So wurde abgestimmt!

Copyright oder Fair Use bei der API-Nutzung? – So haben Sie abgestimmt!

Katharina Degenmann

© Shutterstock / create jobs 51

Der Java-API-Krieg zwischen Google und Oracle hat sich mittlerweile zu einem Präzedenzfall entwickelt, der die Community schwer in Atem hält. Während Oracle behauptet, Google hätte seine Technologie „gestohlen“ und gegen das Urheberrecht verstoßen, kämpft Google für „offene Innovation“ und Faire Use. Wir wollten genauer wissen, was die Community darüber denkt und haben Sie gefragt, ob APIs vom Urheberrecht geschützt oder free-to-use sein sollten. Nun ist die Umfrage beendet und zeigt ein klares Ergebnis!

Mit der Übernahme von Sun Microsystems im Jahr 2010, hat Oracle auch die Rechte der Programmiersprache Java gekauft. Der Suchmaschinenriese Google hat für sein Betriebssystem Android hingegen auf Schnittstellen und Elemente der Software Java zurückgegriffen – etwa 11.000 Zeilen Java-Code um genau zu sein. Illegitimerweise wie, Oracle behauptet, und hat 2010 prompt Klage gegen Google eingereicht (siehe Infografik).

2018 hat das Berufungsgericht allerdings entschieden, dass Googles Nutzung NICHT unter die Klausel des Faire Use falle. Die Begründung des Gerichts lautete:

The fact that Android is free of charge does not make Google’s use of the Java API packages noncommercial. Giving customers ‘for free something they would ordinarily have to buy’ can constitute commercial use.

Zwar sei Android kostenlos, dennoch habe Google durch Android Werbeeinnahmen von über 42 Milliarden Dollar kassiert. Doch das ließ der Suchmaschinenriese natürlich nicht auf sich sitzen und wendete sich kurze Hand an die nächste Rechtsinstanz – den Supreme Court.

Oracle vs. Google

Oracle bietet die APIs grundsätzlich jedem kostenlos an, der Java-Anwendungen für Computer und mobile Geräte entwickelt. Verwendet man APIs jedoch für eine konkurrierende Plattform wie beispielsweise Android oder implementiert sie in elektronische Geräte wie Smartphones, muss man eine Lizenz erwerben.

Google wiederum sieht in der Verwendung der Java-Schnittstellen eine faire Nutzung, da es Android kostenlos zur Verfügung stellt und damit die APIs nicht auf kommerzielle Weise nutze. Der Einsatz von Java APIs fällt daher, zumindest für Google, unter die Fair-Use-Regelung. Bis Juni 2020 will der Supreme Court entscheiden, ob Google bei der Re-Implementierung der Java-APIs für Android das Copyright von Oracle verletzt hat.

Ein Präzedenzfall

Mittlerweile hat sich der Java-Krieg zu einem Präzedenzfall entwickelt, dessen Urteil für die Software-Branche entscheidend ist. Denn was alle Entwickler derzeit beschäftigt, ist die zentrale Frage: Kann einem Unternehmen der Zugang zu grundlegenden Code-Elementen durch das Urheberrecht verweigert werden bzw. unterliegen APIs oder Code-Elemente dem Urheberrecht?

Gerade für eine Software-Welt, die von Open-Source-Projekten geprägt ist, wird die Entscheidung des Supreme Courts wegweisend sein.

Das sagt die Community

Während Google ein immer größeres Netz an Unternehmen und Privatpersonen hinter sich versammelt, interessiert uns vor allem ihre Meinung.

Quelle: jaxenter.de

Insgesamt 125 Personen haben uns verraten, wie APIs bzw. grundlegende Code-Elemente zur Nutzung bereitstehen sollten. Mehr als Dreiviertel der Teilnehmer spricht sich dafür aus, dass APIs/Code-Elemente free-to-use zur Verfügung stehen sollten. 13 Prozent der Teilnehmer findet, dass APIs/Code-Elemente vom Urheberrecht geschützt werden müssen. Etwas weniger gaben an, dass sie das Ganze überhaupt nicht beunruhigt bzw. interessiert.

Die Entscheidung zur Rechtmäßigkeit der Verwendung obliegt nun also dem Supreme Court. Doch wie der Aussang des Prozesses aussehen wird, ist bislang immer noch unklar.

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina ist hauptberuflich hilfsbereite Online- und Print-Redakteurin sowie Bücher- und Filme-Junkie. Nebenbei ist sie Möchtegern-Schriftstellerin, die heimlich hofft, eines Tages ihr Geld als Kaffee-Testerin zu verdienen. Von Februar 2018 bis Februar 2020 hat sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH gearbeitet, davor hat sie Politikwissenschaft und Philosophie studiert.
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