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Sechs Take-aways von der iJS & IPC

Event-Storming, der Hype um die Sprachassistenten und Web Components schreiben – aber richtig!

Ann-Cathrin Klose, Thomas Petzinna, Madeleine Domogalla

© Shutterstock / TheFarAwayKingdom

Auch am Mittwoch hatten die International PHP Conference und International JavaScript Conference wieder einige spannende Themen zu bieten. Mit dabei waren Domain-driven Design, Sprachkomponenten und ein Vorschlag zum Beenden der Framework-Diskussion.

Take-away 1: Projektplanung mit Event-Storming

Man kennt es aus der agilen Softwareentwicklung: Ein Board mit vielen Post-its – aus einer wilden Ideensammlung wird ein konkreter Plan für das anstehende Projekt. Eine solche Planung lässt sich auch für Events vornehmen: Arne Blankerts (thePHP.cc) stellte in seiner Session „Efficient Domain-Driven-Design: An Introduction to Event Storming“ die Workshop-basierte Methode Event-Storming vor. Dabei präsentierte er dem Publikum, worauf es beim Event-Storming ankommt: Man nehme einen leeren Raum, ohne Tisch und Stühle, hefte eine lange Rolle Papier an die Wand und halte verschieden farbige Post-its parat. Die lange Rolle und die flexiblen Post-its sind nötig, um den Modeling-Raum nicht zu begrenzen.

Diesem Setup füge man einen ausgewählten Personenkreis hinzu und lasse sie Post-its beschriften und an die Wand kleben. In der ersten Phase des Event-Storming werden Ideen gesammelt, in der zweiten sortiert. Durch Event-Storming versteht man laut Blankerts besser, wie das eigene Unternehmen arbeitet. Man realisiere besser, was man tut – vor allem, wenn man das strukturierte Event von hinten nach vorne liest, sodass klar wird, welche Schritte nötig sind, um einen Teil des Projekts zu erreichen. Getreu dem Motto: „Für Schritt Z brauche ich Schritt Y und für Schritt Y brauche ich Schritt X usw.“

Take-away 2: PHPUnit: Den richtigen Test finden

Wie findet man den richtigen Test für seinen Code? Sebastian Bergmann (thePHP.cc) präsentierte in seiner Session „Getting Started with PHPUnit“ einige Fragen, die man sich stellen sollte, um den richtigen Test für seinen Code zu finden:

  • Was möchte man mit einem Test erreichen?
  • Wie viel Code braucht man, um den Test auszuführen?
  • Wie gestaltet man den Test?
  • Wann schreibt man den Test? (wie will bzw. kann man arbeiten)?
  • Wann möchte man den Test ausführen?

Die genannten Fragen sollten einem die Wahl aus den verschiedenen Test-Kategorien – End-to-End-Tests, Edge-to-Edge-Tests, Integration-Tests, Uni-Tests – erleichtern.

Außerdem präsentierte er PHPUnit, das in PHP geschriebenen Open Source Framework. Es handelt sich um ein entwicklerorientiertes Testing-Framework für PHP und basiert auf der xUnit-Architektur für Unit-Test-Frameworks. Am 01. Februar 2019 soll die nächste Major Version PHPUnit 8.0 erscheinen, was der Roadmap auf GitHub entnommen werden kann.

International PHP Conference

Testing React Applications

by Hans-Christian Otto (Suora GmbH)

Building a Robo-Army with Angular

by Sebastian Witalec (Progress)

 

API Summit 2018
Christian Schwendtner

GraphQL – A query language for your API

mit Christian Schwendtner (PROGRAMMIERFABRIK)

Take-away 3: Dem Hype der Sprachassistenten trotzen

„7 Tipps für den Voice Commerce mit PHP“ gab Ralf Eggert (Travello) den interessierten Zuhörern seiner Session mit auf dem Weg. Sein erster Tipp rückte direkt den Hype um die Sprachassistenten in ein anderes Licht: Je nachdem welcher Umfrage man sich bedient, variieren die Nutzungszahlen für Sprachassistenten im E-Commerce-Bereich erheblich.

Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Grundsätzlich sind die Sprachassistenten wie Amazon Echo und Google Home wohl vor allem für unkomplizierte Gebrauchsgüter geeignet. Eggerts zweiter Tipp beim Bau eines Skills: auf eine Nische spezialisieren oder auf komplexe Produkte setzen und dann aber auch konsequent umsetzen. Sein dritter Tipp knüpft an die letztgenannte Strategie an und fügt noch einen Baustein hinzu. Dieser besagt, einen Medienbruch bewusst in Kauf zu nehmen! So könnte per Sprachassistent eine erste Beratung übernommen werden, um dann den Kunden zum E-Shop zu leiten.

Eggerts vierter Tipp: die passende Plattform wählen! So hat Alexa eine hohe Verbreitung im stationären und Google Assistent im mobilen Bereich. Tipp 5 und 6 beinhalten eine planvolle Entwicklung und Umsetzung. Dabei sollte man durchaus mit PHP entwickeln. Denn PHP dominiert mit seinen Shoppinglösungen den E-Commerce-Markt, und gerade die Unternehmen im Onlinehandel verfügen über eine breite Basis an erfahrenen PHP-Entwicklern.

Sein 7. Tipp und das gleichzeitige Fazit: Stetig lernen! Ein Voice Shopping-Projekt ist nie fertig!

Take-away 4: Teile Dein Wissen!

„I´m just a PHP developer“ – so die einfache Aussage von Maximilian Berghoff (Mayflower). In seinem Talk nahm er die Zuhörer auf eine Reise durch die geschichtsreiche PHP-Welt. PHP ist „Easy to learn, easy to break“. PHP ist vielfältig und dynamisch und bietet alle Werkzeuge und Möglichkeiten, die ein Programmierer braucht. Database? Operation System? Starte einfach ein Projekt mit dem Setup Deiner Wahl!

Docker und Container sind nicht nur ein Trend, sondern eine große Hilfe, um große Projekte zu bewältigen. Berghoff ruft dazu auf, sein Wissen zu teilen und damit auch die Problemstellungen von anderen Programmierern zu lösen. Egal, ob als Blogbeitrag oder sogar auf der Konferenzbühne: Helfe der Entwickler-Community mit Deinem Wissen!

Take-away 5: Web Components schreiben – aber richtig!

Web Components sind wiederverwendbare Code-Blöcke, die Entwicklern viel Arbeit abnehmen können. Statt immer wieder neuen Code zu schreiben, können einzelne Elemente so erstellt werden, dass man immer wieder auf sie zurückgreifen kann. Web Components können sogar anderen Entwicklern zur Verfügung gestellt werden. Das ist praktisch – wenn der Code denn richtig geschrieben wird. Dafür haben Shahrzad Aziminia (Nordea Bank) und Ana Cidre (Ultimate Angular) in ihrer Session einige Tipps zusammengestellt.

Zu den Goldstandards, die die Speakerinnen zitierten, gehört unter anderem, dass für eine gute Performance darauf geachtet werden muss, dass nicht zu viele Assets vom Browser herunter geladen werden müssen. Außerdem sollte Vererbung vermieden werden, wenn der Code wirklich leicht wiederverwendbar sein soll. Und: Barrierefreiheit ist auch für Web Components wichtig! Dabei geht es nicht nur um Menschen mit Sehbehinderung, sondern beispielsweise auch um Situationen, in denen Eltern ihr Kind auf dem Arm halten.

Der Tipp der Speakerinnen: Selbst mal verschiedene Szenarien ausprobieren! Erst dann weiß man, ob die Web Component dem Goldstandard entspricht.

Take-away 6: Angular, Vue oder React? Mit MicroApps und Web Components geht alles

Um Web Components ging es bereits am Morgen des zweiten Hauptkonferenztags der International JavaScript Conference. Manfred Steyer sprach in seiner Keynote darüber, dass MicroApps und Web Components eine Option zur Beilegung der Framework-Streitigkeiten darstellen könnten. Denn: Wer auf diese Technologien setzt, kann jedes Framework verwenden.

Wann aber der Blick auf Web Components und MicroApps lohnt – auch das ist eine wichtige Frage, der Steyer in seiner Keynote nachging. Jede Technologie hat nämlich ihre Vor- und Nachteile: Micro-Frontends erlauben ein separates Deployment, genau das kann aber zu einem hohen Aufwand führen. Web Components sind hingegen dann gut, wenn Technologien gemischt werden sollen, am Ende aber alles zusammenfließt. So sind Web Components also dann die richtige Wahl, wenn beispielsweise Angular und React zusammen genutzt werden sollen, MicroApps dann, wenn mehrere Teams entkoppelt von einander am Projekt arbeiten.

Geschrieben von
Ann-Cathrin Klose
Ann-Cathrin Klose
Ann-Cathrin Klose hat allgemeine Sprachwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert. Bereits seit Februar 2015 arbeitete sie als redaktionelle Assistentin bei Software & Support Media und ist seit Oktober 2017 Redakteurin. Zuvor war sie als freie Autorin tätig, ihre ersten redaktionellen Erfahrungen hat sie bei einer Tageszeitung gesammelt.
Thomas Petzinna
Thomas Petzinna
Thomas Petzinna studierte Wirtschaftskommunikation an der FHTW Berlin. Als Spezialist für strategisches Content Marketing, SEO und Social Media liegt sein Fokus darüber hinaus auf das Thema Digitalisierung. Bei Software & Support Media ist er als Redakteur für entwickler.de und das PHP Magazin zuständig.
Madeleine Domogalla
Madeleine Domogalla
Madeleine Domogalla ist seit 2018 Redakteurin bei S&S-Media. Vorher studierte sie Germanistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
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