Generationswechsel

Oracle will Java EE an eine Open Source Foundation übergeben

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock /fotoear

„Wir glauben, dass die Übertragung der Java-EE-Technologien an eine Open Source Foundation der richtige nächste Schritt sein könnte.“ Mit dieser Aussage kündigt David Delabassee ein neues Zeitalter für die Java Enterprise Edition an.

Opening Up Java EE

Obwohl Java EE bereits Open Source entwickelt wird und eine lebendige Community sich beteiligt, ist der etablierte Entwicklungsprozess für Java EE in die Kritik geraten. Vielen gilt er als wenig agil und im Vergleich zu anderen Open-Source-Projekten als unflexibel und intransparent. „We’d like to do better“, gelobt David Delabassee, der Java-EE-Plattform-Leiter von Oracle.

In der letzten Zeit habe man die Möglichkeiten erörtert, wie nach dem anstehenden Java EE 8 Release der Java-EE-Entwicklungsprozess verbessert werden könnte. Der Vorschlag lautet nun, Java EE an eine Open Source Foundation zu übertragen und in diesem Zuge auch eine flexiblere Lizensierung einzuführen.

Man sei davon überzeugt, dass ein offenerer Prozess, der nicht von einem einzelnen Anbieter oder Plattformleiter abhängig sei, eine stärkere Beteiligung an den Technologien und damit mehr Innovation hervorbringen werde.

Wie genau das aussehen könnte, welche Lizenz und Foundation am ehesten in Frage kämen, soll in der Folge mit der Community erörtert werden. Wer sich an der Diskussion beteiligen möchte, kann dies durch eine E-Mail an feedback@javaee.groups.io tun. Details zu den anhaltenden Gesprächen und Zwischnergebnissen sollen folgen.

Java EE.next: Kontinuität im Wandel

Delabasse versichert darüber hinaus, dass man bei Oracle bestrebt sei, alle Interessen der Entwickler, Endnutzer, Kunden, Partner und Lizenznehmer zu berücksichtigen. Man werde existierende Java-EE-Implementierung weiter unterstützen und sich auch aktiv an der zukünftigen Entwicklung von Java EE beteiligen.

Auch ein Status-Update zu Java EE 8 gibt er ab: Die Spezifikationen seien so gut wie abgeschlossen und man erwarte, die Referenzimplementierung – d.h. hier den Glassfish-Application-Server 5 – noch diesen Sommer ausliefern zu können.

Offene Fragen

Eine spannende Perspektive, die sich hier auftut. Viele Community-Vertreter, etwa aus der Gruppe der Java EE Guardians, hatten eine derartige Öffnung gefordert, um Java EE schneller an aktuelle Industrie-Bedürfnisse anpassen zu können.

Indes werden viele Fragen genauer zu erörtern sein, etwa die Funktion von Java EE als Standard und die Verschränkung mit dem Java Community Process. Wird Java EE den Apache-Weg einschlagen, wird es ein Eclipse Java EE geben oder wäre eine neugegründete OS-Institution die beste Lösung? Wir sind gespannt, wie es hier weiter geht!

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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