JavaFX oder Android: Wer rettet Java auf dem Client?

Hartmut Schlosser

Ein interessantes Ergebnis erzielte eine Umfrage auf java.net: Gefragt wurde, in welchen Bereichen der Java/JVM-Technologie im Jahr 2011 die größten Anstrengungen unternommen werden sollten.

Auf den ersten Platz wählten die Teilnehmer die Option „Java auf dem Desktop“ (31%, 192 Stimmen), dahinter folgt mit 25% erst das JDK (Java 7, Java 8), danach Java auf mobilen Plattformen (16%). Auf den weiteren Plätzen folgen – schon mit deutlichem Abstand – neue JVM-Sprachen (8%), Java EE (7%) und Java Web Services (5%).

Which area of Java/JVM technology most desperately needs serious attention in 2011?
  1. Java on the desktop – 31% (192 votes)
  2. JDK (Java 7, Java 8) – 25% (155 votes)
  3. Java on mobile platforms – 16% (100 votes)
  4. New JVM languages – 8% (48 votes)
  5. Java EE – 7% (44 votes)
  6. Java Web Services – 5% (29 votes)
  7. I don’t know – 5% (30 votes)
  8. Other – 2% (13 votes)
  9. Total votes: 611

    Quelle: java.net

Das Ergebnis kann in mindestens zwei Richtungen gedeutet werden:

  1. Die bisherigen Möglichkeiten der Java-Desktop-Anwendungsentwicklung lassen für viele Java-Entwickler zu wünschen übrig.
  2. Das Interesse an der Entwicklung von Java-Anwendungen auf dem Desktop ist groß.

Dass Java dem Schicksal einer rein Server-seitigen Sprache entgegen gehe, wurde jüngst in der Forrester-Analyse „The Future Of Java“ vorhergesagt (wobei explizit der Vergleich mit Cobol gezogen wurde). Laut Bericht stebe Oracle zwar danach, JavaFX wieder neu ins Spiel zu bringen, große Chancen auf Erfolg sehen die Forrester-Leute allerdings nicht. Angesichts der starken Konkurrenz – zu der Forrester übrigens auch Googles Android zählt – komme dieses Unterfangen wahrscheinlich zu spät.

Wie sehen Sie die Lage? Wie könnte Java Client-seitig wieder auf Vordermann gebracht werden? Kann JavaFX hierbei eine Rolle spielen? Oder sollte man den Client-Bereich lieber gänzlich abschreiben und sich ganz dem Schicksal einer Server-Sprache ergeben?

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.