Java & JavaScript: Das Ei und der Eiffelturm

Hartmut Schlosser

Editorial Eclipse Magazin 2.12

Liebe Leserinnen und Leser,

JavaScript ist die meist genutzte Programmiersprache im Internet. Warum? Sie ist flexibel, sie läuft überall und in den verschiedensten Umgebungen. Wurde sie vor einigen Jahren noch als Spielerei abgetan, hat sie mittlerweile ihr Comeback gefeiert – manch Anwendung wird ausschließlich in JavaScript umgesetzt.

JavaScript ist die meist genutzte Programmiersprache im Internet. Und was ist die meist genutzte Programmiersprache im Enterprise-Umfeld? Java. Chris Heilmann von Mozilla hat es letztes Jahr auf der JAX ganz gut zusammengefasst: Java und JavaScript haben ungefähr soviel gemeinsam wie das Ei und der Eiffelturm. Und trotzdem müssen sich Java-Entwickler im Web bewegen, an JavaScript kommen sie dabei kaum vorbei.

Papick Taboada bringt es in seinem Einleitungsartikel auf Seite 12 sehr schön auf den Punkt: Webentwicklung ist heute stark JavaScript-lastig, und Java-Entwickler müssen sich in diesem Kontext zurechtfinden – mit neuen Tools, neuen Technologien, neuen Programmiermodellen. Viele Java- und Eclipse-Entwickler scheuen den Weg in die JavaScript-Entwicklung oder haben schlicht keine Ressourcen, neues Wissen zeitnah aufzubauen.

Eclipse hilft

Dabei bietet das Eclipse-Ökosystem Hilfe an, wenn man sich als Java-Entwickler mit JavaScript beschäftigen will. Genau das ist Thema dieses Heftschwerpunkts.

Simon Kaegi wird Ihnen Orion vorstellen: eine Suite von browserbasierten Entwicklungstools, die vom Eclipse-Plattform-Team ins Leben gerufen wurde. Das erste Major Release steht vor der Tür. Mehr zum Aufbau dieses Tools ab Seite 16.

Tim Buschtöns beschäftigt sich ab Seite 22 mit der Rich Ajax Platform (RAP), die es ermöglicht, Webanwendungen in Java zu programmieren. Die Oberfläche wird aus SWT Widgets zusammengesetzt und mittels JavaScript im Browser dargestellt.

Der Heftschwerpunkt wird abgerundet durch Papicks Blick auf einen „alten Hasen“ der Webentwicklung: das Google Web Toolkit. Auch dieses Werkzeug schlägt die Brücke zwischen Ei und Eiffelturm: Ein Compiler liest Java-Quellen ein und generiert JavaScript.

JavaScript auch auf der JAX

Wer sich noch detaillierter mit JavaScript befassen will, sollte auf der JAX im kommenden April einen Blick auf die Special Days werfen (detaillierte Infos gibt es auf http://jax.de/2012/specialdays). Es wird sowohl einen Tag zum Thema JavaScript als auch einen zu HTML5 geben, alles stets durch die „Java-Brille“ betrachtet.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe und freue mich auf Feedback via redaktion@eclipse-magazin.de

Claudia Fröhling,

Redakteurin Eclipse Magazin


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Top-Themen im Eclipse Magazin 2.12:

  • JavaScript: Zeiten des Wandels

    Eine Einführung

    Als Java-Entwickler ist man nicht selten Webentwickler. Über einen ungewöhnlich langen Zeitraum haben sich die Technologien um einen herum kaum geändert: Das W3C hat sich in Bezug auf HTML lange seitwärts, insgesamt im Kreis, aber praktisch kaum bewegt, der Browserkrieg schien gewonnen, und mit den Java-Webframeworks waren wir im Großen und Ganzen recht zufrieden.

    Papick Taboada

  • The Making of Polarsys

    TOPCASED und OPEES

    Manche Leser wissen es vielleicht noch: In den frühen Tagen der Luftfahrt wurden Flugzeuge noch mechanisch gesteuert. Aber diese Zeit endete in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts mit der Vorstellung des Airbus A 320. Zum ersten Mal wurde im Jahr 1988 ein Flugzeug mit digitaler Fly-by-Wire-Steuerung ausgeliefert, das die herkömmliche mechanische Steuereinrichtung ersetzte.

    Ralph Müller

  • Style my UI

    Eine neue Chance für Java auf dem Desktop?

    Ein Ziel von Eclipse 4.x (Codename e4) war es, die Anpassbarkeit des UIs durch CSS Styling besser zu unterstützen. Leider sind die aktuellen Stylingmöglichkeiten des SWT UI Toolkits noch recht eingeschränkt. Dieser Artikel beschreibt einen Ansatz, SWT als GUI-Framework durch JavaFX 2.0 zu ersetzen. Dabei wird auch der Prototyp einer neuen JavaFX 2.0-basierten Rendering Engine für das Eclipse 4.x Workbench Model erklärt. Weiterhin wird auf die Frage eingegangen, ob dieser Ansatz mittelfristig tragen kann oder nur eine Spielerei ist.

    Kai Tödter

  • Neues vom Vexxer

    Ein Blick hinter die Kulissen des Visual Editor for XML

    Mit dem Thema Dokumentation spricht Vex auf den ersten Blick nicht unbedingt die Stammkundschaft von Eclipse an, sorgt aber vielleicht für interessanten Zuwachs in der Community aus anderen Anwendungsbereichen. Auf den zweiten Blick jedoch steckt in Vex mehr als nur ein XML-Editor. Das VexWidget füllt eine seit Langem offene Lücke: ein natives SWT Widget zum Bearbeiten von strukturiertem Text.

    Florian Thienel

  • Sicher testen mit restfuse

    Der Sicherungskasten für REST-basierte Systeme

    REST ist Enterprise Ready! Im Java-Bereich zeigt sich das vor allem über die Bemühungen, einen Standard für die REST-Programmierung einzuführen. Wenn REST mittlerweile Enterprise Ready ist, steigt natürlich auch der Bedarf nach qualitativ hochwertigen Services. Nun stellt sich die Frage, wie man ein REST-basiertes System bezüglich Qualität absichert. Eine Antwort hierauf ist restfuse, eine JUnit-Erweiterung für REST-Integrationstests.

    Holger Staudacher

Alle Infos unter: www.eclipse-magazin.de

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Hartmut Schlosser
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