Java-Alternative Xtend 2.7 erschienen

Hartmut Schlosser

Xtend 2.7 kommt mit zahlreichen Bugfixes und neuen Features. Auch sollen deutliche Performance-Verbesserungen in der IDE erzielt worden sein. Ein auf Xtend 2.7 abgestimmtes Update hat zudem das DSL-Framework Xtext erhalten.     

Warum eigentlich … Xtend?

Mit dem Slogan „Java 10, today!“ hatte die Programmiersprache Xtend bei der Vorstellung 2011 für einige Furore in der Java-Szene gesorgt. Zu einer Zeit, da das Java-Update 7 nur kosmetische Veränderungen brachte, sorgten Xtend-Features wie Lambda-Ausdrücke, Typinferenz, Operator Overloading und Makros für glänzende Augen in der Community.

Mittlerweile ist der Hype ein wenig abgeflaut – und bescheidene Innovationswünsche wurden denn ja auch durch Java 8 erfüllt. Dennoch hat Xtend nichts an seinem Reiz verloren und kann gegenüber anderen JVM-Sprachen immer noch den grundlegenden Vorteil anführen, dass Xtend-Code nicht in Bytecode, sondern in lesbaren Java-Quelltext übersetzt wird. Dadurch sind für Xtend keine speziellen Frameworks nötig, da alle Java-APIs unverändert genutzt werden können. Die Interoperabilität mit Java-Projekten könnte also besser nicht sein.

Xtend 2.7

In der Release-Ankündigung für Xtend 2.7 ist jetzt auch etwas bescheidener von der „Open-Source-Erweiterung für Java“ die Rede – in der Tat hatten einige Xtend in der Vergangenheit als CoffeeScript-Äquivalent für die JVM bezeichnet. Das Xtend-Team selbst hatte sich jüngst als Programmieralternative für Android ins Spiel gebracht, wobei der Vergleich zu Apples Swift gezogen wurde.

Viele Neuerungen in Xtend 2.7 beziehen sich auf den Support innerhalb der Eclipse IDE. Dieser war durch die Nähe zum Eclipse-DSL-Framework Xtext ohnehin schon eine der Stärken von Xtend. Jetzt wurde nochmals nachgebessert, etwa werden laufende Hintergrundprozesse nach erneuter Textmodifikation abgebrochen, was zu spürbaren Verbesserungen in den Antwortzeiten sorgen soll.

Überarbeitet wurde zudem das Active Annotations-API, mit dem sich der Übersetzungsprozess von Xtend-Code nach Java beeinflussen lässt. Xtend 2.7.0 bringt selbst einige neue Annotationen mit. Beispielsweise können mit der @Accessors Annotation Getter- und Setter-Methoden für Felder automatisch erzeugt werden.

Xtext 2.7

Basis von Xtend ist das DSL-Framework Xtext, mit dem sich eigene Programmiersprachen inklusive professioneller IDE-Unterstützung bauen lassen. In Xtext 2.7 wurde unter anderem die Schnittstelle „JVM Model Inferrer“ von Xbase finalisiert, mit der sich Sprachen um Java-Ausdrücke und Integration mit Java-Klassen ergänzen lassen. Außerdem soll das Zusammenspiel mit Xcore, einer DSL für die Erstellung von EMF-Modellen, verbessert worden sein.

Xtend-Einführung

Details zu den neuen Versionen bieten die Release Notes für Xtend 2.7 und Xtext 2.7. Zur Einführung in Xtend empfehlen wir die folgende Session von Projektleiter Sven Efftinge von der JAX 2013:

 

 

 

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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