Suche
Die JavaOne geht zu Ende

JavaOne Community-Keynote: Von Hacker-Kids und IoT-Hippies

Claudia Fröhling
(Quelle: Oracle Livestream)

Mit einer bunten und abwechslungsreichen Community-Keynote endete gestern der offizielle Teil der JavaOne 2013. Wie bereits aus den Vorjahren gewohnt, gaben sich viele Akteure auf der Bühne die Klinke in die Hand, selten aber hat man eine so bunte und interessante Mischung gesehen.

Los ging es mit einem Thema, das sich wie ein roter Faden durch die ganze Konferenzwoche gezogen hatte: dem Internet der Dinge. Der Oracle-Partner Freescale hatte seinen Senior VP und General Manager für Microcontroller, Geoff Lees nach San Francisco geschickt, um die Enterprise-Sicht auf das Internet der Dinge zu erklären. Lees machte deutlich: Das größte Problem aktuell ist die Fragmentierung der IoT-Infrastruktur – zu viele verschiedene Technologien und Konzepte tummeln sich derzeit in diesem Bereich, und das gibt Unternehmen nicht genug Sicherheit, um langfristig zu investieren. Die Lösung liegt in der Standardisierung der kompletten Infrastruktur, und Java sollte hier der gemeinsame Nenner sein. „Java ME Embedded bringt Robustheit und Sicherheit, als Standard“, so Lees weiter. Die Partnerschaft zwischen Freescale und Oracle werde daher in Zukunft weiter vertieft.

One in a Million

Standardisierung ist ein wichtiges Thema, aber in Lees Worten klingt noch ein anderer Aspekt mit: Entwickler-Ressourcen. „Wir haben heute weltweit ca. 100.000 Embedded C/C++-Entwickler, und die Zahl der Assembler-Entwickler geht gegen Null.“ Die Lösung: „Wir brauchen euch! Ihr seid neun Millionen!“, appellierte Lees an das Keynote-Publikum. Bei einem gesättigten Markt, wie wir ihn heute beobachten, ist dieses Argument vielleicht noch wichtiger als das der Standardisierung und technologischen Vereinheitlichung.

Neue Partnerschaften

Die zweite Hälfte der Community-Keynote brannte ein Feuerwerk an Überraschungen ab. Donald Smith hatte einige Erfolgsgeschichten zu berichten. So hat sich Oracle beispielsweise mit der Raspberry Pi Foundation darauf geeinigt, dass deren Packages ab sofort mit Java SE ausgeliefert werden. Ein wichtiges Signal für die Embedded-Community. Des Weiteren sind diverse wichtige Akteure der OpenJDK-Community beigetreten, unter anderem Square. Der Anbieter von Mobile Payment Services wurde von Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey ins Leben gerufen und hat sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Akteur im Mobile Payment Bereich entwickelt.

Die Zukunft ist der Nachwuchs

Eine weitere erfreuliche Nachricht ist die zunehmende Nachwuchsförderung der Java-Community. Zu Gast auf der Bühne war beispielsweise Stephan Janssen vom Devoxx4Kids-Projekt. Er berichtete auch, dass gut 40 Prozent der Kinder, die programmieren lernen wollen, Mädchen sind. Das lässt hoffen, dass die viel diskutierte Diversität in den nächsten Jahrzehnten auch Einzug in die Java-Community hält.

Stichwort Nachwuchsförderung: Den größten Applaus erhielt sicherlich der 10-jährige Aditya Gupta, Arun Guptas Sohn und leidenschaftlicher Minecraft Hacker mit seiner Demo von fliegenden und explodierenden Schweinen. Adam Bien munkelte auf Twitter bereits, dass hier wohl der jüngste Java Champion der Geschichte auf der Bühne steht.

Aditya Gupta (Quelle: Oracle Livestream)

Family-Reunion

Es folgten autonom fahrende Autos (nur als Video) dank Java, Umweltschutz von Opower („Java replaces Diesel“), NASAs Einsatz von Java-Technologie (inklusive JRockit-Wortwitz) und ein Duke-Segway-Roboter aus Lego, den Steven Chin vorstellte. Doch das alles geriet fast in Vergessenheit, als James Gosling zum Abschluss die Bühne betrat – Chief Architect bei Liquid Robotics und vor allem „Father of Java“. Seine Firma stellt autonome Wasser-Roboter her, so genannte Wave Glider, die wichtige Daten aus dem Meer sammeln.

„Ich spreche über das Internet der Dinge seit den Siebzigern“. meint Gosling. Ist er damit ein IoT-Hippie oder doch eher IoT-Hipster? Wie dem auch sei – ein schöner Abschluss für eine JavaOne, denn so schließt sich der Kreis. Bis zum nächsten Jahr!

James Gosling (Quelle: Oracle Livestream)

Geschrieben von
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.