Gerrit Grunwald über Highlights der JavaOne

"JavaFX kann zu einem langfristigen Ersatz für Swing werden"

Eine Erkenntnis hat die JavaOne sicherlich gebracht: Oracle setzt weiterhin verstärkt auf JavaFX 2.0. JavaOne-Besucher Gerrit Grunwald gibt seine Einschätzung von JavaOne und JavaFX wieder und erklärt, warum JavaFX langfristig Swing ersetzen kann.

JAXenter: Oracle hat auf der JavaOne erneut sein Interesse an JavaFX bestätigt. Hat JavaFX 2.0 aus deiner Sicht eine Chance, und wenn ja, warum?

Gerrit Grunwald: Ich verfolge den Werdegang von JavaFX nun schon seit geraumer Zeit, eigentlich seit seiner Entstehung unter dem Namen F3, und ich muß sagen, dass ich die 1.x Version überhaupt nicht mochte. Dies lag überwiegend daran, dass mir JavaFXScript als Sprache nicht zugesagt hat und ich nicht eingesehen habe, warum ich eine komplett neue Programiersprache lernen soll, nur um das zu machen, was ich mit Swing in Java machen kann.

Als ich nun einen näheren Blick auf JavaFX 2.0 geworfen habe, musste ich feststellen, dass Oracle wirklich die richtige Entscheidung getroffen hat, JavaFX in Java zu implementieren. Das ganze fühlt sich nun wesentlich besser an und ist sehr schön integriert. Die API erinnert in Teilen an die Swing API, und man merkt, dass hier die selben Leute am Werk waren. Das hat sowohl positive als auch negative Seiten, die API ist nämlich an ein paar Stellen sehr umständlich zu verwenden (Collections werden zum Teil sehr häufig verwendet, was zu Boilerplate Code führt). Dennoch bin ich jetzt nach der JavaOne sehr zuversichtlich, dass Oracle JavaFX auf den richtigen Weg gebracht hat und es tatsächlich ein langfristiger Ersatz für Swing werden kann.

Ich für meinen Teil habe bereits damit begonnen, die SteelSeries-Swing-Komponentenbibliothek auf JavaFX umzuschreiben, und das hätte ich sicher nicht angefangen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre 🙂

JAXenter: Was waren für dich jenseits dessen die Highlights der Konferenz?

Gerrit Grunwald: Eines der Highlights der Konferenz war eine Demo, bei welcher JavaFX sowohl auf einem Android als auch einem Apple Device zu sehen war, und laut Aussage von Oracle wurde dabei nicht HTML5 verwendet sondern wirklich JavaFX. Man sprach vom gleichen Sourcecode auf allen Plattformen. Desweiteren bin ich mehr als begeistert von GroovyFX, welches die Programmierung in JavaFX wirklich wesentlich vereinfacht und somit die Einstiegshürde herabsetzt.

Mein persönliches Highlight war aber mit Sicherheit die Gelegenheit, mit all den Entwicklern, welche man nur via Twitter kennt, einmal persönlich zu reden.

JAXenter: Und was hat dir gefehlt?

Gerrit Grunwald: Ich hätte mir noch mehr Java Desktop Talks gewünscht und zwar nicht nur JavaFX bezogen, sondern auch Java Swing, da dieses Framework doch auch heute noch sehr verbreitet ist. Zudem sollte sich Oracle überlegen, ob die Konferenz-Location wirklich soooo gut ist, denn die Konferenz wirkte durch die Verteilung auf drei Hotels doch ziemlich „zerpflückt“. Da wünschte ich mir mehr so etwas wie auf der Devoxx.

JAXenter: Vielen Dank für Deine Kommentare!

Gerrit Grunwalds Interessen umfassen die Desktop Software-Entwicklung mittels moderner objektorientierter und/oder Komponenten-basierter Techniken, insbesondere auf den drei Gebieten Java Swing Komponenten-Entwicklung, HTML5 Canvas und SunSPOTs. Gerrit ist Blogger und leitet die Java User Group Münster.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.