Happy Birthday Java!

Java wird 20: Celebrate good times, come on!

Hartmut Schlosser

Oracle feiert 20 Jahre Java. Welches Datum genau für den 20. Geburtstag von Java anzusetzen ist, fällt zwar schwer zu sagen, doch gilt das Jahr 1995 gemeinhin als dasjenige, in dem Java offiziell das Licht der Welt erblickte. Java-Erfinder James Gosling kommentiert auf SDTimes: „I wrote my goal for 1995 as getting 10,000 people to download Java and try it.” Schon 1995 sollte diese „kühne“ Zielsetzung übertroffen werden.

Javas Geburtsstunde: IoT 1.0

Anfang nahm das Projekt, das später den Namen „Java“ erhielt, freilich schon früher. 1990 begannt Sun Microsystems damit, eine Expertengruppe zusammenzustellen, um das Potenzial des aufkommenden Marktes für Consumer-Elektronik zu untersuchen. Auch James Gosling wurde in diese Gruppe namens „green“ berufen, der sich erinnert, dass zu dieser Zeit unzählige Gerätschaften wie Aufzüge, Kühlschränke und Mobil-Telefone mit Prozessoren ausgestattet wurden, ohne dass die Computer-Industrie davon Notiz nahm:

We looked at everything from control systems for elevators, locomotives, home electronics, to early cell phones. They all had processors in them. Pretty much the whole computer industry was ignoring that, and they were largely ignoring the computer industry. James Gosling in: SD Times: Twenty years of Java through its creator’s eyes

Erstes greifbares Ergebnis des Green-Teams war das Home-Entertainment-Gerät „Star7“, in dem erstmals auch eine neue, Prozessor-unabhängige Programmiersprache eingesetzt wurde: Oak (Object Application Kernel – der Legende nach aber einfach nach dem Eichenbaum vor Goslings Büro benannt). Auf dem Star7-Touch Screen feierte übrigens auch der Duke seinen ersten Auftritt als Smart Agent, der den User durch die Bedienung des Gerätes führen sollte.

Duke_Wave

Java bewegt das Internet

Dass die Industrie kein Interesse an Star7 zeigte, erweist sich aus heutiger Sicht als Glücksfall. Gezwungenermaßen verschob sich der Fokus des Green-Teams dadurch auf Desktop-Plattformen und Online-Services für das gerade Fahrt aufnehmende Internet. Im HotJava-Browser des Green-Teams konnte man beispielsweise bewegliche Objekte auf den Bildschirm zaubern – ein Novum, dessen Faszinationskraft heute vielleicht nicht mehr ganz nachvollziehbar ist.

Im März 1995 wurde der Quellcode der mittlerweile von Oak in Java umbenannten Programmiersprache schließlich über das Internet frei zum Download angeboten. Am 23. Mai 1995 kündigten dann John Gage von Sun und Marc Andreesen, Mitbegründer von Netscape, offiziell die Version 1.0a2 der Java-Programmiersprache an – zusammen mit der eigentlichen Sensation: Der damals führende Netscape Browser würde Java von Haus aus unterstützen. Java war geboren.

Write Once, Run Anywhere

Was dann folgte ist Geschichte: Um das Mantra „Write Once, Run Anywhere“ bildete sich eine Art Allianz wichtiger Industrie Player, die das vergleichsweise offene Java-Modell der proprietären Microsoft-Welt entgegenstellte: IBM, BEA, Ericsson, Sony, HP, Siemens, Intel, Nokia… Gemeinsam offene Standards für gängige IT-Probleme lösen, satt hinter verschlossenen Türen stets das Rad neu erfinden, lautete das Motto. Nach Version 1.0 der Java-Programmierumgebung im Jahr 1996 folgten bis heute 8 weitere große Java-Versionen. Noch wichtiger: Java wurde als Plattform immer weiter ausgebaut – Standard Librarys, APIs, JVM, ME/SE/EE-Distributionen, Tools, Frameworks, etc.

Die Frage, wieviel vom damaligen Spirit übrig geblieben ist, darf gerne jeder für sich beantworten. Heute sprechen vor allem die Fakten für Java: Laut Oracle gibt es über 9 Millionen Java-Entwickler und 7 Milliarden Java-Installationen weltweit. Eine Zahl, die sich auch James Gosling nicht hätte träumen lassen.

JAXenter wünscht der alten Dame Java alles Gute: Auf dass es nochmals mindestens 20 Jahre sein mögen!

JAX 2015 | MainzGeburtstagsfeier auf der JAX 2015: Sebastian Meyen und Brian Goetz

Java wird 20. Was wünscht Ihr der Java-Plattform für die nächsten Jahre?

Und so schließen wir mit einer Sammlung an Geburtstagswünschen von JAXenter-Autoren: Happy Birthday Java!

 

Ich wünsche alles Gute und hoffe, dass wir so gute Freunde bleiben, wie wir heute sind. Wir sprechen die gleiche Sprache. Java – du bist echt in Ordnung! Martin Dilger (Effective Trainings & Consulting)

 

So viel Stabilität wie in der Vergangenheit und mehr Mut zu Neuem. Jens Schauder (T-Systems, JUG Ostfalen)

 

Java ist immer noch eine relativ einfache Sprache. Komplexe Sprachkonstrukte, deren praktischer Nutzen zweifelhaft ist, sollten auch in Zukunft ausgelassen werden. Die JVM als Plattform sollte sich noch weiter für andere Sprachen als Java öffnen. Die Richtung stimmt hier aber schon. Oliver Zeigermann (zeigermann.eu)

 

Java hat inzwischen eine gewaltige Eigendynamik bekommen. Für die Zukunft wünsche ich der Sprache eine vernünftige Modularisierung und Orientierung an den Bedürfnissen einer immer heterogeneren (kann man das steigern?) Industrie. Uwe Sauerbrei (Sauerbrei IT Consult, JUG Hamburg)

 

Mit 20 Jahren hat man die ersten großen Räusche inkl. darauffolgender Katertage üblicherweise schon hinter sich. Ich denke, das ist eine passende Metapher für die Historie von Java. Mit 20 Jahren blickt man zuversichtlich in die Zukunft. Meiner Meinung nach kann das Java auch machen. Was wünscht man einem Zwanzigjährigem für seinen weiteren Lebensweg? Love (durch die Community), Peace (auf unserem Planeten) und Happiness (seiner Enwickler)! Bernhard Löwenstein (javatraining.at)

 

Stabilität, Kontinuität und dass die Führung die gleiche bleibt. Die letzten Jahre waren eindeutig gute Jahre in der Entwicklung von Java, wenn manches auch vielleicht hätte schneller gehen können. Joachim Arrasz (synyx GmbH & Co. KG, @arrasz)

 

Ich bin sehr zufrieden mit Java als Sprache und der JVM als Plattform. Beide ermöglichen mir, robuste, performante und wartbare Software zu schreiben, mich gleichzeitig mit neuen Sprachen und Konzepten zu beschäftigen und mich in einer exzellenten, erfahrenen Community zu bewegen.

Ich würde meinen Wunsch dreiteilen: Java wünsche ich, dass die Sprache weiterhin einfach bleibt und trotzdem wichtige Konzepte und Innovationen aus anderen Sprachen adaptiert – wie mit Java 8 geschehen. Der JVM wünsche ich, dass diese weiterhin eine Plattform für neue Sprachen und Konzepte bietet und ihren Wirkungskreis auch zukünftig immer erweitert, was beispielsweise im IoT-Universum schon sehr gut gelungen ist, und der Community wünsche ich, dass diese weiterhin so aktiv, professionell und motiviert bleibt, damit wir den Anschluß an den neuen alten Mitspieler JavaScript nicht verlieren. Alexander Culum (DekaBank, JUG Frankfurt)

 

Was man guten Freunden zum Geburtstag wünscht: „Bleib wie’d bisch!“ Dierk König (Canoo Engineering AG)

 

Die Sprache sollte sich inkrementeller und in kürzeren Iterationen weiterentwickeln. D.h. nicht immer über eineinhalb Jahre warten, bis es eine neue Major-Version mit neuen Features gibt, sondern auch zwischen den Major-Releases mit neuen Features auf den Markt kommen. Sicherlich nicht einfach, wenn man Standards und Kompatibilitäten berücksichtigen muss. Aber Herausforderungen sind ja zum Lösen da. Vielleicht gelingt es auch, den Boilerplate-Code noch weiter zu reduzieren. Das wäre sicherlich in jedermanns Interesse. Die Plattform wird sich weiter für andere Sprachen öffnen. Momentan geschieht das für die Skriptsprachen, und wer weiß, was noch so alles passiert. Die JVM hat das Zeug, zu DER Basisplattform für viele Sprachen zu werden. Niko Köbler (Qualitects Group)

 

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. #java #eclipse #devops #machinelearning #seo. Zum Lächeln bringen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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