Java-Updates werden neu nummeriert – und kommen häufiger

Hartmut Schlosser

Oracle ändert das Update-Schema für Java SE. Aufgrund der prekären Sicherheitslage um das Java-Browser-Plug-in sieht sich Oracle gezwungen, sowohl die Frequenz der Updates zu erhöhen als auch ein neues Nummerierungssystem einzuführen.

Die grundsätzliche Aufteilung in Limited Update Releases, die neue Funktionalitäten einführen, und Critical Patch Updates (CPUs), die nur Sicherheitsprobleme beheben, wird beibehalten. Neu ist, dass Limited Update Releases ab sofort mit Vielfachen von 20 versioniert werden. So wird das nächste Release dieser Art die Bezeichnung 7u40 tragen.  Critical Patch Updates sollen weiterhin ungerade Versionsnummern tragen, jetzt aber als Vielfaches von 5, wobei gegebenenfalls um eins erhöht wird, um die Nummer ungerade zu halten.

Das klingt zwar wenig intuitiv, ist aber deshalb nötig, um freien Zahlenraum zwischen Releases zu gewinnen. So können nachträglich außerordentliche Releases (Oracle nennt als Beispiel „Security Alerts“, also dringend notwendige Sicherheitsupdates) einsortiert werden, ohne dass das System inkoheränt wird. In der Vergangenheit war es schon nötig gewesen, spätere Releases aufgrund solcher eingeschobener Updates umzubenennen.

Wir können uns jetzt also auf die folgenden planmäßigen Updates für JDK7 einstellen:

– Limited Update Release: 7u40
– Critical Patch Updates:   7u45, 7u51, 7u55
– Limited Update Release: 7u60
– Critical Patch Updates:   7u65, 7u71, 7u75

Rechnen können wir außerdem mit Zwischenreleases, die „nach Bedarf“ eingeschoben werden. Diese Änderung ist zu begrüßen, hatte sich die bisherige Praxis, Sicherheitsupdates nur dreimal jährlich zu fixen Daten bereit zu stellen, als unzureichend erwiesen. Gefährlichen Zero-Day-Exploits kommt man mit einem derart dünnmaschigen Sicherheitsnetz nicht bzw. zu spät bei.  Ob die User und Admins allerdings bereit sind, jedes der Updates sofort einzuspielen, steht auf einem anderen Blatt.
 

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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