Cloud Native – geht’s konkreter?

Java Magazin 12.19 erschienen: Knative – Serverless Workloads auf Kubernetes

Sebastian Meyen

Cloud Native“, erzählt man uns, sei das Architekturparadigma für die nächsten zehn Jahre. Aber: gehts auch ein bisschen konkreter?
Fangen wir mal so an: natürlich gibt es heute viele Architekturen, die noch auf dem klassischen Schichtenmodell aus J2EE-/Java EE-Zeiten basieren, und gewiss haben die meisten davon noch lange eine technische und ökonomische Existenzberechtigung. Um sie soll es hier nicht gehen.

Neuere Systeme jedoch kommen ohne Architekturansätze wie Microservices, Container(-Orchestrierung) und cloudbasierte Provisionierung selten aus und verlassen somit das in die Jahre gekommene Schichtenmodell.

Schauen wir zuerst auf den Container: Nachdem Docker die Herzen der Entwickler*innen im Sturm eroberte, erkannte man, dass mit wachsender Zahl deren Verwaltung schwierig wird. Man musste etwas Neues erfinden, um das Problem, das entstanden war, nachdem wir ein anderes gelöst hatten, in den Griff zu kriegen.

Es kam Kubernetes, und seitdem schrauben nicht wenige Java-Entwickler an aufwendigen Docker-Kubernetes-Infrastrukturen herum. Und da sich die meisten Entwickler*innen aber eigentlich auf den Businesscode konzentrieren sollen und nicht in jedem Projekt das Infrastrukturrad neu erfinden, macht unsere Branche das, was sie am besten kann: sie führt eine weitere Abstraktion ein.
Also automatisieren wir jetzt Kubernetes, das ja Docker automatisieren soll, das ja das Deployment von Softwareanwendungen standardisieren soll – die Stunde von Knative ist da.

Knative steuert nun Kubernetes und entwickelt dabei gleich geeignete Netzwerktopologien, um die Services verfügbar und skalierbar zu machen. Zudem unterstützt es beim Aufbau eventbasierter Architekturen, die ja im Umfeld von Cloud, Serverless, Kafka & Co. heute so gefragt sind.

Wir haben uns Knative genauer angesehen: unser Titelthema erklärt seine drei wichtigsten Kompoenten: Serving, Eventing und das optionale Tekton.

Die speziellen Probleme, die Java, wenn es in Container verpackt wird, verursachen kann, werden übrigens mit einem weiteren Projekt, das derzeit äußerst „hip“ ist, angepackt: Quarkus stellen wir Ihnen aber erst im nächsten Java Magazin ausführlich vor.
Sie sehen, es lichten sich die Wolken und es zeichnet sich für das lange Zeit nebulöse Cloud-Native-Paradigma allmählich ein konkretes Szenario ab.

Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Herbst!

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