JetBrains entwickelt eigene JVM-Sprache Kotlin

Claudia Fröhling

Rund um die Java Virtual Machine tummlen sich so einige Sprachen, jede mit ihrer eigenen Fangemeinde und Community. Manch Sprache überlebt den ersten Hype und wird adaptiert, viele andere schnell wieder vergessen. Über JVM-Sprachen wird gern gestritten: Während für die einen jede weitere Programmiersprache eine Bereicherung und Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten darstellt, zweifeln die anderen an Sinn und Zweck einer neuen Programmiersprache, mit der die babylonische Sprachverwirrung auf der JVM nur noch weiter getrieben wird.

Oder doch?

Die tschechische Software-Schmiede JetBrains ist anderer Meinung und veröffentlichte kürzlich das Projekt Kotlin. Bei Kotlin handelt es sich um eine statisch typisierte Programmiersprache für die JVM. Die Designziele sind laut Projektseite:

  • Java-kompatibel
  • sicherer als Java: hier wird auf Nullable Types und Non-null Types verwiesen (NullPointerExceptions)
  • prägnanter als Java: Unterstützung u.a. für Variable Type Inference, Closures.
  • einfacher als Scala. Auf einer Unterseite finden sich die Argumente für diesen Punkt

Scala ist nach JetBrains Aussage zu komplex, Groovy zu langsam und Ceylon Java-inkompatibel, heißt es weiter. Sobald die Public Beta veröffentlicht ist, wird das Projekt und das passende IDEA-Plug-in übrigens Open Source gestellt (Apache-Lizenz).

Und so sieht die Sprache aus:

fun main(args : Array<String>) { 
  println("Hello, world!") 
}  

Wie bei einem Projekt aus dem Hause JetBrains zu erwarten wird der Kotlin Compiler mit IntelliJ-IDEA-Integration entwickelt, so dass für eine IDE-Unterstützung gesorgt ist. Ende 2011 soll es eine erste Public Version geben. Mehr Informationen finden sich auf der Projektseite.

And in case you wondered: Kotlin ist zum einen eine russische Insel, unweit von St. Petersburg. Kotlin hießen außerdem Zerstörer der sowjetischen Marine während des Kalten Krieges. Die Sprache ist nach der Insel benannt, nicht nach den Zerstörern.

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Claudia Fröhling
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