Java ist die Programmiersprache des Jahres 2012

Hartmut Schlosser

Das Popularitätskarussell der Programmiersprachen ist immer ein beliebter Aufhänger für Kaffeepausengespräche. Holen Sie sich also erst mal ein schwarzes Bohnengetränk und lehnen Sie sich zurück. Wir werfen einen Blick auf die jungsten Ergüsse der fleißigen Ranking-Szene:

PyPL-Index Januar 2013

Der PyPL-Index (PopularitY of Programming Language ) verkündet: C# ist die Sprache des Jahres 2012. Den größten Zuwachs in Sachen Popularität soll C# vorweisen – das ganze gemessen anhand der Anzahl von Google-Suchen nach Tutorials. Über einen Zeitraum von 5 Jahren gesehen ist es Python, dessen Popularität am meisten angestiegen ist – in den USA soll Python bereits auf Platz 2 liegen. Zum oberen Diagramm legen die PyPL-Leute die folgenden Interpretationsweisen vor: PHP ist auf dem absteigenden Ast. Der Aufstieg von C# geht auf Kosten von C und Basic. Pythons Zuwachs geht mit dem Abstieg von Perl einher.

Tiobe-Index Januar 2013

Der Tiobe-Index meldet: Objective-C ist die Sprache des Jahres 2012. Zum zweiten Mal in Folge habe Objective-C über das Jahr gesehen den größten Sprung nach vorne gemacht. Als Grund dafür wird der boomende Mobile-Markt geltend gemacht. Eine Renaissance sollen auch C++ und Python erlebt haben. Als Verlierer des Jahres identifizieren die Tiobe-Leute C# und Delphi.

Google Trends Kurve für C++, Quelle: Dr.Dobbs

Andrew Binstock von Dr. Dobbs analysiert: Die Renaissance von C++ fand nicht statt, Java hat intakt überlebt und Objective-C ist weiter auf dem Vormarsch. Das von einigen vorhergesagte Wiederaufleben von C++ würde eine Aufwärtskurve in Google Trends vermuten lassen – wie bei allen etablierten Sprachen geht die Kurve indes leicht aber stetig nach unten. Eine echte Wiedergeburt von C++ würde das Vordringen der Sprache in die Wachstumsbereiche der Branche benötigen: Mobile, Cloud, Big Data. Auch eine Wiederkehr der funktionalen Programiersprachen – von einigen aufgrund der guten Eigenschaften für die Multicore-Programmierung vorhergesehen – kann man nicht wirklich feststellen. Immerhin halten sich hier Scala und Clojure gut.

Und was sagen die Macher dieser Analysen über Java im Jahr 2013 aus?

Der PYPL-Index zeigt Java mit einem fast doppelt so großen Marktanteil wie der Rest der Welt. Die lapidare Aussage zum Diagramm lautet: Java und JavaScript halten sich recht stabil.

Andrew Binstock meint, dass wir bei einer weiteren Verbreitung von Android im Jahr 2013 damit rechnen sollten, dass Objective-C sich stabilisiert und Java weiter zulegt. Java hält sich konstant auf den vorderen Plätzen – trotz der zahlreichen Alternativen auf der JVM wie JRuby, Scala, Kotlin, Clojure, Fantom oder Gosu. Binstock vermutet, dass Java in den traditionellen Nischen abnimmt, die Popularität von Android dies aber wieder wett macht.

Die Macher des TIOBE-Index sehen wegen des boomenden Mobile-Marktes ebenfalls, dass Java (Android) und C++/C# (Windows Mobile) zulegen werden. Objective-C hingegen scheint seinen Zenit erreicht zu haben – insbesondere deshalb, weil die Sprache sonst ja für nix anderes zu gebrauchen ist. Ebenfalls gut machen sollen sich JavaScript (wegen der steigenden Wichtigkeit in fast allen Programmen) und MATHLAB (weil sich die Sprache als De Facto Standard für numerische Operationen etabliert hat).

Und welche Sprache ist für JAXenter die Programmiersprache 2012? Natürlich Java – schließlich findet man in wirklich allen Kurven Java auf einem der vorderen Plätzen. Beispielsweise auch in Steven O`Gradys Red Monk Trend-Kurve vom September 2012 (auf Basis von StackOverflow und GitHub):


RedMonk Programming Language Rankings: September 2012. (Vergrößern)

Da Java als Sprache des Jahres 2012 außer Frage steht, haben wir Sie auf JAXenter in einem Quickvote gefragt, welche Sprache Sie sich 2013 einmal etwas genauer anschauen wollen. Auch dieses Ergebnis wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

Welche Sprache wollen Sie sich 2013 etwas genauer anschauen?

  • Scala (20%)
  • Java in Android (7%)
  • Clojure (7%)
  • Python (7%)
  • JavaScript (6%)
  • Haskell (6%)
  • Closures in Java 8 (4%)
  • Groovy (4%)
  • Go (4%)
  • C/C++ (4%)
  • JavaFX (3%)
  • (J)Ruby (3%)
  • Objective-C (3%)
  • HTML5 (3%)
  • TypeScript (2%)
  • Xtend (2%)
  • Erlang (2%)
  • PHP (2%)
  • C# (2%)
  • Ceylon (1%)
  • Kotlin (1%)
  • F# (1%)
  • Dart (1%)
  • Io (0%)
  • Perl (0%)
  • Gosu (0%)
  • Cobol (0%)
  • Smalltalk (0%)
  • Andere (3%)

    Teilnehmer: 944

Welche Erkenntnisse wir aus diesem Ergebnis ziehen wollen? Keine – das überlassen wir Ihnen in Ihren Kaffeepausengesprächen.

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Hartmut Schlosser
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