Java-Magazin-Zeitreise

Java-Retrospektive: Eigene Mailsysteme mit JavaMail und Apache James

Bernhard Löwenstein

Herzlich willkommen zum zweiten Rückblick um sieben Jahre. Dieses Mal werden wir das Java Magazin 2.2005 unter die Lupe nehmen. Titelthema dieser Ausgabe war das Versenden und Empfangen von E-Mails unter Java. Vorgestellt wurde hierbei einerseits das JavaMail API, andererseits erhielt der Leser eine Einführung in den auf dieser Schnittstelle basierenden Apache James. Es handelt sich bei zweiterem um einen vollständig in Java implementierten Mailserver. Dank seines Mailet API (vgl. Servlet) lassen sich die Mails recht einfach und effizient verarbeiten. James ist nach wie vor eines der Top-Level-Projekte von Apache und erscheint demnächst in der Version 3.

Weiterhin wurde dem Leser eine der wichtigsten Neuerungen der J2SE5 nähergebracht: Annotationen. Der Autor des zugehörigen Artikels Dirk Frischalowski merkte richtigerweise an, dass sie zukünftig eine große Rolle spielen werden. Und er sollte Recht behalten, denn ohne sie wäre die neue Einfachheit in Sachen Java-Enterprise-Programmierung definitiv nicht möglich gewesen. Dort, wo früher umständlich von einer Basisklasse abgeleitet oder ein bestimmtes Interface implementiert werden musste, reicht heute eine Annotation, und schon wird aus einem einfachen POJO die gewünschte Java-Enterprise-Komponente.

Java Magazin 2.2005

Mit der Synchronisation von Threads in nebenläufigen Abläufen beschäftigte sich Michael Wiedeking in dem Java-Knigge. Er zeigte, wie man ein Singleton richtig initialisiert, sodass der eigentliche Instanziierungscode tatsächlich nur einmal aufgerufen wird. Seine Lösung setzte dabei das Entwurfsmuster Double-checked Locking um.

Den Bericht über den Geronimo verfasste mit Lars Röwekamp ein nach wie vor sehr aktiver Schreiber für das Java Magazin. Der unter der Schirmherrschaft von Apache entwickelte J2EE-Server sollte eine Alternative zum JBoss AS werden und manche wollten in ihm gar einen „JBoss-Killer“ erkennen können. Wirft man einen Blick auf die erst kürzlich von JAXenter durchgeführte Umfrage „Welcher ist Ihr präferierter Application Server?“, so kann man dieses Vorhaben als gescheitert ansehen. 36 % sprechen sich dort für den Apache Tomcat, 29 % für den JBoss AS und 17 % für GlassFish als den Applikationsserver ihrer ersten Wahl aus. Unter ferner liefen mit gerade einmal 1 % findet sich der Apache Geronimo.

Neu ab dieser Ausgabe war der EJB Corner, in dem Oliver Ihns, ein Mitglied der JSR-220-Expertengruppe, Monat für Monat über die Entwicklungen bezüglich EJB 3.0 berichtete.

Auch das Thema J2EE Classloading wurde behandelt. Neben den grundlegenden Konzepten stellten die Autoren verschiedene Best Practices vor und gaben hierbei Empfehlungen für die Auslieferung von Klassen und Bibliotheken. Nachdem sich die Modulsysteme eher schleppend durchsetzen, liest sich der Inhalt dieses Artikels auch heute noch recht spannend.

Interessant ist, dass es Apache Lucene mittlerweile schon so lange gibt. Der erste Artikel über diese Suchbibliothek war bereits gut zwei Jahr davor im Java Magazin 8.2002 abgedruckt. Im aktuell betrachteten Heft wurde über die Neuerungen in den Versionen 1.3 und 1.4 berichtet, die da wären: Erweiterungen der Anfragesyntax, Span Queries, Suchmaschinen als Client/Server via RMI, austauschbare Berechnungsformeln für die Ergebnisbewertung und variable Ergebnissortierung.

In der TomC@-Kolumne beschrieb Peter Roßbach, wie man einen leistungsfähigen und ausfallssicheren Tomcat-5-Cluster mithilfe von mod_jk aufbauen kann.

Die Frage, was neu im neuen Netbeans-Release ist, beantwortete Lars Wunderlich. Es lieferte Unterstützung für die in der 5er-Java-Version ergänzten Sprachfeatures wie Generics, Enumerations, Annotations, Static Imports etc. Mit gewissem Schmunzeln kann man heute die vom Autor genannten Systemvoraussetzungen betrachten: 1 GB RAM, 800 MHz Prozessor und 125 MB Festplattenspeicher (für Netbeans).

Zu guter Letzt folgte in dieser Ausgabe des Java Magazins noch eine Einführung in XQuery, das definitiv seinen Weg gegangen ist. So mancher prognostizierte auch den XML-Datenbanken eine große Zukunft, doch so ganz schafften sie den Durchbruch dann doch nicht. Mittlerweile finden sie sich im Sammelsurium der NoSQL-Systeme wieder. „Das SQL des 21. Jahrhunderts“ blieb jedenfalls bis dato SQL.

Bernhard Löwenstein (b.loewenstein[at]gmx.at) arbeitet als Projektleiter und Softwareentwickler für die Potsdamer Intervista AG. Er ist außerdem als IT-Trainer und Autor tätig.
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Bernhard Löwenstein
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