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Java braucht Sie mehr als je zuvor!

Hartmut Schlosser

Java braucht Sie mehr als je zuvor! Mit diesem Aufruf startet Steve Poole, Java-Evangelist bei IBM, seine Präsentation auf der JAX London 2012, in der er dazu aufruft, die Java-Flamme wieder neu zu entfachen. Denn angesichts vieler aktueller Herausforderungen liege es ganz in den Händen der Community, ob Java 2015 einfach eine 20 Jahre alte Sprache sein wird, oder ob es immer noch vital genug ist, um innovative Lösungen hervorzubringen.

Poole wirft zunächst einen Blick zurück:

Am 23. Mai 1995 wurde die erste Java-Version auf einer Floppy veröffentlicht: Java 1.0a2. Der Wow-Faktor, den Java damals hervorrief, war dem Umstand geschuldet, dass Java-Applets das Internet zu animieren schienen. Aus technischer Sicht waren es die Cross-Platform-Eigenschaften, die JVM, Garbage Collection, der Verzicht auf Pointer, etc., die Unternehmen wie IBM davon überzeugten, massiv in Java zu investieren. Zwei Jahre nach Java 1.0 waren es bereits über 2.500 IBM-Mitarbeiter, die sich mit Java beschäftigten und Implementierungen für die verschiedenen Plattformen bereit stellten sowie die anfangs schwächelnde Performance nach oben trieben.

Nicht nur IBM hatte das Potenzial von Java erkannt. In ihrer gemeinsamen Front-Stellung gegen Microsoft kamen auch andere Unternehmen wie HP zu der Erkenntnis, dass in einem offenen Standard für die Webentwicklung mehr zu gewinnen sei, als über eine Lock-in-Taktik: Wettbewerb unter den Implementierungen, Kollaboration bei den Standards hieß der Slogan, der 1998 zur Gründung des JCP führte.

Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte – doch seit dieser rasanten Aufschwungphase, in der Java bekanntlich zur Enterprise-Sprache Nr. 1 avancierte, haben sich die Verhältnisse grundlegend geändert.

Steve Poole zählt die folgenden Herausforderungen auf, vor denen Java heute steht:

  • Aus Big 1 sind die Big 4 geworden: Früher hieß es „Microsoft gegen den Rest der Welt“, heute kämpfen Amazon, Apple, Google und Microsoft um die Vorherschaft auf dem Content-Markt.
  • Cloud Computing – nicht nur technologische Herausforderungen wie Mehrmandantenfähigkeit stehen ins Haus, sondern schlicht alternative Cloud-Lösungen, die nichts mit Java zu tun haben (App Engine, Engine Yard Yloud, Windows Azure, node.js)
  • Neue Programmiersprachen und Technologien – Wie bleibt Java relevant in einer Welt, in der Java nicht die einzige Lösung ist?
  • Die neuen Möglichkeiten mit Java müssen auch ihre Anwendung finden. Und dafür muss die Community viel aktiver werden und die neuen Funktionen von Java ausprobieren.
  • Insgesamt muss wieder ein Milieu für Innovation geschaffen werden. Während Oracle sich in Richtung mehr Offenheit bewegt, braucht es auch einen Gegenpart: die Community, die mitarbeitet, testet, Feedback gibt, etc.

Steve Pooles Fazit lautet:

Heute ist Java in guten Händen.

Doch das Java von morgen liegt in Euren Händen!

Wir sind auf Euch angewiesen, um Java in Zukunft erfolgreich zu machen!

Wie wird Java 2015 aussehen?

  • Ist es dann nur 20 Jahre alt – oder immer noch neu und vital?
  • Ist Java dann wahrlich Open Source – oder trägt Oracle immer noch die größte Bürde?
  • Werden Java-Anwendungen in einem App Store verfügbar sein – oder nur auf dem Server?
  • Wird die Community Modularität und Lambdas nutzen – oder JavaScript?
  • Wird das nächste Instagram Java nutzen – oder ist node.js immer noch ein Konkurrent?
  • Laufen Clouds in Java – oder läuft Java in der Cloud?

Was wollt Ihr? Java wie es heute ist: Sehr erfolgreich, auf allen OS verfügbar, hoch performant – aber am Ende des Tages kontrolliert von einer Gruppe von Leuten in einer dunklen Höhle?

Oder soll die Java-Flamme wieder entzündet werden?

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
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