JCP wird schlanker: Exekutiv-Komitees sollen im Oktober verschmelzen

Hartmut Schlosser

Der Java Community Process (JCP) wird derzeit bekanntlich einer Reform unterzogen. Teil der Bemühungen ist es, die Exekutiv-Komitees für Java SE/EE und Java ME zusammenzulegen. Wie JCP Program Chair Patrick Curran nun mitteilt, macht der Java Specification Request (JSR) zum Verschmelzen der Exekutiv-Komitees Fortschritte. Ein Konsens sei erreicht worden, der vorsieht, die beiden Gremien nach den Wahlen im Oktober 2012 zusammenzulegen.

Die Exekutiv-Komitees fungieren als Entscheidungsorgane, in denen die Java-Community durch Schlüsselunternehmen der Industrie und individuelle Mitglieder repräsentiert werden soll. Beispielsweise finden dort die Abstimmungen über neue JSRs statt.

Wie Curran berichtet, soll die Zusammenlegung beider Exekutiv-Komitees den Prozess der Standardisierung der Java-Plattform unkomplizierter machen. Dafür soll die Anzahl der EC-Mitglieder insgesamt reduziert werden, wobei das derzeitige Verhältnis von 1:2 zwischen gewählten Mitgliedern und von Oracle vorgeschlagenen (sogenannten ratifizierten) Mitgliedern beibehalten werden soll.

Die Zusammenlegung soll kurz nach den Wahlen im Oktober 2012 vollzogen werden, wobei in beiden Gremien vertretene Mitglieder im neuen „JCP Executive Committee“ nur einmal vertreten sein werden. Konkret betrifft das Oracles und IBMs zweiten Sitze, die entfallen sollen. In einem ersten Schritt reduziert sich so die Anzahl der Mitglieder von 32 (16 Mitglieder des EC Java SE/EE + 16 Mitglieder des EC Java ME) auf 30 Mitglieder.

In einem zweiten Schritt wird das neu formierte EC ein Jahr später, im Oktober 2013, einer kompletten Neuwahl unterzogen, in der die Zahl weiter auf 25 Mitglieder reduziert werden soll (entfallen werden drei von Oracle vorgeschlagene (ratifizierte) Sitze und zwei frei gewählte Sitze).

Das neue JCP Executive Committee wird dann folgende Struktur aufweisen:

  • 16 ratifizierte Sitze
  • 8 gewählte Sitze
  • 1 permanenter, von Oracle eingenommener Sitz

Ab 2013 soll der Wahlzyklus außerdem von einem Dreijahresrhythmus auf einen Zweijahresturnus umgestellt werden, was bedeutet, dass sich jedes Jahr die Hälfte der EC-Mitglieder Neuwahlen stellen muss.

Die Zusammenlegung der Komitees geht mit Oracles erklärter Strategie einher, Java als eine kohärente Plattform zu promoten und weiterzuentwickeln. Java ME und Java SE sollen sich mit der Zeit immer mehr annähern, sodass der Unterhalt eines eigenen Exekutiv-Komitees für die ohnehin an Bedeutung verlierende Micro Edition überflüssig wird.

Die Reformvorschläge wurden bereits in die Entwurfspapiere für den reformierten Prozess und die EC Standing Rules eingearbeitet. Ein Early Draft Review steht derzeit zur Einsicht bereit.

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Hartmut Schlosser
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