JCP.next angenommen: "Ein erster Schritt in die richtige Richtung"

Hartmut Schlosser

Der Java Community Process soll reformiert werden – das hat sich der JSR 348 mit dem Untertitel „JCP.next – Towards a new version of the Java Community Process“ auf die Fahnen geschrieben. Die Exekutiv-Komitees für Java SE/EE und Java ME wurden nun zur Abstimmung des ersten Entwurfspapiers gerufen. Ergebnis: Das Dokument wurde ohne Gegenstimmen angenommen.

Drei Enthaltungen gab es allerdings – von Google, Sean Sheedy und Vodafone. Außerdem haben VMware, AT & T, SK Telecom und Samsung keine Stimme abgegeben.

Lesenswert sind deshalb die Kommentare. Viele der Bemerkungen bezeichnen das vorliegende Konsenspapier als „ersten Schritt in die richtige Richtung“. So schreibt etwa die London Java Community, dass nach diesem ersten Papier eine Menge weiterer Reform-Maßnahmen nötig seien:

JSR 348 represents a significant first step along the road to a reformed and modernized JCP. The LJC welcomes this initial movement, whilst recognizing that there is still plenty of work ahead of us. The LJC thanks participants for their efforts so far and hopes that spirit of positive participation will continue. London Java Community

Für Vodafone gehen die vorgeschlagenen Veränderungen nicht weit genug:

We believe a more thorough set of radical changes aiming to fully democratise the process are needed for Java to become the moving technology in the mobile industry again. Unfortunately, the ambition for this JSR has been set much lower than we and a good share of the community would expect in that regard. Vodafone

Google begründet seine Enthaltung mit der etwas nebulösen Bemerkung, dass der betreffende JSR nicht die wahren Probleme innerhalb des JCP angehe:

Google abstains because it doesn’t think this JSR addresses the real problems within the JCP. Google

Die bereits seit Monaten andauernden Arbeiten an der Reform des JCP sollen den Spezifizierungsprozess für Java transparenter und offener machen. Zu den geplanten Änderungen gehört es, alle Operationen der Expertengruppen in öffentlichen Foren abzuhandeln. Der Rekrutierungsprozess für Mitglieder von Expertengruppen soll transparenter und die Ergebnisse von TCK-Testergebnissen öffentlich zugänglich gemacht werden.

Dabei hatte sich um das „Wie“ der Reform eine lebhafte Diskussion entsponnen, dessen Resultat das nun angenommene Konsenspapier darstellt. Enthalten sind lediglich die Punkte, die in den Diskussionen von einer breiten Mehrheit getragen wurden. Problematischer eingestufte Regelungen wurden auf eine spätere Spezifizierungsrunde verschoben, was wohl auch die vielen Kommentare erklärt, die das Papier bescheiden als „ersten Schritt“ bezeichnen.

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Hartmut Schlosser
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