Liefern ist besser als Nichtliefern

Java Magazin 5.19 erschienen: Java 12 im Fokus

Sebastian Meyen

Neue JDK-Releases waren einmal wahre Großereignisse: lange erwartet, nicht selten verspätet, und häufig mit einem umstrittenen Featureset. So dauerte es mal kürzer, mal länger, bis sich Kern-Java wieder einmal mehr in Richtung Gegenwart bewegte.

Nun ist das Drama vorüber, Javas Updates kommen berechenbar für alle im Sechsmonatsrhythmus. Oracles JDK-Team hat sich verpflichtet, in hoher Frequenz neue JDK-Releases zu servieren, auch mit dem Risiko, dass das eine oder andere Wunschfeature der Community dann einfach nicht reinkommt. Es kann dann sein, dass es im nächsten Release oder halt im übernächsten nachgereicht wird. Liefern ist im Zweifelsfall besser als Nichtliefern.

So entwickeln alle Beteiligten – das JDK-Entwicklungsteam wie auch die weltweite Community der JDK-Anwender – moderne Routinen für die schnelle Abfolge lauffähiger Java-Versionen. Dies scheint angesichts tiefgreifender Änderungen in der Art und Weise, wie wir teilweise schon heute, erst recht aber in Zukunft, Java-Anwendungen deployen (getrieben durch Docker, Kubernetes, Knative, AWS Lambda, und neuerdings eventuell Quarkus) der richtige Weg zu sein.

Ob Sie nun selbst Ihre Produktivsysteme im halbjährlichen Rhythmus auf die jeweils aktuelle Java-Version aktualisieren oder sich vielmehr auf einen der Anbieter langlebiger, stabiler Java-Versionen verlassen – wir haben es mit einem Java zu tun, das sich derzeit deutlich erfrischt!

Denn noch ein weiteres Merkmal ist neu: gab es bislang praktisch nur eine relevante Java Runtime, gibt es nun eine Auswahl an verschiedenen kostenpflichtigen und kostenlosen Java-Laufzeitumgebungen. Wir haben Ihnen zu diesem Thema eine kompakte Übersicht erstellt.

Und da ich oben das Stichwort schon erwähnt habe: Red Hat hat vor Kurzem mit seinem Open-Source-Framework Quarkus einen interessanten Ansatz für die Zukunft Javas vorgestellt. Als „Container First“-Ansatz soll Quarkus eine Start-up-Zeit im Millisekundenbereich vorweisen und so die bekannten Defizite im Cloud/Container/Microservices-Bereich eliminieren. Als eigener Stack, der auf der GraalVM sowie etlichen MicroProfile-APIs basiert, könnte das Projekt der Java-Welt mehr als nur einen spannenden Impuls geben…

Sie sehen: die alte Java-Welt bleibt ganz schön in Bewegung. Gut für Java. Gut für uns.

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