Keynote von Rod Johnson auf der JAX 2016

Rod Johnson: „Java ist die führende Sprache für Microservices“

Melanie Feldmann

Rod Johnson

In seiner Keynote auf der JAX 2016 warf Spring-Erfinder und Java-Experte Rod Johnson (Atomist) einen Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Java. Dabei stellte er sich als veritabler Wahrsager heraus und gab dem Publikum ganz praktische Ratschläge, wie sie den Wandel mitgehen können.

In seiner letzten Keynote auf der JAX prophezeite Rod Johnson, dass Java weiter gedeihen und der Java Application Server sterben werde. Beim ersten hatte er Recht, wenn man dem TIOBE-Index und den Googlesuchanfragen Glauben schenken darf, ist Java die Programmiersprache Nummer Eins. Der Application Server ist zwar noch nicht tot, aber für viele dauert es einfach nur länger als erwartet. Außerdem war sich Johnson damals nicht sicher was die Zukunft von Java Enterprise betraf. Dazu stellte er fest: „Das Enterprise-Teil war der schwache Teil und nicht der Java-Teil“. Nur bei OSGi, dessen baldigen Niedergang er ebenfalls vorhersagte, hatte er sich geirrt. Nichtsdestotrotz, eine gute Trefferquote.

Was ist los im Staate Java?

Java is the leading language for microservices.

Denn Erfolg von Java in den vergangenen Jahren trotz großer Umbrüchen bei Browserbasierten Anwendungen, der Cloud und Microservices führte Johnson auf die Adaptionsfähigkeit von Java zurück. Diese Adaptionsfähigkeit zeige sich auch in den kommenden Releases. Hier hob er natürlich vor allem Jigsaw für die Modularisierung hervor. Dass die Releases in Zukunft auch schneller aufeinander folgen sollen, helfe dabei, dass Java weiterhin am Ball bleibt. Außerdem eigne sich Java besonders gut für Container-Anwendungen. Bei Schlüsselelementen für Microservice-Strukturen wie Circuit Breaker und Service Discovery sei Java führend – und in der Kombination mit Spring Boot quasi unschlagbar. Er untermauerte seine These mit einer Googlesuche „Java AND Microservervices“, die im Vergleich zu anderen Sprachen eine weit steilere Kurve nach oben zeigte. Gleiches gilt für „Spring Boot AND Microservices“. Auch die JVM soll nicht vergessen werden, die mit ihren Tools und Libraries Entwicklern zuverlässig unterstützt und weiter unterstützen wird.

Wohin geht es?

Languages metter less and less. And languages do not fly solo.

Dass Johnson bei seinen Zukunftsprognose eine hohe Trefferquote hat, hat er bewiesen. Für die nähere Zukunft sagt er voraus, dass sie ployglotter werden wird. Es werde nicht die eine Sprache geben, sondern unterschiedliche, die voneinander lernen. Den Entwicklern werden mehr gleichwertige Optionen offen stehen.

Unterstützt werde das durch Microservices. Da diese es erlauben, mit geringerem Risiko zu experimentieren. Auch Container würde diesen Trend unterstützen. Außerdem musste er dem Publikum mitteilen, dass JavaScript nicht verschwinden werde.

Das sollten Java-Entwickler machen

Abschließend gab Johnson den Anwesenden zwei Tipps mit auf den Weg. Entsprechend seiner Prognose, dass die Zukunft polyglott sein wird, sollten Java-Entwickler noch mindestens eine Sprache neben Java beherrschen. Sein Tipp: Scala und Swift(!). „Embrace the change“ ist das Motto seines zweiten Tipps. Java-Entwickler sollten sich unbedingt mit den neuen Features von Java 8 auseinandersetzen.

Und was ist denn nun mit Atomist?

Was genau Rod Johnson mit seiner neuen Firma Atomist macht, ist noch nicht wirklich klar. In seiner Keynote trat er zwar offiziell unter „Rod Johnson (Atomist)“ auf, der Firma selbst widmete er jedoch nur wenige Minuten und eine Folie, in der er die Zielsetzung des Unternehmens knapp zusammenfasste mit „helping to solve the complexity of microservices“. Wir dürfen weiter gespannt sein was der Spring-Gründer als nächstes aus dem Hut zaubert.

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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[…] Natürlich hat er noch mehr erzählt. Zum Beispiel, dass Java die führende Sprache im Bereich der Microservices wäre. Mehr Hintergründe gibt es bei den Kollegen von jaxenter.de. […]