Junior!

Java Magazin 1.20 erschienen: GraalVM und die Jagd nach der Performance

Dominik Mohilo

Abenteuer, oder Âventiure, wie es im Mittelhochdeutschen noch hieß, sind die Grundlage für viele Geschichten und Sagen: Von höfischen Dichtungen, die von Artus und den Rittern der Tafelrunde erzählen, über die Helden aus Jules Vernes Romanen bis hin zu modernen Vertretern auf der Leinwand und in Videospielern wie Lara Croft oder Indiana Jones. Ikonisch dabei sind Gefahren, die überstanden werden müssen, und Schätze, die es zu bergen gilt. Der Grundtenor ist also die Spannung.

Betrachtet man das Java-Ökosystem, so sind Begriffe wie „Abenteuer“ und „Spannung“ vermutlich nicht das Erste, das einem in den Sinn kommt, und wirken fast etwas deplatziert. Oracle hatte nach der Übernahme von Sun gerade das „Unspannende“, das Beständige von Java auf den Fahnen stehen. Schließlich ging es – und geht es – auch ums Geschäft. Und auch der Wahlspruch „Write once, run everywhere“ zeugt nicht gerade von Abenteuerlust, wenn man ehrlich ist.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine spannenden Entwicklungen im Java-Universum geben kann, auch der Duke bzw. seine Jünger können von Zeit zu Zeit ein wenig Durst nach Aufregung verspüren. Der Ort, solche Anwandlungen auszuleben, waren einst die Sun Labs. Diese Initiative, deren Ziel die Forschung und Förderung neuer Technologien war, gibt es auch heute unter dem Namen Oracle Labs noch. In jenen Oracle Labs ist auch vor einigen Jahren die Idee gereift, die etwas staubige – wenn auch höchst zuverlässige und exzessiv optimierte – Java Virtual Machine (JVM) neu zu erfinden. Mit der Veröffentlichung des ersten produktionsreifen Releases der GraalVM könnte dieser große Schritt nun gelungen sein.

Die neue Virtual Machine wurde selbstverständlich mit der Performance im Kopf entwickelt und soll in erster Linie schneller starten, sich besser integrieren lassen sowie insgesamt performanter sein. Aktuelle Tests untermauern diesen Anspruch als durchaus gelungen. Grund genug, uns diese technologische Weiterentwicklung einmal genauer anzusehen. Eine theoretische Einführung zum Thema gibt Wolfgang Weigend in seinem Artikel „GraalVM startet durch“, der sich insbesondere mit den grundlegenden Eigenschaften der GraalVM und deren Performance sowie möglichen Einsatzbereichen beschäftigt. Eine gute Grundlage für die wagnisreiche Jagd nach der Performance.

Dass auf der JVM nicht nur Java-Anwendungen ihr Zuhause haben, sondern auch Sprachen wie Scala, Kotlin, Clojure oder Groovy laufen, machte die virtuelle Maschine bereits recht polyglott. Doch auch ganz fremde Vertreter wie etwa JavaScript wurden durch Projekte wie Nashorn auf der JVM heimisch. Die GraalVM hingegen wird mit dem Truffle API ausgeliefert, das theoretisch jede Programmiersprache zur „JVM-Sprache“ werden lässt. Lars Hupel nimmt Java-Entwickler in seinem Artikel „Das eierlegende Truffleschwein“ mit auf eine Abenteuerreise über die Grenzen des Java-Ökosystems hinaus.

Nun heißt es also: Raus aus dem miefigen Alltagstrott und hinaus in die Wildnis. Ich verspreche Ihnen, es lohnt sich.

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare

2
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
4000
1 Kommentar Themen
1 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
2 Kommentatoren
Redaktion JAXenterTestP Letzte Kommentartoren
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu:
TestP
Gast
TestP

Hi, ich wollte das Heft bestellen. Aber irgendwie finde ich auf der Website keinen Button mit dem ich eine Bestellung aufgeben kann.

Grüße

Redaktion JAXenter
Mitglied

Hi TestP,

leider bieten wir die Möglichkeit, Hefte einzeln zu bestellen, nicht mehr an. Allerdings solltest du es im gut sortierten Bahnhofskiosk noch finden 🙂

Liebe Grüße,
dein JAXenter-Team