Hat die Servermetapher ausgedient?

Java Magazin 12.2016 erschienen: Titelthema „Serverless – der Code im Nichts?“

Sebastian Meyen

„Serverless – der Code im Nichts?“, so haben wir unser Titelthema des aktuellen Java Magazins getauft. Betrachtet man den aktuellen Stand der Cloud-Services bei Amazon Web Services, Microsoft Azure oder der Google Cloud Platform, so verschwindet die gewohnte Servermetapher, die doch Dreh- und Angelpunkt aller Enterprise-Entwicklung gewesen war und ist.

Natürlich läuft der Code auch bei der Cloud keineswegs im Nichts. Aber er läuft immerhin nicht mehr in einem klassischen Server. Und was an dessen Stelle tritt, ist eine Vielzahl an Services. Mit anderen Worten: Als Entwickler kommt man nicht mehr mit dem eigentlichen Server in Berührung, sondern bedient sich einer Vielzahl an Services, die man aufruft, wenn benötigt, und die man wieder fallen lässt, wenn nicht mehr gebraucht.

Lesen Sie auch: Die Serverless Cloud – eine Einführung: AWS Lambda und das Serverless Framework

Dass das Architekturkonzept „Serverless“ eine Menge Vorteile bieten kann, erfahren Sie im aktuellen Schwerpunkt ab Seite 47. Es wird Ihnen nicht entgehen, dass sämtliche Beispiele auf Amazon Web Services (AWS) basieren. Das liegt schlicht und einfach daran, dass AWS auch hier der Pionier ist – wie bei praktisch allen Cloud-Technologien. Die anderen sind gerade noch damit beschäftigt, mit ihren Technologien nachzuziehen.

Auch auf JAXenter.de werden wir das Thema „Serverless“ in den kommenden Tagen näher beleuchten. Seien Sie gespannt auf Interviews, How-tos und Kommentare von Experten.

Auch wird Ihnen bei der Lektüre auffallen, dass die Konzepte Serverless, Microservices und DevOps nicht selten in einem Atemzug genannt werden. Das liegt an den tiefen Verbindungen, die zwischen all diesen Konzepten bestehen und die in ihrer Gesamtheit als neues Architekturparadigma bezeichnet werden können: Willkommen bei den Cloud Natives!

Natürlich sollen auch die möglichen Nachteile von Serverless-Architekturen nicht verschwiegen werden. So entsteht dabei eine Bindung an die Plattform, die die Java-Community in ihrer zwanzigjährigen Geschichte stets gescheut hat, wie der Teufel das Weihwasser. Wie immer im Leben, muss hier gut abgewogen werden.

Auch wenn „Serverless“ derzeit noch nicht auf der Tagesordnung Ihres aktuellen Kunden stehen sollte, empfehle ich Ihnen dringend, sich mit den Konzepten vertraut zu machen. Hoffentlich macht Ihnen unser Schwerpunkt Appetit darauf. Und immerhin war es, dank Cloud, noch nie so einfach und so kostengünstig, ein paar unverbindliche Experimente durchzuführen …

Bleiben Sie neugierig!

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Sebastian Meyen
Sebastian Meyen
Sebastian Meyen ist Chefredakteur des Java Magazins sowie des Eclipse Magazins. Außerdem trägt er die Verantwortung für Programm und Konzept sämtlicher JAX-Konferenzen weltweit. Er begleitet so die Java-Community journalistisch schon fast seit ihren Anfängen. Bevor er zur Software & Support Media GmbH kam, studierte er Philosophie in Frankfurt.
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