Interview mit dem JDT-Projektleiter Daniel Megert

Java 8 und Eclipse: "Die Community-Unterstützung war und ist sehr gut"

Redaktion JAXenter
Daniel Megert (Bild: D. Megert)

Daniel Megert arbeitet bei IBM Research in Zürich. Er ist Eclipse-Committer der ersten Stunde und Projektleiter der Eclipse-Plattform sowie der Java Development Tools in Eclipse. Im Vorfeld des Java-8-Releases sprachen wir mit ihm über die Höhen und Tiefen auf dem Weg zur vollen Java-8-Unterstützung in Eclipse.

JAXenter: Wurde der Releaseplan bislang weitgehend eingehalten?

Daniel Megert: Ja, wir haben unseren Plan bisher recht gut einhalten können. Zeitgleich mit Java 8 GA konnten wir den Eclipse-DIE-Support für Java 8 in Luna und als Feature-Patch für Kepler SR2 verfügbar machen.

JAXenter: Wo gab es bisher die größten Probleme bei der Java-8-Unterstützung?

Megert: Viele Leute fragen sich, wieso andere IDEs Java 8 schon länger unterstützen, nicht jedoch Eclipse. Der große Unterschied liegt darin, dass Eclipse auch einen Compiler implementiert, das heißt, die entsprechenden JSRs [1][2] implementieren und die Lizenzbedingungen dieser JSRs erfüllen muss. Das ist jedoch nicht alles. Wir sind auch Teil der JSR-Expertengruppen und helfen so mit, die Java-Sprache besser zu machen. Da die JSRs erst am 14. Januar 2014 in der Final-Draft-Version waren, kann man sich vorstellen, dass die Implementierung dieser sich ändernden JSRs recht schwierig war.

Viele Leute fragen sich, wieso andere IDEs Java 8 schon länger unterstützen, nicht jedoch Eclipse.

JAXenter: Gab es umgekehrt Dinge, die überraschend reibungslos verliefen?

Megert: Überraschend reibungslos verlief die Zusammenarbeit der Entwickler, welche einerseits aus verschiedenen Firmen stammen oder privat mitmachen, und andererseits in verschiedenen Zeitzonen arbeiten (von UTC-6 bis UTC+11).

JAXenter: Wie groß war die Unterstützung seitens der Community?

Megert: Die Unterstützung war und ist sehr gut. Wir haben drei externe Committer: Stephan Herrmann (GK Software AG), welcher sehr viel beiträgt, sowie Jesper Møller (NineConsult A/S) und Andrew Clement (Pivotal Software). Daneben erhalten wir gute Bugreports von Leuten, die unseren Eclipse-Java-8-Support benutzen.

JAXenter: Würden Sie sich mehr Hilfe wünschen?

Megert: Das kommt auf verschiedene Faktoren an: Momentan sind wir in der Schlussphase, wo ein neuer Contributor uns eher aufhalten würde, es sei denn, es handelt sich um eine sehr erfahrene Person, die praktisch kein Coaching braucht. Auf der anderen Seite könnten wir mehr Leute brauchen, die unseren Eclipse-Java-8-Support BETA testen und Fehler melden.

Ich würde mir nicht „mehr“ Personen wünschen, die helfen, sondern dass diejenigen, welche einmal etwas beisteuern, „mehr“ machen, d. h. nicht nur ihr Feature entwickeln und dann gehen. Wir versuchen daher unsere Reviewzeit in diejenigen Leute zu investieren, in denen wir das Potenzial für einen zukünftigen Committer sehen.

JAXenter: Wie könnte man mehr Leute motivieren?

Megert: Als Erstes sollte man sicherstellen, dass jedes Projekt „How to“-Dokumente bereitstellt, wie z. B. [3] und [4]. Dann braucht es Leute – das muss nicht immer ein Committer sein – die Zeit haben für Mentoring und Reviews. Dies geht einfacher, wenn Projekte Gerrit benutzen. Den Einstieg für neue Leute zu vereinfachen, ist übrigens ein wichtiger Bestandteil unseres Luna-Projektplans [5]. Wir werden bald auch unseren Eclipse-Java-8-Support BETA einem breiteren Publikum bekannt machen.

…wir sind noch nicht wieder dort, wo wir mit 3.x waren…

JAXenter: Im letzten Jahr sorgten kritische Töne an der Eclipse IDE für Unmut in der Eclipse-Community. Ist diese Kritik aus Ihrer Sicht gerechtfertigt?

Megert: Ja, die Kritik ist sicher berechtigt. Mit dem Wechsel auf 4.x kamen einige Probleme, wie Performance- und Stabilitätsprobleme, sowie 3.x-Features, die plötzlich nicht mehr da waren. Viele dieser Probleme wurden mittlerweile behoben, aber wir sind noch nicht wieder dort, wo wir mit 3.x waren, und deshalb arbeiten wir auch während Luna immer noch hart daran. 

Das vollständige Interview lesen Sie im Eclipse Magazin 3.14.

Eclipse Magazin 3.14


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