JAX im Zeichen der Veränderung: Ich sehe Scala nun als vollwertigen Ersatz für Java

Hartmut Schlosser

In diesem Jahr stand die JAX für mich in vielerlei Hinsicht auf Veränderung. Die erste Veränderung für uns alle ist, dass wir Java als Plattform und nicht nur als Sprache verstehen sollten. Sebastian Meyen wies in seiner Eröffnungs-Keynote ausdrücklich darauf hin und erklärte damit auch das unglaubliche Themenspektrum, das die JAX in diesem Jahr abdeckte. Das gesamte Programm dieses Jahr bestand aus zahlreichen sogenannten „Special Days“, auf denen sich die Teilnehmer über die verschiedensten Technologien auf der Java-Plattform informieren konnten.

Ich persönlich habe mir in diesem Jahr vorgenommen, mein Interesse insbesondere auf das Thema Scala und natürlich den verschiedenen Eclipse-Innovationen zu richten. In diesem Zusammenhang stelle ich wieder eine Veränderung, ein Umdenken bei mir fest: Bedingt durch den Scala-Power-Workshop und insbesondere die Session „Die Scala-Trickkiste“ sehe ich Scala nun als vollwertigen Ersatz der Java-Programmiersprache, den ich gewinnbringend in meinen Projekten einsetzen kann. Gewinnbringend deshalb, weil es mich produktiver während der Entwicklung macht und weil mein Code besser zu verstehen ist, da unnötiger Ballast (etwa Getter und Setter) einfach wegfallen. Und ganz ehrlich, im letzten Viertel dieser „Scala-Trickkiste“ bin ich ausgestiegen, hab´s nicht mehr ganz verstanden, das war mir zu hoch. Und das ist gut so! Denn nun ich bin neugierig geworden und motiviert, diese vielversprechende Sprache zu erlernen und sie zu verstehen. Schon alleine deswegen hat sich die Reise nach Mainz für mich gelohnt.

Auch wenn Scala und Eclipse für mich in diesem Jahr die Hauptthemen waren, so konnte ich es auch nicht lassen, über den Tellerrand zu blicken. Denn die diesjährige JAX verleitete mit einer weiteren Veränderung förmlich dazu: Themen wie HTML5 und JavaScript, dieses Jahr zum ersten Mal intensiv auf der JAX vertreten, machten mich schon neugierig. Neben Christian Heilmanns Keynote (ich bin mir übrigens sicher, dass er alkoholfreies Bier hatte) fand ich vor allem die Session von Matthias Wessendorf zum Thema HTML5 und Websockets sehr gelungen, weil sie gut und verständlich und mit vielen Demos gezeigt hat, wie wir diese neuen Techniken in Zukunft verwenden können.

Es gibt aber auch etwas, das sich nicht geändert hat: Die Teilnehmer beispielsweise. Ja, es sind ein paar mehr geworden dieses Jahr, doch mit vielen hatte ich gute Gespräche und aufschlussreiche Diskussionen. Auch jedes Jahr schön, dass man auf der JAX viele Weggefährten der vergangenen Jahre wiedertrifft und so die Gelegenheit hat, zu reden und auch neue Projekte in Angriff zu nehmen. Stellvertretend danke ich Thilo Frotscher, Matthias Wessendorf, Matthias Lübken und natürlich auch meinen Eclipse-Magazin-Redakteur Hartmut Schlosser für die schöne Zeit und die guten Gespräche! Was bleibt ist für mich die Erkenntnis, dass sich eine Sache definitiv nicht geändert hat: Die JAX ist und bleibt die wichtigste Entwickler-Veranstaltung im Jahr und beim nächsten Mal bin ich wieder dabei.

Marc Teufel arbeitet als Software-Architekt bei der hama GmbH & Co und ist dort für die Entwicklung großer Java-Anwendungen im Logistikzentrum zuständig. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel zu Java und .NET, hat drei Bücher zu Web Services publiziert und spricht regelmäßig auf Fachkonferenzen. Unter www.teufel.net ist er im Web zu erreichen.

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Hartmut Schlosser
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