Per Anhalter durch das Cloud-Universum

Java Magazin 11.17 erschienen: Titelthema: Die Cloud Landscape

Melanie Feldmann

Die Cloud ist nach wie vor unerforschtes Terrain. Auch die Großen wie Google oder Netflix haben längst noch nicht die Grenzen des Machbaren oder gar des Möglichen erreicht. Doch trotz der weißen Flecken auf der Cloud-Landkarte, kann man sie zum Navigieren benutzen. Das frisch erschienene Java Magazin skizziert den aktuellen Stand der Cloud, ihrer Tools und Technologien, und zeigt wohin die Reise vielleicht geht.

„Das machen wir in der Cloud“ oder „Das liegt dann in der Cloud“ sind Aussprüche, die man öfter zu hören bekommt. Hinter diesen sehr vagen Aussagen steckt oft auch ein sehr vages Verständnis, was die Cloud eigentlich ist. Denn die eine Cloud gibt es eben nicht. Auch die Erklärung, dass Cloud-Anwendungen entfernt auf den Servern eines Cloud-Anbieters laufen, ist kein gemeinsamer Nenner. Denn meine private Cloud samt ihrer Dienste kann ich mir auch im Keller auf die eigenen Server bauen. Erschwerend kommt hinzu, dass Cloud-Technologien sich momentan und höchstwahrscheinlich auch noch in naher Zukunft in rapidem Tempo verändern. Tools tauchen auf, verschwinden wieder oder wechseln die Ausrichtung. Standards sind noch keine festgelegt worden und auch De-facto-Standards sind eher Best Practices als feststehende Richtlinien. Zwar versuchen schon verschiedene Foundations, Initiativen und Unternehmen, Standards zu etablieren, aber der Sieger ist noch lange nicht gekrönt.

Das macht es natürlich für Entwickler schwierig, aus einem „Wir machen das jetzt in der Cloud“ eine konkrete, zukunftssichere Anwendung samt Infrastruktur zu planen und zu bauen. Das erklärt auch die noch immer deutlich spürbare Zurückhaltung in Deutschland, auf die Cloud zu setzen – trotz Digitalisierung und Transformation. Es sind eben nicht nur die vielbeschworenen Bedenken, was Security und Datenschutz betrifft, sondern die Komplexität des Themas, die Unternehmen ausbremst. Außerdem lieben die Deutschen eben ihre Standards. Und die sind in der Cloud noch Zukunftsmusik.

Das heißt natürlich nicht, dass man erst einmal abwarten kann, was mit den Cloud-Technologien so passiert. Es gilt, jetzt auf den fahrenden Zug aufzuspringen, bevor er weg ist. Denn trotz der Dynamik laufen bereits unzählige Anwendungen erfolgreich und zuverlässig in der Cloud. Und man muss auch nicht Netflix sein, um das hinzubekommen. Cloud-Neulinge und bereits aktive Cloud-Architekten nehmen wir in dieser Ausgabe per Anhalter mit in das Cloud-Universum. Der Schwerpunkt liegt auf den sogenannten Cloud-Native-Technologien. Also auf Technologien, die explizit für Cloud-Dienste und -Anwendungen gedacht sind. Daraus ist eine Cloud-Landkarte, die Cloud Landscape, entstanden, die den aktuellen Stand der Technologien und Tools zeigt. Es ist ein Schnappschuss eines sich schnell bewegenden Ziels.

Also packen Sie Ihr Handtuch ein und fliegen los!

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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