Performance-Analyse mit inspectIT bieten. Speaker ist Performance Engineer Stefan Siegl. Weitere Informationen gibt es hier.

Rückschau: Reactive Programming bei der JUG Ostfalen

Am 19. Mai hatte die JUG Ostfalen W-JAX Speaker Jochen Mader zu Gast. In seinem Vortrag „Aktoren, Reactive Programming und warum du dich jetzt damit beschäftigen solltest“ sprach er über die Veränderungen, die die Softwareentwicklung in den letzten Jahren durchlaufen hat, und die Gründe für diese Veränderungen. Besonders die Aktoren-basierten Frameworks wie Vert.x, Akka, Reactor und Quasar sorgen seiner Meinung nach für eine tiefgreifende Veränderung in der Art und Weise, wie Anwendungen geschrieben werden. Wie entsprechende Architekturen aufgebaut werden, zeigte er anhand einer Vert.x-Anwendung und zeigte gleichzeitig, welchen Einfluss die entsprechenden Entwurfsmuster auf Performance und Skalierbarkeit haben.

mader_jochen_swJochen Mader ist Lead IT Consultant bei der codecentric AG, Autor verschiedener Fachartikel und generell an allem interessiert, was Softwareentwicklung spannend macht. Auf Twitter findet man ihn unter dem Handle @codeptibull. Auf der W-JAX 2015 sprach er über Reactive Microservices mit Vert.x 3.

Die JUGs im deutschsprachigen Raum

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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