JGit und EGit werden erwachsen

GitBlit

Traditionell wird GitWeb [16] oder CGit [17] verwendet, um Git Repositories remote für Browser verfügbar zu machen. Allerdings sind das native Lösungen, die eine entsprechende Installation erfordern. Mit GitBlit [18] gibt es dafür jetzt auch eine auf JGit basierende Java-Webanwendung, die unter der liberalen Apache-2-Lizenz veröffentlicht wird (Abb. 12).

Abb. 12: GitBlit

GitBlit geht allerdings einen Schritt weiter und kann auch als einfacher Git-Server verwendet werden. Die Installation ist sehr einfach. Die Weboberfläche ist mit Apache Wicket implementiert und vereinfacht die Administration im Vergleich zu nativen Lösungen wie gitolite. Administratoren können über die Weboberfläche neue Repositories anlegen, editieren, umbenennen oder löschen. Auch eine einfache Benutzerpflege ist mit eingebaut. Für die Integration in existierende Authentifizierungssysteme können Sie GitBlit als War in einen Standardwebcontainer deployen und containerbasierte J2EE-Standardverfahren zur Authentifizierung verwenden. Alternativ kann ein GitBlit-Interface implementiert werden, um eine direkte Integration beliebiger Authentifizierungssysteme zu ermöglichen. Repository Owner können Repositories im Web-UI administrieren. Das einfache Berechtigungskonzept basiert auf Repository-Berechtigungen (Branch-Berechtigungen sind nicht möglich). Es gibt auch die Möglichkeit, GitBlit im Read-only-Betrieb zu verwenden, das erlaubt zum Beispiel die Kombination von Gerrit und GitBlit.

Fazit

Die Java-Galaxie im Git-Universum ist mittlerweile ziemlich gewachsen und gereift. JGit bietet sehr gute Möglichkeiten, Git-Funktionalität in Java-basierte Tools und Anwendungen zu integrieren. Mit dem schnell voranschreitenden JGit/EGit-Ökosystem verbessert sich kontinuierlich die Toolunterstützung für Entwickler, die Eclipse einsetzen. Mit Gerrit-Code-Review und GitBlit stehen Java-basierte Git-Server zur Verfügung, die einfach zu installieren und zu administrieren sind. Darüber hinaus bietet Gerrit-Code-Review mit seinen Plug-ins für die Integration in die Eclipse Workbench und in Jenkins/Hudson eine sehr gute Toolunterstützung für einen leichtgewichtigen Code-Review-Prozess der das Potenzial hat, die Arbeit im Entwicklungsteam (insbesondere in verteilten Projekten) zu revolutionieren.

Dr. Matthias Sohn leitet gemeinsam mit Shawn Pearce (Google) die Eclipse-Projekte JGit und EGit und trägt auch zur Entwicklung von Gerrit-Code-Review und Eclipse Mylyn Reviews bei. Er arbeitet bei SAP als Scrum Product Owner im Bereich der Java-Technologieentwicklung und leitet das SAP-Git-Team das zum harten Kern der Projekte JGit, EGit und Gerrit-Code-Review gehört.
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