JCP-Komitee akzeptiert Java SE 7

Hartmut Schlosser

Die vorgeschlagenen Spezifikationen für Java SE 7 wurden offiziell vom Exekutiv-Komitee des JCP angenommen. In der Abstimmung erhielt der JSR 336: „Java SE 7 Release Contents“ 13 von 16 Ja-Stimmen. Nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht hat Credit Suisse, enthalten hat sich Werner Keil. Lediglich Google hat sich ausdrücklich gegen den JSR ausgesprochen.

In den öffentlichen Kommentaren zur Abstimmung führt Google die Lizenzbedingungen als Hinderungsgrund für eine Zustimmung an. Während man mit dem technologischen Inhalt für Java SE 7 zufrieden sei, sei die Beibehaltung von Feldbeschränkungen für die TCK-Lizenzen, die für das Testen einer Java-Implementierung auf Kompatibilität mit den offiziellen Spezifikationen nötig sind, nicht akzeptabel. Ohne die Lösung dieses Lizenz-Problems sieht Google die Offenheit der Java-Plattform in Gefahr.

The proposed license clearly violates this requirement (see Exhibit A, Section II). Oracle was duly reminded of this when JSR-336 was first proposed, but has done nothing to address the issue. It would be wrong to condone the inclusion of field-of-use restrictions in a TCK license, as this clearly violates the JSPA, by Oracle’s own admission. Google does not want to slow the progress of this release, but we do believe it is critical that this issued be addressed, in order to comply with the JSPA and to preserve the openness of the Java platform.

Ähnliche Kritik an den Lizenz-Bedingungen wurde auch von den Ja-Stimmern IBM, Red Hat, SouJava und Fujitsu geäußert.

Als weiterer Kritik-Punkt ist in den Kommentaren von mangelnder Transparenz die Rede. The London Java Community, Goldman Sachs und Werner Keil bemängeln, dass trotz anders lautender Bekundungen vonseiten Oracles Dokumente einiger Expertengruppen nicht öffentlich gemacht wurden.

Die Londoner Java Community geht soweit anzukündigen, dass man in Zukunft keine JSRs unterstützen werde, die nicht unter offenen und transparenten Bedingungen zustande kommen.

Going forward, we are unlikely to support any JSRs that do not meet minimum standards of transparency.

Die größten Kritiker an Oracles Umgang mit dem JCP und den Java-Lizenzbedingungen Doug Lea, The Apache Foundation und Tim Peierls hatten im Vorfeld aus Protest das Exekutiv-Komitee verlassen, was Apache-Vertreter Stephen Colebourne zu der Aussage veranlasste, der JCP sei kein offenes Organ zur Standardisierung von Java mehr.

Trotz der kritischen Kommentare fiel das Ergebnis letztendlich eindeutig zugunsten des geplanten Java SE 7 aus. Offensichtlich sind der Innovationsdruck für Java und die Erwartungen der Communities so hoch, dass sich zum jetzigen Zeitpunkt kaum jemand dem technologischen Fortschritt in den Weg stellen will.

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Hartmut Schlosser
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