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Harsche Kritik an Oracles Java-Kurs: Evangelist Reza Rahman verlässt Oracle

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Pavel Ignatov

Spätestens seit der Entlassung zahlreicher Java-Evangelisten sowie des ehemaligen Vizepräsidenten der Entwicklungsabteilung Cameron Prudy beobachtet die Community Oracles Vorgehen in Sachen Java mit gestiegener Aufmerksamkeit. Nun verließ mit Reza Rahman eine weitere Gallionsfigur das Redwooder Unternehmen.

Im Rahmen einer knapp gehaltenen Mitteilung bezeichnet Rahman, der die Öffentlichkeit u. a. über den Blog „The Aquarium“ mit Informationen rund um Java-EE-Anwendungsserver versorgte, seinen Schritt als einen der schwerstem seines Lebens, ist sich nach eigener Aussage jedoch gleichzeitig sicher, der Java- und Java-EE-Community damit am besten zu dienen.

So kurz und knapp das Statement im Oracle-Blog, desto ausführlicher seine Erklärung auf seiner persönlichen Website. Dort gibt er zu Protokoll, dass eine seiner Hauptmotivationen für die Beschäftigung bei Oracle in der Möglichkeit bestand, mit Cameron Purdy zusammenzuarbeiten. Purdy, ehemaliger Vizepräsident der Entwicklungsabteilung bei Oracle, verließ das Unternehmen im September letzten Jahres.

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Die nicht näher beschriebenen Begleitumstände von Purdys Entlassung („Cameron was made to leave Oracle“ ) sorgten offenbar dafür, dass Rahmans Skepsis gegenüber Oracle „exponentiell“ zunahm. Diese wiederum erstreckt sich nun offenbar nicht mehr nur auf die Java-Standard-Enterprise-APIs, sondern vielmehr auf Java insgesamt:

It extends to Java on the desktop, browser, client, mobile, embedded and yes, even the core language runtime.

Rahman erläutert zwar nicht im Detail, was ihm an Orcales Java-Kurs nicht passt, allerdings bringt er die Alarmglocken zum Schrillen: Sollte sich nichts ändern, so wird Javas dreißigste Geburtstag seiner Befürchtung nach deutlich weniger glamourös ausfallen als der zwanzigste.

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Obwohl Rahman zu Bedenken gibt, dass trotz manch externer Einschätzung Oracle nicht komplett von mehr oder weniger seelenlosen Befehlsempfängern („corporate drones“) bevölkert wird, weisen seine Ausführungen doch darauf hin, dass diese seiner Meinung nach langsam die Überhand gewinnen:

I wish the corporate drones and their masters lots of luck – they are going to need it more than ever.

Rahman ist sich sicher, dass sein Argwohn auch von der außerhalb von Oracle zu verortenden Java-EE-Community geteilt wird: Diese habe aufgrund geteilter Bedenken in den vergangenen Monaten still und heimlich damit begonnen, sich noch enger als je zuvor zusammenzuraufen. Dieser verschworenen Gemeinschaft möchte sich Rahman nun wieder voll und ganz widmen – zum Wohle Javas:

The time is well past due I rejoined these folks in the community to help safeguard the well being of millions of Java developers worldwide and perhaps the well being of global IT itself.

Aufmacherbild: Good bye von Shutterstock / Urheberrecht: Pavel Ignatov

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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