Angelika Langer über Java 8 in der Praxis

Java 8: Die Art, wie Java-Code aussieht, verändert sich gerade

Redaktion JAXenter
Java Code Camp 2015

Im März 2014 erschien das lang ersehnte Java 8 – und wurde von der Community frenetisch begrüßt. Ein Umstieg auf diese Version scheint vielen wichtiger als bei früheren Releases und Experten empfehlen eine entschlossene Migration. Wie verhält es sich aber in der Wirklichkeit, ein Jahr danach? Fragen an Angelika Langer, Java-Core-Expertin, die auch auf dem JavaCodeCamp einen praxisorientierten Workshop zu den wesentlichen Neuerungen hält.

Frau Langer, ist Java 8 nach der Euphorie nun in den realen Projekten angekommen?

Angelika Langer: Ich denke, Java 8 kommt jetzt gerade in zunehmendem Umfang in den realen Projekten an. Ich kenne Kunden, die sind schon erfolgreich auf Java 8 umgestiegen.  Das ist aber meinem Eindruck nach noch nicht die Mehrheit. Viele Projekte haben den Umstieg noch vor sich und wollen ihn in näherer Zukunft bewerkstelligen.

Ich kenne aber auch Entwickler, die davon abhängig sind, ob die Frameworks, die sie benutzen, Java-8-fähig sind. In einem solchen Umfeld bleibt man unter Umständen noch eine ganze Weile an Java 6 oder 7 hängen.

Welches sind Ihrer Meinung nach Indikatoren, die eine nähere Beschäftigung mit Java 8, wenn nicht gar eine Migration, direkt nahelegen?

Langer: Die neuen Sprachmittel – inbesondere die Lambda-Ausdrücke – erlauben deutlich übersichtlichere Ausdrucksmöglichkeiten.  Die Art, wie Java-Code aussieht, verändert sich gerade. Wer allzu lange mit dem Umstieg wartet, wird irgendwann vielleicht Schwierigkeiten haben, ganz normalen Mainstream-Java-Code zu lesen und zu verstehen.
Und es ist viel einfacher geworden, Verarbeitungen parallel mit vielen Threads oder asynchron in einem anderen Thread zu erledigen. Multithreading rückt mit Streams und CompletableFuture viel stärker in den Mainstream und ist nicht mehr nur ein reines Experten-Thema.

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Gibt es auch Fälle, in denen Sie von einem Umstieg auf Java 8 vorläufig noch abraten würden?

Langer: Immer weniger. Es hängt letztlich davon ab, wie weit die Frameworks sind, die man benutzt. Die meisten Werkzeuge und Frameworks wie IntelliJ, Eclipse, Spring, Tomcat unterstützen Java 8. Aber je größer das Framework, desto länger dauert es.

Welcher Aspekt von Java 8 begeistert Sie persönlich eigentlich am meisten?

Langer: Die neuen Sprachmittel und ihre Auswirkungen auf das Design von Java-Schnittstellen: Mit Lambdas kann man Funktionalität bequem ausdrücken und das erlaubt flexiblere und geschicktere API-Designs. Es gibt eine ganze Reihe von neuen Abstraktionen im JDK 8, die irgendwie „moderner“ sind, weil sie anders – mit und für Lambdas – gemacht sind. Ich denke dabei an Streams und CompletableFuture, aber auch an das elegante neue Date/Time-API. Mir hat selten ein API so gut gefallen wie das Date/Time-API; es ist elegant, flexibel, konsistent, hervorragend durchdacht. Kompliment an Stephen Colebourne!

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