Neue Tools, Libraries und Plug-ins: Was taugt's?

JavaFX: Neue Tools im Test

Lars Röwekamp

Es existieren mittlerweile sowohl für Entwickler als auch für Designer einige – wenn auch wenige – Tools, Libraries und Plug-ins, die sich anbieten, um das doch eher rudimentäre JavaFX SDK 1.0 zu ergänzen. Doch wie praxistauglich sind diese?

Als Ende letzten Jahres Sun’s neue Wunderwaffe JavaFX offiziell veröffentlicht wurde, war einer der wesentlichen Kritikpunkte die bis dato nahezu fehlende Toolunterstützung. Zwar hat Sun mit seinem NetBeans Plug-in eine recht gute Integration geschaffen, Alternativen dazu für andere IDEs suchte man aber vergebens. Dies hat sich mittlerweile geändert.

JavaFX Builder

Geht man nach dem Namen und den aufgeführten Features, ist der JavaFX Builder von ReportMill wohl der vielversprechendste Stern am JavaFX-Tool-Himmel. Um es allerdings gleich vorweg zu sagen: Der JavaFX Builder ist etwas anders.

Anders als bei den klassischen IDEs liegt der Schwerpunkt dieses Tools nicht auf der Programmierung, sondern auf der visuellen Gestaltung inklusive der Definition von Animationsverläufen (Abb. 1). Laut ReportMills ist es möglich, eine JavaFX-Anwendung zu „programmieren“ ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben.

Abb. 1: JavaFX Builder – Animation Path

Um das Tool zu verstehen, muss man sich ein wenig mit der Historie des Herstellers beschäftigen. ReportMills ist – das legt bereits der Name nahe – ein etablierter Report-Tool-Hersteller. Entsprechend erinnert der JavaFX Builder eher an ein Report-Designtool als an eine IDE. Wie bei einem Report platziert man verschiedenste Elemente wie Buttons, Labels oder Listen auf einem Formular und reichert diese um die gewünschten Effekte an. Sogar eine direkte Datenbankanbindung mittels DB Connection Wizard ist möglich. Ob sie auch sinnvoll ist, sei dahingestellt. Das Resultat ist eine generierte RPT-Datei im JavaFX-Sourcecode-Format.

Die gute Nachricht ist, dass der JavaFX Builder als visueller Designer deutlich mehr bietet als alle anderen derzeitigen Alternativen. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass das Tool im aktuellen Stadium eher einer BETA- oder Testversion entspricht und eigentlich nicht für den professionellen Einsatz geeignet ist. Es ist kaum möglich, eine Anwendung zu „malen“ ohne einen Fehler zu bekommen. Darüber hinaus werden JavaFX-Komponenten zur Auswahl auf der Komponentenpalette angeboten, die in dem JavaFX SDK nicht existieren und daher zu Fehlern führen. Ein ReportMills-Blogeintrag verdeutlicht das Dilemma: Bevor man die Entwicklung des Tools weiter vorantreiben wird, muss erst eine entsprechende User Community aufgebaut werden. Dies klingt nach einem Henne-Ei-Problem.

Eclipse Plug-in

Sun Microsystems hat sich das Community Feedback aus der JavaFX-SDK-Preview-Phase scheinbar zu Herzen genommen und kurz nach dem Erscheinen der JavaFX-Version 1.0 neben dem Plug-in für NetBeans zusätzlich ein – wenn auch rudimentäres – Eclipse Plug-in zur Verfügung gestellt. Nach der Installation und dem Einrichten der JavaFX-SDK-Home-Variable kann die Entwicklung Eclipse-basierter JavaFX-Programme starten. Dabei geht man zunächst so vor, als wolle man ein „normales“ Java-Projekt erzeugen. Anschließend wechselt man mittels der Project Property JavaFX Nature in die JavaFX-Perspektive und fügt so automatisch die notwendigen JavaFX Libraries zum Buildpath hinzu.

Allzu viel sollte man allerdings von der aktuellen Plug-in-Version nicht erwarten. Es gibt zwar eine Snippet View, mit deren Hilfe JavaFX Templates für die wichtigsten Elemente in den Quellcodeeditor eingefügt und via Property-Editor gefüllt werden können (Abb. 2), eine Vorschau oder gar einen visuellen Designer dagegen sucht man – bisher noch – vergeblich.

Abb. 2: Eclipse Plug-in – Snippet View

Natürlich lassen sich die JavaFX-Anwendungen direkt aus der Eclipse IDE heraus starten. Dabei kann man zwischen dem Desktop Profile (Applet, Application oder Web Start) und dem Mobile Profile (Emulator) wählen.

Als Fazit lässt sich zusammenfassen, dass das JavaFX Eclipse Plug-in zwar noch lange nicht an das NetBeans-Pendant heranreicht, aber bereits in der vorliegenden Version gute Ansätze zeigt. Wer sich also auch bei der JavaFX-Entwicklung nicht von Eclipse lösen möchte, findet in diesem Plug-in eine brauchbare Unterstützung mit hohem Ausbaupotenzial.

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Lars Röwekamp
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