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Interview mit Alexander Casall

„Nur Chuck Norris kann hybride Desktopanwendungen“

Redaktion JAXenter

In ihrer JAX-Session am Mittwoch, den 22. April, werden Alexander Casall und Stefan Bley anhand konkreter Beispiele verschiedene Stufen der Integration von Webcontent in JavaFX-Anwendungen vorstellen. Herausforderungen, notwendige Designentscheidungen und der eigentliche Business Value werden dabei eine zentrale Rolle spielen. Im Vorfeld sprachen wir mit Alexander Casall u. a. darüber, warum JavaFX dem raubeinigen Actionhelden in Bezug auf hybride Webanwendungen zumindest Konkurrenz machen kann.

„Nur Chuck Norris kann hybride Desktopanwendungen“ lautet der Titel einer deiner JAX-Sessions. Was genau verstehst du unter einer hybriden Desktopanwendung?

Alexander Casall: Das Prinzip von hybriden Anwendungen ist ja in aller Munde und hat verschiedene Ausprägungen. Ziel ist es Code zu sparen, wenn man mehrere Plattformen unterstützen will. Am verbreitetsten ist das Prinzip auf Mobilgeräten. HTML5 / JavaScript Anwendungen werden in Webcontainern gerendert und imitieren, mehr oder weniger gut, native Anwendung auf dem Mobile Device. Das gleiche Prinzip lässt sich auf dem Desktop mit der JavaFX-WebView umsetzen. Ziel ist es, Teile von Webanwendungen in Desktopanwendungen zu integrieren.

Und nun zu Chuck Norris: Warum macht JavaFX dem guten Chuck in Bezug auf hybride Webanwendungen zumindest Konkurrenz?

Alexander Casall: JavaFX stellt einen Webcontainer (WebView) bereit, der die WebKit-Engine verwendet. Dieser Container kann Webcontent in JavaFX Anwendungen integriert darstellen. Man hat zudem verschiedene Möglichkeiten von der Java-Welt in die Web-Welt und umgekehrt einzugreifen. Diese Möglichkeiten stellen wir in der Session vor.

Wo stehen wir denn generell bei JavaFX? Was hat sich da in den letzten Monaten getan?

Alexander Casall: Gerade auf der Nutzer- / Kundenseite tut sich einiges. Wir haben im letzten und diesem Jahr mehrere JavaFX-Projekte begonnen bzw. abgeschlossen. Gerade Migrationsszenarien (Swing 2 JavaFX) sind ein heißes Thema. JavaFX ist mittlerweile salonfähig.

Mit Update 40 kamen Features, wie die Dialog API, hinzu die bis jetzt gefehlt haben. Neben vielen Bugfixes sind auch kleinere Helferlein wie der TextFormatter, welcher zur Validierung von TextInputControls verwendet werden kann, dazu gekommen. Leider sind in den letzten Monaten auch einige unerfreuliche Dinge passiert. Oracle hat den ARM Support für JavaFX gedroppt, was bei einigen unserer Kunden Irritation ausgelöst hat. Ich bin gespannt wie sich dieses Thema weiter entwickelt.

Wie steht es um das Tooling rund um JavaFX? Welche IDE bietet derzeit den besten JavaFX Support? Welche zusätzlichen JavaFX-Tools kannst du empfehlen?

Alexander Casall: Ich hüte mich von der „besten“ IDE mit JavaFX Unterstützung zu sprechen. Man kann aber sagen, dass Netbeans, Eclipse und IDEA einen sehr guten Support bieten. Weitere Must-Haves sind der Scene Builder, der mittlerweile nicht mehr von Oracle zum Download angeboten wird, sondern von Gluon. Gluon bietet übrigens auch ein Netbeans-Plugin zum Erstellen von Crossplattform-JavaFX Apps (iOS, Android, Desktop). Last but not least empfehle ich Scenic View zum Debuggen von JavaFX Oberflächen.

Was zeigst du den Leuten sonst noch auf der JAX – im Workshop und beim JavaFX 8 Jumpstart?

Alexander Casall: Schwerpunkte sind Konzepte und Features von JavaFX und wie diese gewinnbringend in der Anwendungsentwicklung eingesetzt werden können. Auch Architekturfragen werden dabei eine Rolle spielen.

Alexander Casall arbeitet seit ca. 5 Jahren bei der Saxonia Systems AG als Softwareentwickler. Sein tägliches Brot verdient er mit der Implementierung moderner Multi-Touch-Applikationen (JavaFX) und widmet sich zudem der iOS-Entwicklung (www.buildpath.de). Alexander veröffentlicht Artikel in Fachzeitschriften, hält Vorträge auf Konferenzen (JavaOne, JAX, W-JAX) und ist bei User Groups aktiv

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