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The new kid

Java Magazin 3.2017 erschienen: Titelthema „Kotlin – The new kid on the JVM“

Kypriani Sinaris

Stellen Sie sich vor, es ist Fußball-Europameisterschaft. Da gibt es die klassischen Favoriten, mit denen jeder rechnet. Dass sie schon die Gruppenphase meist ohne Probleme überstehen, ist zwar nicht gesetzt, aber wenn sie es tun, dann heißt es: Naja, war doch klar. Und dann kommt plötzlich so eine Mannschaft wie die isländische um die Ecke: unerwartet gut, sympathisch, Erfolgsprognose aber ungewiss. Warum ich Ihnen das erzähle? So ähnlich geht es mir mit Kotlin.

Im letzten Jahr, etwa um diese Zeit, ist die erste Hauptversion der Programmiersprache erschienen. Seitdem begegnet sie mir immer häufiger. Sie ergänzt die Landschaft der JVM-Sprachen, gilt aber aktuell noch eher als Exot. Entwickelt wird sie übrigens im Hause JetBrains, die für ihre Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA bekannt sind.

Nun, was zeichnet Kotlin aus? Für alle die, die nicht alles auf eine Karte setzen möchten, ist die Interoperabilität mit Java erstmal ein guter Anknüpfungspunkt. Man kann beide JVM-Sprachen zusammen verwenden; Teile einer Anwendung, die in Java geschrieben sind, können durch neuen Code in Kotlin ergänzt werden. Der Vorteil? Kotlin verspricht kurze Kompilierzeiten und prägnanten Code. Es gibt aber natürlich auch Elemente, die sich nicht eins zu eins übersetzen lassen. Daher stellt Ihnen Alexander Hanschke im ersten Artikel unseres Kotlin-Schwerpunkts in neun Lektionen vor, wie man mit Exceptions, Nulls oder Objects umgehen sollte, damit alles reibungslos verläuft.

Auch in der Android-Entwicklung spielt Kotlin eine immer größere Rolle. Diese beleuchten wir im zweiten Teil dieses Schwerpunkts. Hier hat die Sprache quasi Heimvorteil: Denn wie Kotlin selbst kommt auch Android Studio von JetBrains – und das ist schließlich die Standard-IDE zum Schreiben von Android-Anwendungen.

Lesen Sie auch: Kotlin: Ein Tutorial für Einsteiger

Ein frischer Ansatz

Im letzten Jahr titelten viele Fachmedien, dass Kotlin der neue Java-Herausforderer sei. So weit würde ich nicht gehen. Java und Kotlin stehen nicht in direkter Konkurrenz.

Welche Sprache man nutzen möchte, das hängt von vielen Faktoren ab. Und natürlich gibt es neben Kotlin noch eine Vielzahl weiterer Alternativen für die JVM. Aber es ist ein frischer Ansatz, Dinge neu, anders zu machen. Einen kleinen, nicht unwichtigen Aspekt dürfen wir hier nicht vergessen: Kotlin ist im Vergleich zu Java jung. Das kann ein Nachteil sein, denn es gibt wenige Erfahrungswerte. Aber es ist auch ein Vorteil: Schaut man auf historisch gewachsene – und teilweise leider verwucherte – Technologien, so erscheint Kotlin als ballastfreie Alternative.

Am Ende hat es die isländische Nationalmannschaft bis ins Viertelfinale geschafft. Das ist nicht der Pokal, aber ziemlich weit für einen Underdog. Mal sehen, wie weit Kotlin kommt.

In diesem Sinne, viel Spaß bei der Lektüre und huh, huh, huh!

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
Kommentare
  1. Jost Schwider2017-02-02 09:54:53

    Kotlin würde ich gar nicht als "frisch" oder "modern" bezeichnen: Die Sprache ist für meinen Geschmack immer noch zu "geschwätzig".
    Zum Vergleich: Das ältere Groovy etwa bietet - trotz 99%er Code-Drop-In Java-Kompatibilität - m. E. eine bessere Lesbarkeit bei deutlich geringerem Codierungsaufwand.

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