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Aus CCC wird CSR

Transparente Reviews für das JDK: Oracle schlägt neue Kontrollgruppe vor

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock / asahasa

Java-Plattform-Chef Mark Reinhold (Oracle) hat die Gründung einer neuen Kontrollinstanz für das JDK vorgeschlagen. Die sogenannte CSR-Gruppe soll Änderungen an Java-Interfaces auf ihre Konsistenz hin überprüfen.

Die neue Kontrollgruppe soll das seit 1997 etablierte System ablösen, bei der Entwicklung neuer JDK-Versionen alle Änderungen an Java-Interfaces durch ein internes Gremium (bekannt als „CCC“) zu schleusen. Bis dato ist die CCC-Gruppe dafür verantwortlich, jede Änderung an einem exportierten JDK-Interface einem Review zu unterziehen. Neben APIs betrifft dies auch Dinge wie System-Properties, Kommandozeilen Flags, Umgebungsvariablen und Datei-Formate. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass jede API-Änderung auch sinnvoll, dokumentiert und konsistent mit anderen Interfaces, der etablierten Praxis und den Entwickler-Erwartungen bleibt.

Ursprünglich von Sun ins Leben gerufen, wurde dieses System von Oracle als interne Einheit übernommen. Wie Mark Reinhold nun in einer Mitteilung an die OpenJDK-Mailingliste ausführt, ist die Arbeit dieser CCC-Gruppe keineswegs transparent oder gar der breiteren OpenJDK-Community gegenüber rechenschaftspflichtig. Da dies in Kontrast zu den Zielen der OpenJDK-Community stehe, schlägt Reinhold die Abschaffung des CCC zugunsten einer transparenteren Gruppe vor.

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Diese „Compatibility & Specification Review“ (CSR)-Gruppe soll anfänglich von Joe Darcy geführt werden und als weitere Mitglieder Alan Bateman, Brian Goetz, David Holmes, Doug Lea, Phil Race und Mark Reinhold enthalten. Aktiv werden soll die Gruppe im Unterschied zu früher aber erst, wenn ein Leiter eines OpenJDK-Projektes dies wünscht. Reinhold selbst kündigt an, in seiner Rolle als Leiter der aktiven JDK-Release-Projekte ein Review der API-Änderungen durch die CSR-Gruppe zu beantragen.

Wie genau die Abwicklung dann innerhalb der CSR-Gruppe organisiert sein wird, soll nach ihrer Gründung genauer ausgearbeitet werden. Bis dahin sind alle Mitglieder des Governing Boards aufgerufen, bis zum 14. Februar über Reinholds Vorschlag abzustimmen.

Allgemein ist die Öffnung dieser JDK-Review-Prozesse hin zu offenen Strukturen zu begrüßen. So erntete der Vorschlag auch schon Zustimmung vonseiten einiger Community-Mitglieder wie Martijn Verburg und John Duimovich. Mit einer Annahme des Vorschlags ist deshalb zu rechnen.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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