JAX-Blog: Neue Impulse dank Kevlin Henney – die JAX wirkt nach

Marc Teufel

Ja, ich gebe es zu. Da sitze ich im Kongressaal und die Session „Worse is better, for better or for worse“ beginnt und ich stehe total auf dem Schlauch. Ehrlich gesagt habe ich zunächst nicht viel verstanden. Kevlin Henney hat sehr schnell gesprochen, so dass ich nur schwer folgen konnte. Aber das ist ja auch kein Wunder, er ist ja schließlich native Speaker und darf das. Doch das alleine war es nicht, auch inhaltlich hatte ich ein Verständnisproblem.

Für mich geht jedoch gerade von solchen eher schwer verständlichen Beiträgen eine besondere Faszination aus. Jetzt war nämlich mein Ehrgeiz geweckt. Durch die Tatsache dass ich nur eingeschränkt verstehe liefern mir gerade solche Vorträge sehr oft neue Impulse, da ich auf der einen Seite natürlich aufmerksamer zuhöre um überhaupt etwas zu verstehen, auf der anderen Seite mich im Nachgang mit den aufgefangenen Stichwörtern beschäftige.

So ist der Spruch

„Implementation is the difference between having a product and not having a product.“

bei mir hängengeblieben. Gut, wenig Nutzinformation aber trotzdem witzig irgendwie. Dann kam aber die Information, dass sich Software-Designer schon seit Jahren Gedanken darüber machen, nach welchen Prinzipien man Software schreiben sollte. Schließlich hat mich der Vortrag aufmerksam gemacht auf das „Worse is better“-Prinzip, das Richard P. Gabriel vor einigen Jahren beschrieben hat. Hier steht Einfachheit an oberster Stelle. Je einfacher ein Programm, sowohl in der Benutzerschnittstelle als auch in der eigentlichen Implementierung gehalten ist, desto besser. Auf den ersten Blick scheint dieses Prinzip ja auch Sinn zu machen, denn „Worse is better“ fordert uns ja geradezu auf, einfach zu programmieren, uns nur auf das notwendige zu beschränken. Konsequent weitergedacht würde das ja dann auch bedeuten, dass wir Produkte schneller bauen können, früher als andere am Markt sind und erfolgreicher sein können. Und wie in „Schlechter ist besser“ recht gut beschrieben wird, scheint es einigen Unternehmen ja auch gelungen zu sein mit Hilfe dieser Designphilosophie erfolgreich zu sein und zu bestehen. Doch – und damit sind wir wieder bei den Impulsen die Kevlin Henneys Vortrag zumindest mir lieferte angekommen – gibt es noch die andere Seite, die behauptet genau jenes Prinzip werde oft auch missverstanden. Unter dem Deckmantel „Schlechter ist besser“ würde demnach oft auch schlampige, unfertige, unsaubere Software produziert, weil die grundsätzliche Aussage von „Worse is better“ einfach falsch verstanden wurde.

Wie gesagt, ich habe Kevlin Henneys Keynote nicht in allen Einzelheiten verstanden, aber dennoch habe ich neue Impulse mitgenommen und mich im Nachgang weiter mit dem Thema beschäftigt und dabei wieder einiges gelernt. Auch das ist JAX. Eine Konferenz die nachwirkt.

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Marc Teufel
Marc Teufel
Marc Teufel arbeitet als Projektleiter und Softwarearchitekt bei der hama GmbH & Co KG und ist dort für die Durchführung von Softwareprojekten im Bereich internationale Logistik zuständig. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel im Web-Services- und Eclipse-Umfeld. Er hat drei Bücher zu Web Services veröffentlicht, sein aktuelles Buch „Eclipse 4 – Rich Clients mit dem Eclipse 4.2 SDK“ ist kürzlich bei entwickler.press erschienen.
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