Manfred Steyer im Interview

JavaScript – die Lingua Franca unserer Zeit?

Mirko Schrempp
Manfred Steyer über JavaScript

Manfred Steyer

Kaum eine Webanwendung kommt heute noch ohne JavaScript aus, und auch auf dem Client finden sich immer mehr Anwendungen und Apps, die auf der „Web“-Technologie basieren. Das wiederauferstandene JavaScript bietet mit seinen zahlreichen Frameworks eine große Flexibilität und stellt zugleich eine immense Herausforderung für Entwickler dar. Darin zeigt sich seine Modernität.

Manfred Steyer, IT-Visions, zeigt in seinen Sessions auf den JavaScript Days der JAX 2015, wie moderne Webanwendungen mit AngularJS erstellt und was es unbedingt zu beachten gilt, wenn man aktuelle Browseranwendungen mit JavaScript erstellt. Wir haben vorab mit ihm ein paar Hintergrundfragen zu JavaScript besprochen.

JAX 2015Die JAX (20.-24. April 2015) bildet mit der W-JAX Europas führende Konferenz-Serie für Enterprise-Technologien, agile Methoden und Software-Architekturen. Gemeinsam mit den begleitenden Business Technology Days und der BigDataCon verleiht sie IT-Professionals führender Unternehmen aller Branchen die entscheidenden Impulse für digitale Wertschöpfung und Innovation – zwei Mal im Jahr. Wer sich bis Donnerstag, 19. März, anmeldet, spart über 200 Euro. Mehr Informationen unter http://jax.de.

Dass JavaScript nichts mit Java zu tun hat, sollte auf der JAX klar sein. Ist JavaScript die Lingua Franca unserer Zeit oder doch nur ein Modethema?

Manfred Steyer: Ich denke, dass JavaScript am Client derzeit eine sehr attraktive Sprache ist, weil man damit so gut wie jede Plattform adressieren kann. Egal, ob es sich um mobile oder klassische Plattformen handelt, egal, ob heute oder in absehbarer Zukunft: JavaScript wird unterstützt.

Dazu kommt, dass man im Laufe der Zeit erkannt hat, dass man mit JavaScript durchaus wartbaren und wiederverwendbaren Code schreiben kann. Dazu muss man unter anderem akzeptieren, dass JavaScript eine Multi-Paradigmen-Sprache ist und sich auch derer funktionalen Seite bedient. Letzteres ist ein Thema, das seit Java 8 auch in der Java-Community vorherrscht.

JavaScript eignet sich für das Web und den Client. Durch Projekte wie Apache Cordova kann man auch für jede mobile Plattform Apps erstellen. Wo siehst du hier die Vorteile?

Der Charme von Cordova liegt darin, dass man damit unter Verwendung von Webtechnologien installierbare Anwendungen für alle populären mobilen Plattformen schreiben kann. Dank des Plug-in-Konzepts können diese Anwendungen im Gegensatz zu klassischen Web-Anwendungen auch direkt auf das Endgerät zugreifen und mit Sensoren, anderen Anwendungen oder mit dem Dateisystem interagieren. Dies macht unter anderem die Schaffung offlinefähiger Anwendungen, die Daten in einer lokalen SQLight-Datenbank vorhalten, möglich.

Warum gibt es so viele Frameworks, ist das nur eine Spielerei oder wirklich nötig?

Wie im Java-Umfeld benötigt man auch im JavaScript-Umfeld Frameworks, um der Komplexität moderner Anwendungen Herr zu werden. Genau genommen ist man hier noch viel mehr auf Frameworks angewiesen, da JavaScript nur sehr wenig Bordmittel bereitstellt. Dank einer großen Community kann man auch auf sehr viele Frameworks zurückblicken. Zugegeben, häufig ist die Auswahl ein wenig zu groß. Um sich hier nicht zu verrennen, macht es Sinn, die De-facto-Standards der Community ausfindig zu machen. Aus diesem Grund fokussiere ich mich auf AngularJS, zumal es hier eine große Community mit eigenen Konferenzen gibt und mit Google ein populärer Spieler, der selbst AngularJS einsetzt, dahinter steht.

Manfred Steyer ist Trainer und Berater bei www.IT-Visions.de sowie verantwortlich für den Fachbereich Software Engineering der Studienrichtung IT und Wirtschaftsinformatik an der FH CAMPUS 02 in Graz (www.campus02.at). Manfred schreibt für den Windows Developer, Heise Developer und iX sowie für O’Reilly, Microsoft Press und Hanser. Auf Konferenzen gibt er regelmäßig sein Wissen weiter.

 

Was kann man denn mit JavaScript nicht machen, wo liegen die Grenzen?

Ich denke, dass JavaScript für die Clients von ernsthaften Geschäftsanwendungen eine gute Wahl ist. Für hippe Consumer-Apps, die womöglich auch einen Marketingzweck erfüllen sollen und die direkten Zugriff auf das Gerät benötigen, sind native Anwendungen wohl besser geeignet. Mit entsprechenden Frameworks, wie Cordova, kann man auch mit JavaScript in diese Bereiche vordringen. Wenn man das nötige Kleingeld für die Entwicklung einer nativen App für unterschiedliche Plattformen hat, ist man hiermit aber wohl besser beraten.

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Mirko Schrempp
Mirko Schrempp
Mirko Schrempp ist Redakteur für den Windows Developer, das Business Technology Magazin und das SharePoint Kompendium.
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