JAX Countdown

Java EE und BPM: Das perfekte Team?

Hartmut Schlosser

Java EE 6 und Business Process Management – wie gut diese beiden Themen zusammenpassen, verrät uns JAX Speaker Bernd Rücker im heutigen JAX Countdown. Interessant ist die Überlegung, BPM perspektivisch in den Java-EE-Standard aufzunehmen – für Rücker eine durchaus gewinnbringende Angelegenheit. Sind Sie seiner Meinung?

Bernd Rücker auf der JAX

Bernd Rücker können Sie auf der JAX live erleben:

Eine leichtgewichtige BPM-/SOA-Infrastruktur mit Activiti und Camel

17.04.2012 | 10:00 – 11:15


Geschäftsprozesse können mit BPMN 2.0 und Activiti automatisiert werden, und für Integration bietet Apache Camel etablierte Lösungen anhand der EI Patterns. Spannend ist dann also die Kombination dieser beiden leichtgewichtigen Frameworks der Java-Welt. In dieser Session stellen wir diesen Stack beispielhaft vor, inklusive Lessons Learned aus zwei großen Praxisprojekten im Bankenbereich.

BPM und Java EE : Das perfekte Team für Prozessanwendungen?

20.04.2012 | 13:30 – 15:00


Java EE 6 kann fast alles, außer BPM. Doch zum Glück gibt es heute leichtgewichtige Java Process Engines, die sich dann auch einfach integrieren lassen. Wir zeigen am Beispiel des Open-Source-Projekts Activiti, wie man das nahtlos in die Welt von CDI, JSF, JPA und Co. einbauen und damit prozessorientierte Applikationen entwickeln kann, die ganz ins Java-EE-6-Programmiermodell passen. Dabei werden Best Practices und Lessons Learned aus Praxisprojekten diskutiert.

Lessons Learned: Surviving the Java-EE-Dschungel

20.04.2012 | 15:30 – 17:00


Was nützen einem tausend Seiten Spezifikation, wenn es dann am Ende doch nicht funktioniert, wie gewünscht? Diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder Java-EE-Entwickler schon einmal gestellt. Die anwesenden Java-EE-Experten zeigen, wie man in dem manchmal nicht ganz einfachen Java-EE-„Dschungel“ überleben kann und welche Tipps und Tricks ihnen bei der erfolgreichen Durchführung von Projekten helfen.

Infos: www.jax.de

JAXenter: Hallo Herr Rücker. In Ihrer JAX-Session „BPM und Java EE : Das perfekte Team für Prozessanwendungen?“ sagen Sie: „Java EE 6 kann fast alles“. Was kann Java EE 6 denn besonders gut – was z.B. von Spring oder anderen Frameworks nicht abgedeckt wird?

Bernd Rücker: Java EE 6 standardisiert das ganze wieder. Spring hat sicherlich viele Vorlagen und Ideen geliefert. Aber alles in einem Standard zu haben, bedeutet einfach viel weniger Vendor-Lock-In, denn letztendlich ist Spring ein proprietäres Framework. Und mit CDI kommt ja spätestens das nach Java EE, weswegen viele vorher Spring DI verwendet haben. Die neue Generation der Application Server (wie JBoss 8, GlassFish 3.1, WebLogic 12 oder Websphere 8) ist wirklich gut geworden, viel leichtgewichtiger – es ist gibt einfach keine stichhaltige Ausrede mehr, sie nicht einzusetzen. Die Alternative ist ja, einen „leichtgewichtigen“ Tomcat zu nehmen und die ganze Funktionalität in die eigene Anwendung zu packen. Doch dann hat man auch erst mal zwei Wochen zu tun, alles überhaupt zum Laufen zu bekommen 😉 Kurzum: Java EE liefert inzwischen sehr viel out-of-the-box, standardisiert und leichtgewichtig. Was will man mehr?

JAXenter: Trotzdem will man in der Regel für seine Anwendung ja mehr als das, was in Java EE standardisiert ist. Was kann Java EE 6 nicht?

Bernd Rücker: Also, was will man mehr? Natürlich ist in Java EE 6 nicht alles drin, also muss man immer noch „andocken“. Wobei spätestens CDI es ganz gut ermöglicht, eigene Erweiterungen wie zum Beispiel die Process Engine gut anzubinden.

JAXenter: Eines Ihrer Spezialthemen ist ja auch Business Process Management. Weshalb ist es interessant, Java EE mit BPM zu kombinieren.

Bernd Rücker: Wir sehen in den Projekten, dass Zero Coding – also dass ein Mensch mit fachlichem Hintergrund einen Prozess „zusammenklickt“ – nicht funktioniert, allenfalls in extrem simplen Use Cases. Prozessmaschinen behandeln nur einen Aspekt: Den Prozessfluss. Echte Anwendungen brauchen aber viel mehr: Formulare, Oberflächen, Entitäten, Transaktionssteuerung, usw. Daher macht es Sinn, dafür Java EE 6 als Standard heranzuziehen und mit BPMN 2.0 als Standard zu kombinieren, anstatt sich proprietäre eigene Lösungen auszudenken, wie es viele Hersteller machen. BPMN und Methoden des BPM machen es dann auch möglich, die Brücke Richtung Fachbereich zu schlagen, aber eben als Brücke, die auf der anderen Seite bei der IT und den Java-Leuten ankommt. Das haben wir mit Activiti und camunda fox konkret realisiert und machen aktuell sehr gute Erfahrungen damit, was wir dann „Less Code“ in Abgrenzung zu Zero Code nennen, und was dafür kein Marketing-Gag ist. Dank Java EE sind der Komplexität der Prozessanwendung keine Grenzen mehr gesetzt, gute Beispiele sind JMS oder auch WS-* Unterstützung der Application Server.

JAXenter: Würde es aus Ihrer Sicht Sinn machen, BPM in irgendeiner Form in den Java-Enterprise-Standard zu integrieren?

Bernd Rücker: Grundsätzlich finde ich diese Überlegung interessant. Was wir mir Activiti CDI gemacht haben, wäre durchaus als JSR überlegenswert, da es ja nicht nur Activiti als Process Engine gibt, auch wenn sie in dieser Richtung eindeutig die Nase vorn hat. Aber JPA hat ja auch als Hibernate angefangen 😉 Und perspektivisch diese Infrastruktur im Standard zu haben, und dann auch die Lücken zwischen Java EE 6 und BPMN 2.0 zu schließen, ist spannend. Aber ich denke, es wird noch etwas Zeit ins Land gehen, bis wir hier weiterkommen, schließlich steht BPMN 2.0 ja erst am Anfang und Standardisierungsprozesse sind langwierig und schwierig. Wir kennen das ja aus der Mitarbeit in der OMG am BPMN-Standard.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.