Interview mit Thilo Frotscher

Java-EE-7-Glanzlichter: JAX-RS 2.0, JMS 2.0, WebSockets, JSON

Ein Highlight des Java-Jahres 2013 wird zweifellos die Veröffentlichung von Java EE 7 sein. Das aktuelle Java Magazin 2.2013 beleuchtet die Neuauflage des Java Enterprise-Standards in vielen Facetten – u.a. mit zwei Beiträgen von Thilo Frotscher über JAX-RS 2.0 und JMS 2.0. Den technischen Artikeln im Holzmedium stellt Thilo hier auf JAXenter eine persönliche Einschätzung zur Seite: Ist REST nun alles, was ein Java-Entwickler braucht? Warum ist JMS 2.0 so wichtig? Wie ist die Verschiebung der Cloud-Specs auf Java EE 8 zu bewerten?

Titelthema Java EE 7

Thomas Becker

Mehr zum Thema Java EE 7 finden Sie im Java Magazin 2.2013:

  • Java EE 7 im Überblick – Lars Röwekamp und Arne Limburg
  • JAX-RS 2.0. Ein erster Blick auf die wichtigsten Neuerungen – Thilo Frotscher
  • JMS 2.0: Runderneuert. Die lang erwartete Modernisierung – Thilo Frotscher
  • „JSF hat sich extrem gut in der Industrie etabliert.“ – Interview mit Andy Bosch
  • Keine Wolke (Java EE) 7. Der Himmel kann warten
    Bernhard Löwenstein
  • Generalüberholung – Java EE 6 Style – Jens Schumann

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JAXenter: JAX-RS 2.0 ist sicherlich eines der Highlights in Java EE 7. Allgemein kann man sagen, dass sich der Representational-State-Transfer-Ansatz, kurz: REST, immer mehr als Standard für das Bauen moderner Webanwendungen etabliert. Werden SOAP-basierte Anwendungen überhaupt noch entwickelt, oder ist SOAP inzwischen völlig out?

Thilo Frotscher: Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man die öffentliche Diskussion in den Print-Medien, auf Konferenzen oder im Netz verfolgt. Tatsächlich gibt es jedoch eine ziemliche Diskrepanz zwischen der öffentlichen Meinung darüber, welcher Ansatz bevorzugt wird, und dem, woran Entwickler dann in der Praxis tatsächlich arbeiten. Es gibt wahnsinnig viele SOAP-Anwendungen, die über die Jahre entstanden sind. Und diese werden weder ganz plötzlich verschwinden, noch werden sie nachträglich auf REST umgestellt, nur weil SOAP nicht mehr hip ist. Diese Anwendungen müssen gewartet und evtl. auch weiterentwickelt werden. Zum Teil erlebe ich in Kundenprojekten sogar komplette Neuentwicklungen, für die eine SOAP-Schnittstelle gebaut wird. Einfach, weil eine Integration mit anderen Systemen geplant ist, die ebenfalls eine SOAP-Schnittstelle haben. Oder weil es Branchenstandards gibt, die auf SOAP basieren.

Ich kennen eine Menge Leute, die REST bevorzugen aber SOAP machen müssen. Und das wird auch noch einige Jahre lang so bleiben.

Aber natürlich ist auch richtig: REST setzt sich immer mehr durch, und Neuentwicklungen verwenden überwiegend den REST-Ansatz, wenn nicht wichtige Gründe, wie die genannten, dagegen sprechen.

JAXenter: Was sind die Highlights in JAX-RS 2.0?

Thilo Frotscher: Die größte Aufmerksamkeit hat natürlich die Client-API auf sich gezogen, die nun endlich standardisiert ist. Darüber hinaus gibt es aber ein Reihe weiterer interessanter Neuigkeiten. Filter und Entity Interceptors bieten beispielsweise die Möglichkeit, das Framework zu erweitern. Ähnliches kennt man ja auch bereits von anderen APIs. Hiermit kann man spannende Dinge bauen, unter anderem Erweiterungen für alle möglichen Querschnittsaspekte. Aber auch die Unterstützung für Asynchronität bietet interessante Möglichkeiten, vor allen Dingen auf der Serverseite.

JAXenter: Und fehlt dir persönlich noch etwas in der JAX-RS-2.0-Spezifizierung?

Thilo Frotscher: Es gab während der Arbeiten an JAX-RS 2.0 einige enttäuschte Stimmen, wenn verlautete, dass das eine oder andere Feature wohl nicht im Standard enthalten sein wird. Natürlich gibt es viele Leute, die an REST interessiert sind und somit auch viele Wünsche, was JAX-RS alles können sollte. Ich persönlich bin aber eigentlich erst mal ganz zufrieden und finde, die Expert Group hat sehr gute Arbeit geleistet. Man darf nicht vergessen, dass wir aktuell mit JAX-RS 1.1 nicht mal eine standardisierte Client-API haben. Es geht Schritt für Schritt voran. Und erst wenn wir eine Weile mit JAX-RS 2.0 gearbeitet haben, wird sich eine Wunschliste entwickeln, welche Features wir uns für 2.1 besonders wünschen.

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