Neues Release des Versionskontrollsystems Git

Git 2.25 ist da: Sparse Checkouts und teilweises Klonen

Katharina Degenmann

© Shutterstock / fatmawati achmad zaenuri

Das Versionskontrollsystem Git hat sein erstes Update im neuen Jahr erhalten und ordentlich an der Version 2.25 geschraubt. Das neue Release hat insgesamt 500 Commits von 84 Leuten vorzuweisen, wobei das Hauptaugenmerk auf der Vereinfachung des Sparse Checkouts liegt.

Die wohl größte Neuerung sind die sogenannten Sparse Checkouts. Bei diesem „dünnen Auschecken“ handelt es sich um den Prozess, eine Liste von Dateipfadmustern in die eigene Arbeitskopie einzufügen, sollte man den Inhalt des Repositorys auschecken. Im Grunde genommen funktioniert es wie .gitignore, außer dass es sich auf den Inhalt der Arbeitskopie und nicht auf den Index bezieht. Ein Nachteil war hier bislang, dass es sich meist um große Dateien handelte, weshalb das Auschecken ziemlich schwer zu spezifizieren war.

Sparse Checkouts vereinfacht

In Git 2.25 wurde nun der Befehl git sparse-checkout eingeführt, der durch das Definieren von Mustern das Sparse-Checkout-Management insgesamt vereinfachen soll.

Mit dem neuen Befehl stehen zudem vier Unterbefehle zur Verfügung set, list,init und disable. Durch sie lässt sich die Liste der Pfade zum Checkout festlegen, die aktuelle Liste drucken und das Sparse Checkouts aktivieren bzw. deaktivieren.

Teilweises Klonen und der Cone-Modus

Eine weitere Neuerung, die zur Vereinfachung beitragen soll, sind die sogenannten Partial Clones. Bislang hat der Klon eines Git-Repositorys all seine Daten kopiert, selbst wenn nur ein Teil der Daten für den Entwickler relevant war. Vor allem bei sehr großen Repositorys stellte sich das, bezogen auf die Kosten für die Netzwerkübertragung und den lokalen Speicher, als hinderlich dar. Mit Git 2.25 besteht nun die Möglichkeit, einen „teilweisen“ Klon auszuführen bzw. nur einen Teil der Repositorys zu klonen und mit ihnen zu arbeiten, ohne deren gesamten Inhalt zu besitzen.

Natürlich muss Git mitgeteilt werden, welche Objekte beim Auschecken des Repositorys übersprungen werden können, um tatsächlich auschecken zu können. Um dies zu ermöglichen, kommen wiederum die Sparse Checkouts ins Spiel.

Ein weiteres Feature, das sich auf die Sparse Checkout bezieht, ist der Cone-Modus. Zwar lassen sich mithilfe des neuen Befehls (Sparse Checkouts) beliebig komplexe Muster erstellen, allerdings kann sich die Auswertung negativ auf die Performance auswirken. Deshalb ist in Git 2.25 ebenfalls der neu eingeführt Cone-Modus aktiviert – git config core.sparseCheckoutCone. Dieser schränkt die möglichen Regeln zugunsten der Performance ein. Anstelle von beliebigen .gitignore-Mustern kann so festgelegt werden, ob alle Pfade oder alle Dateien (innerhalb eines gegebenen Unterverzeichnisses) ausgecheckt werden sollen. Standardmäßig bezieht die Versionsverwaltung alle Dateien im Stammverzeichnis des Repository ein.

Git 2.25: Sämtliche Änderungen im Überblick

Ebenfalls mit an Bord ist ein verbesserter Debugging-Support beim Lazy Cloning und die git-Multipack-Index-Funktionalität verfügt über Fortschrittsanzeigen.

Weitere Informationen zu sämtlichen neuen Features und den Bugfixes gibt es auf dem Blog von GitHub und natürlich in den offiziellen Release Notes.

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Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina ist hauptberuflich hilfsbereite Online- und Print-Redakteurin sowie Bücher- und Filme-Junkie. Nebenbei ist sie Möchtegern-Schriftstellerin, die heimlich hofft, eines Tages ihr Geld als Kaffee-Testerin zu verdienen. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH, davor hat sie Politikwissenschaft und Philosophie studiert.
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