Executive-Committee-Mitglieder gewählt

Die JCP-Wahlen 2016 sind beendet, die Sorge bleibt

Melanie Feldmann

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Die Wahlen zum Executive Committee des Java Community Process sind durch. Es zeigen sich die Einflüsse des neu angewandten JCP 2.10: Die Community wählt mit hoher Beteiligung. Trotzdem bleibt die Sorge, wie sehr das Executive Committee Neuerungen voranbringen kann.

Dieses Jahr waren sieben Ratified, sechs Elected und zwei Associate Seats im Executive Committee (EC) zu vergeben. Die Ratified Seats gingen an Gemalto M2M, Goldman Sachs, MicroDoc, NXP Semiconductors, SAP, Software AG und V2COM. Elected Seats bekamen die Eclipse Foundation, die London Java Community, Azul Systems, Twitter, Tomitribe und Hazelcast. Ivar Grimstad und Werner Keil erhielten am meisten Stimmen für die Associate Seats.

Keinen Sitz mehr haben damit ARM und Geir Magnuson, Jr. ARM stellte jedoch auch keinen Kandidaten mehr auf. Die neu gewählten Mitglieder nehmen ihre Aufgaben ab dem 29. November 2016 für zwei Jahre wahr. Insgesamt gibt es 16 Ratified Seats, sechs Elected Seats, zwei Associate Seats und den permanenten Sitz von Oracle.

Geringe Wahlbeteiligung

Insgesamt waren die Wahlen von einer relativ geringen Beteiligung gekennzeichnet. Während die Anzahl der sogenannten Eligible Voters bei 983 lag, traten davon lediglich 36,42 Prozent den Gang an die Wahlurnen an. Auch bei den Full und Partner Membern war die Wahlbeteiligung gering. Von 757 wählten nur 24,97 Prozent.

Im Gegensatz dazu wählten 74,78 Prozent der Associate Member, die zur Wahl zugelassen waren. Das zeigt den Einfluss des neuen Wahlsystems unter JCP 2.10, mit dem die Associate Member als neue Mitglieder eingeführt wurden. Associate Member sind individuelle Personen ohne Abhängigkeit zu einem Unternehmen oder einer Java User Group. „Mit der neuen Associate Membership ist es jetzt noch einfacher für die Community, durch eigene Beiträge an den JSRs mitzuarbeiten,“ erklärte Christian Kaltepoth, Mitglied der JSR 371 Expert Group, im Interview mit JAXenter.

Kritik an Oracle und dem JCP

Rund um die Java-EE-Diskussion musste Oracle einiges an Kritik einstecken, die auch so weit ging, den JCP und damit das EC in Frage zu stellen. Anstatt den Standard voranzubringen bremse Oracle, und das EC würde machtlos zusehen. In Interviews, Beiträgen und Kommentarartikeln hat JAXenter die Diskussion ausführlich begleitet.

Es dauerte bis zum EC Meeting im Mai, bis sich auch das Komitee offiziell zum Thema Java EE äußerte und Oracle höflich auf die Füße stieg. In der Mitschrift des Meetings heißt es: „EC members expressed their serious concerns about the lack of progress on Java EE“. Auch die JavaOne konnte die Kritiker nicht besänftigen wie JAXenter-Experte Niko Köbler in einem Kommentar zusammenfasste:

Das nährt die Theorie, dass Java EE immer mehr zu Oracle EE wird und Oracle, entgegen den öffentlichen Äußerungen, auf Community und den JCP pfeifft und ihr eigenes Ding macht.

Trotzdem genießt der JCP hohes Ansehen in der Community, zu Recht ist man stolz auf die offene Arbeitsweise. „Der JCP ist genau der Vorteil, den Java und EE gegenüber anderen Technologien und Frameworks hat. Die Vorgehen sind festgelegt, jeder kann sich beteiligen, und es existieren Komitees, die sicherstellen, dass das Gesamtbild der Technologie zusammenpasst,“ erklärte Sebastian Daschner, Mitglied der JSR 370 Expert Group, im Interview. Die Befürchtungen bleiben aber bestehen, dass der JCP und das EC immer mehr zum zahnlosen Tiger werden.

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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