Piratenkodex

Java Magazin 10.19 erschienen: Die Wilde 13 – Neues JDK-Release ahoi!

Dominik Mohilo

Romantiker glauben heute, dass ein Piratenkodex etwas mit Richtlinien zu ehrbarem, ethischem und sozialem Verhalten an Bord eines Freibeuterkahns zu tun hatte. Fakt ist jedoch, dass die Herren der See darunter eher so etwas wie einen Arbeitsvertrag verstanden. Darin wurde unter anderem festgelegt, welche Verwundungen wie zu kompensieren waren, welche Position und Rang an Bord welche Belohnung von Beutezügen nach sich zog und welche Strafen auf welche Vergehen standen.

Ein solcher Kodex gilt auch an Bord der „Java“ unter Kapitän Oracle: Seit Version 10 gilt das Versprechen, dass die Crew (aka. die Community) pro Halbjahr einen Schatz in Form eines neuen Releases erwarten darf. Der Unterschied zu den Freibeutern der Historie: Hier bekommt jeder den gleichen Anteil, also die gleichen neuen Funktionen. In unserem Abenteuer besteht dieser Schatz, zu dem unsere Karte auf den Seiten 28–29 führt, aus fünf Kostbarkeiten, nämlich JEP 350 (Dynamic CDS Archives), JEP 351 (Uncommit Unused Memory), JEP 353 (Reimplement the Legacy Socket API), JEP 354 (Switch Expression – Revised) und JEP 355 (Text Blocks).

Long Falk Sippach hat, wie bereits in vergangenen Jahren, die Legenden um den sagenumwobenen Schatz des 13. Cpt. Duke Sparrow für uns zusammengefasst, und seine Geschichte ab Seite 20 wird jedem Schiffsjungen und alten Seeräuber das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Sein Kollege Tim „Gutenbart“ Zöller hat sein Augenmerk diesmal auf die Textblöcke gelegt, die sich ebenfalls in der Schatztruhe befinden (S. 25).

Dass die 13 eine Unglückszahl ist, Freitag der 13. ein Unglückstag, und es in Tavernen oft kein Zimmer mit der Nummer 13 gibt, mag für manche darauf hinweisen, Java 13 sei möglicherweise verflucht. Den Abergläubischen sei empfohlen, eine Prise Salz über die Schulter zu werfen, sich samt Hasenpfote an den Mast zu ketten und Karsten „Sitterbeker“ Sitterbergs Artikel über Testing Frameworks (S. 66) zu lesen – Sicherheit geht schließlich vor.

Wer nicht nur sein eigenes Piratenschiff zu managen hat, sondern der Admiral einer ganzen Korsarenflotte ist, der sollte zur Ausbildung bei Calico Jo Unterstein anheuern. Der gibt mit seiner Einführung in Kubernetes Operators ab S. 78 eine gute Übersicht darüber, wie man seine Schaluppen und Galeonen und deren Ladung sicher über die wilden Ozeane lenkt und ihre Crews im Zaum hält. Im Zweifel wohl mit der Androhung des Kielholens.

Und legt man dann nach einer weiteren Kaperfahrt erschöpft auf der heimischen JVM an, dann trifft man sich am Strand, entzündet ein Lagerfeuer und lauscht den Enterprise Tales von Sir Hruschka & Sir Starke (S. 42) oder den DevOps Stories von Kapitän Konstantin Diener (S. 75), bevor man für das nächste Abenteuer wieder in See sticht.
 
Yo-ho, eine Buddel voll Rum und viel Spaß beim Lesen!

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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