Most Wanted JDKs #6

JDK-Steckbriefe: AdoptOpenJDK mit OpenJ9

Redaktion JAXenter

© Shutterstock / Triff (modifiziert) & Olha Insigh (Background)

Die Nachricht, dass es für die offiziellen Java-Versionen von Oracle keinen kostenfreien Long-Term-Support (LTS) mehr geben wird, hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Aber der Wilde Westen der Java-Entwicklung bringt viele Helden hervor – unsere Most Wanted JDKs. Wir haben eine Reihe von Experten beauftragt, die sich für uns die bekanntesten Java-Distributionen angesehen haben, und mit ihnen Steckbriefe erstellt. Dieses Mal im Fokus: AdoptOpenJDK mit OpenJ9.

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Technische Spezifikationen/Updatezyklen

AdoptOpenJDK mit OpenJ9 wird auf Grundlage der gleichen Codebasis erstellt wie die anderen AdoptOpenJDK Binaries. Die Tests sind gleichermaßen strukturiert und umfangreich. Alle Binaries von AdoptOpenJDK profitieren hinsichtlich Qualität und Funktionalität von diesem einheitlichen Ansatz. Eclipse OpenJ9 erhält alle drei Monate ein Update, die Codebasis der Eclipse OpenJ9 JVM ist über die gesamte Bandbreite der Java-Versionen bei AdoptOpenJDK gleich, was bedeutet, dass Updates und neue Features für die JVM sofort für sämtliche AdoptOpenJDK-Versionen verfügbar sind, egal ob Java 8, 9, 10, 11, 12 usw. AdoptOpenJDK mit OpenJ9 kann in Verbindung mit einer großen Anzahl an Betriebssystemen und Hardwarekomponenten genutzt werden, etwa Windows, Linux, AIX, S390, macOS und Docker. Die Vorteile der OpenJ9 gegenüber Hotspot sind:

  • Geringerer Speicher-Footprint
  • Schnellere Startzeit
  • Schnelleres Hochfahren auf den maximalen Datendurchsatz
  • Bessere Garbage Collection und optimierte Objektzuordnung
  • Besseres Verhalten im Idle (schonender für Speicher und CPU)
  • Bessere Performanz in Umgebungen mit beschränkten Ressourcen
  • Erstklassige Durchsatzperformanz
  • Einfach zu nutzender, dynamischer und automatisch geteilter Klassencache. Möglichkeit zum Teilen von System- und Anwendungsklassen sowie JIT-Code über mehrere JVMs hinweg
  • Neue Funktionen und Verbesserungen für alle unterstützten Java-Versionen, nicht nur die neuesten (etwa Containerunterstützung, Teilen von Klassen, Verbesserungen im Bereich der Ahead-of-Time-Kompilierung)
  • Einfache Problemdiagnose durch weitreichende Optionen im Bereich -Xtrace, -Xdump und Logging (ohne die Notwendigkeit zum Rebuild)
  • Verfügbarkeit von Open-Source-Tools wie Health Center, GCMV, JLM (Java Lock Monitoring) und anderen für vereinfachte Unterstützung des Systems

Lizenz und Support

AdoptOpenJDK Binaries sind unter der GPL verfügbar. Die AdoptOpenJDK-Community hat es sich zur Aufgabe gemacht, kostenlose Binaries so lange wie möglich verfügbar zu machen. Dies steht in Abhängigkeit zur Verfügbarkeit relevanter Codebasen. Details gibt es auf der Homepage von AdoptOpenJDK.

AdoptOpenJDK stellt Binaries mit Support für Java 8 bis mindestens 2023 zur Verfügung, Java 11 erhält Support bis 2022. Der Support bei AdoptOpenJDK sorgt für die schnelle Verfügbarkeit von Bugfixes und Sicherheitsupdates. IBM bietet einen kommerziellen Support für alle an, die aktivere Unterstützung benötigen.

Kosten

AdoptOpenJDK ist kostenfrei. Die Nutzung der AdoptOpenJDK Binaries bleibt komplett frei von Gebühren.

Generelle Informationen und Hintergrund

IBM hat sich zum Ziel gesetzt, dafür zu sorgen, dass Java offen und kostenfrei bleibt. Dafür engagiert sich das Unternehmen in den Projekten OpenJDK, AdoptOpenJDK und in Projekten der Eclipse Foundation.

Im Jahr 2017 hat IBM OpenJ9, eine der führenden JVMs, unter dem Dach der Eclipse Foundation Open Source gestellt. Diese Zusammenarbeit kam zustande, da die Eclipse Foundation als unabhängige Non-Profit-Organisation dem gerecht wird, was IBM unter Open Source versteht. Auch Oracles Java EE und GlassFish wurden im Rahmen des Jakarta-EE-Projekts dort veröffentlicht, wo sie gemeinsam mit dem MicroProfile-Projekt für die Modernisierung und die Innovation von Enterprise-Plattform-Technologien sorgen sollen. Heute ist die Java Runtime von IBM 100 % als Open Source verfügbar, sodass man die gleiche Version der Technologie nutzen kann, die IBM und seine Kunden in sämtlichen eigenen Produkten verwenden. Wer nicht vom Quellcode aus alles selbst erstellen will, kann sich Java in Version 8 auch direkt von der AdoptOpenJDK-Website herunterladen. Mehr Details zu AdoptOpenJDK gibt es auf dem IBM-Entwicklerblog (hier und hier). Eclipse OpenJ9 kann auf der Homepage der Eclipse Foundation heruntergeladen werden.

 

𝔻𝕖𝕣 𝔸𝕦𝕥𝕠𝕣


Steve Poole is Developer Advocate, DevOps practitioner (what ever that means), long time IBM Java developer, leader, and evangelist. He has been working on IBM Java SDKs and JVMs since Java was less than 1. He also had time to work on other things including representing IBM on various JSRs, being a committer on various open source projects including ones at Apache, Eclipse, and OpenJDK. He is also member of the Adopt OpenJDK group championing community involvement in OpenJDK. Steve is a seasoned speaker and regular presenter at JavaOne and other conferences on technical and software engineering topics.

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1 Kommentar auf "JDK-Steckbriefe: AdoptOpenJDK mit OpenJ9"

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TestP
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Man sollte anmerken, dass Adoptopenjdk kein Java SE TCK von Oracle bekommen hat.

https://adoptopenjdk.net/quality.html

Kann also sein, dass das ein K.O.-Kriterium ist.

MfG