von Kishori Sharan

Buchtipp: Java 13 Revealed

Tam Hanna

Der Apress-Verlag erregte in Zusammenarbeit mit Kishori Sharan Aufmerksamkeit, als „Java 9 Revealed“ vergleichsweise schnell nach der Auslieferung des neuen JDK auf den Markt kam und Entwickler über die Neuerungen informierte. Gut zweieinhalb Jahre später folgt „Java 13 Revealed“ – das Werk möchte die Neuerungen von Java 10 bis Java 13 vorstellen.

Autor

Kishori Sharan

Titel

Java 13 Revealed

Untertitel

For early Adoption and Migration

Seiten

273

Preis

34,31

Verlag

Apress

Jahr

2019

ISBN

978-1-4842-5407-3

Der Autor betont im Vorwort des 273 Seiten langen Buchs an mehreren Stellen, dass die acht Kapitel des Werks jeweils auch für sich stehen können – wer sich also nur für bestimmte Teile interessiert, muss den Schinken nicht zur Gänze durchackern.

Fragt man Schlomo Normalentwickler nach dem Unterschied zwischen Java und JavaScript, so nennt er normalerweise die fixe Typisierung von Java als wichtigsten Unterschied. Java 13 bricht das durch Einführung des in C# seit einiger Zeit bekannten Var-Statements auf. Der immensen Wichtigkeit dieser Änderung geschuldet, spendiert der Autor dieser Thematik das erste Kapitel: Darin erklärt er, wie die Typinferenz funktioniert und unter welchen Umständen man Var nicht verwenden darf. Darauf folgt ein zweites, eher kurzes Kapitel, das das alte und das neue Release-Management-Modell von Oracle gegenüberstellt und Wege beschreibt, wie man per Reflektion mehr über den Versionsstand der gerade aktuellen Ausführungsumgebung erfahren kann.

Die Entwicklung des HTTP-Client-API ist an sich eine lange Geschichte: Das erste Paket erschien als Inkubator-Modul im JDK 9. Diese umfassende Geschichte hindert den Autor jedoch nicht daran, in seinem Buch eine sorgfältige und detaillierte Vorstellung dieses in der Praxis sehr wertvollen Moduls zu geben.

Für erfahrene Java-Entwickler dürfte der Prozess der Kompilation vor der Programmausführung kein wirkliches Hindernis sein. Denken Sie dabei allerdings immer auch an Quereinsteiger, die von JavaScript oder Python kommen, für sie stellt die Arbeit mit dem Java-Compiler ein ungewohntes zusätzliches Hindernis dar. Oracle begegnet diesem Problem durch die permanente Erweiterung des Java-Launchers, der nun auch nicht kompilierte Programme ausführen darf. Das ist Thema des vierten Kapitels, das die verschiedenen Arten des Programmstarts ohne Kompilation im Detail expliziert.

Ein alter Kalauer besagt, dass man die Konsequenzen einer Änderung in einer Programmiersprache erst erkennt, wenn Entwickler sie im täglichen Leben anwenden. Das fünfte Kapitel beginnt deshalb mit der Erklärung der Rolle von Preview-Features im Lebenszyklus der Java-Plattform, um danach die erweiterte Switch-Selektion vorzustellen. Dieses derzeit noch in aktiver Entwicklung befindliche Feature ist insofern beeindruckend, als es die Syntax der Selektion wesentlich ausdrucksstärker gestaltet. Darauf folgen noch – ähnlich umfangreiche – Überlegungen zum Textblock-API und zum Teilen von Daten zwischen Klassen. Da die Weiterentwicklung von Java naturgemäß auch mit neuen Entwicklungswerkzeugen einhergeht, befasst sich das achte und letzte Kapitel mit dieser Thematik.

Das vorliegende Buch ist sauber lektoriert und auch für Nichtmuttersprachler problemlos verständlich. Wer sich bisher nicht mit den neuen Funktionen von Java 10 bis Java 13 auseinandergesetzt hat, findet hier eine adäquate Einführung in die wichtigsten Besonderheiten. Dank des flotten Schreibstils hat man die 300 Seiten schnell durch – der Preis ist in Anbetracht dessen mehr als gerechtfertigt.

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Tam Hanna
Tam Hanna
Tam Hanna befasst sich seit der Zeit des Palm IIIc mit der Programmierung und Anwendung von Handcomputern. Er entwickelt Programme für diverse Plattformen, betreibt Onlinenewsdienste zum Thema und steht unter tamhan@tamoggemon.com für Fragen, Trainings und Vorträge gern zur Verfügung.
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