Java 7 in Afrika

Hartmut Schlosser

Java User Groups gibt es auf der ganzen Welt. New York, Rio, Tokyo sind dabei, genauso wie Peking, Calcutta, Hawaii, Wellington, Canberra und Malaysia. Am stärksten sind die JUG-Aktivitäten in Europa, wie man sich leicht auf der offiziellen JUG-Geolokalisierungskarte anzeigen lassen kann (die allerdings längst nicht alle informellen Gruppen enthält).

In den letzten Jahren nahmen die Community-Aktivitäten auch auf dem afrikanischen Kontinent zu: Zur Einführung von Java 7 gab es zahlreiche afrikanische Launch Events, beispielsweise in Ägypten, Uganda, Togo, Kongo, Ghana, Nigeria, Marocco, Senegal und Burkina Faso.

Unterstützt wurden diese Events von Oracle und der JUG Afrika, die 2010 als Dachorganisation für afrikanische Java-User-Gruppen von Max Bonbhel ins Leben gerufen wurde.

Max Bonbhel ist kongolesischer Java-Entwickler und Consultant für Fujitsu Canada. Seit einiger Zeit arbeitet Bonbhel daran, die zahlreichen Gruppen unter einen Hut zu bringen und das Zusammengehörigkeitsgefühl von Java-Entwicklern in Afrika zu stärken. Bei der Gründung der JUG Afrika stand als Zielsetzung auf der Agenda, die verschiedenen JUGs auf dem afrikanischen Kontinent zusammenzufassen, nach außen hin sichtbar zu machen und einen Erfahrungsaustausch zwischen den Gruppen zu ermöglichen.

Die Devise heißt laut Bonbhel „Glokalisierung“: Denke global, handle lokal!

The objective behind JUG-AFRICA is to help African JUGs collaborate globally in ways that will ultimately benefit Java developer communities locally.

Mittlerweile zählt die JUG Africa 5000 Mitglieder aus 15 verschiedenen Ländern, ist Mitglied des JCP und veranstaltet in Zusammenarbeit mit der JUG Kongo die JCertif als größte Java-Konferenz Afrikas in Brazzaville. Die kommende JCertif 2011 findet vom 3. bis 4. September 2011 statt, angekündigt hat sich u.a. Arun Gupta als Keynote-Speaker. Die Vorträge werden gemäß den lokalen Gegebenheiten in Englisch und Französisch gehalten, mit einer Ratio von ca. 60:40 zu Gunsten der Anglophonen.

Zum Java-7-Start bedachte Oracle die afrikanischen User-Gruppen mit Java 7 Launch Kits (Präsentations-, Dokumentationsmaterial, T-Shirts etc.) und leistete finanzielle Unterstützung. Auf Wunsch wurden Oracle-Speaker ausgesandt – Max Bonbhel selbst war in Dakar, Brazzaville und Kinshasa dabei, wie er in einem Blogeintrag berichtet.

Neben der JUG Afrika hat sich in jüngster Zeit auch die Gruppe Coders4Africa Gehör verschafft, die vor allem in Mali, Senegal und Ghana aktiv ist und Trainings- sowie Zertifizierungsmöglichkeiten für afrikanische Entwickler bereit stellt. Das am 18. Juni in Accra veranstaltete Treffen Coders4Africa 2011 Ghana wurde ebenfalls von Oracle mitgesponsort.

Ähnlich wie bei der JUG Afrika ist Community-Building eines der Hauptanliegen der Gruppe:

One of our end goals is to create a community of African programmers that share and transfer knowledge among themselves and to future generation of programmers.

In einem größeren Zusammenhang sind diese Aktivitäten mit Oracles angekündigtem Bestreben zu sehen, die Unterstützung für JUGs auszubauen und auch ihre Rolle innerhalb des Spezifizierungsprozesses für Java zu stärken. Mit der Wahl der brasilianischen JUG SouJava und der London Java Community (LJC) in das Exekutiv-Komitee für Java SE/EE haben Community-Gruppen erstmals eine Stimme innerhalb eines JCP-Kerngremiums erhalten. Außerdem sind sogenannte JUG-Outreach-Programme in Arbeit, die weitere Support-Maßnahmen enthalten sollen.

JCP Program Chair Patrick Curran stellte die Kooperationen mit der JUG Community vor kurzem in einem Präsentationspapier vor, wo die folgenden Ziele ausgegeben wurden:

  • More outreach to Java developers and User Groups.
  • Attend their meetings, promote the JCP, encourage participation.
  • They have the energy and enthusiasm. – We must harness it.
  • Oracle has active and successful outreach programs to JUG leaders and Java Champions. -We are leveraging these channels.

Bilder der verschiedenen Java 7 Launch Events in Afrika hat Max Bonbhel auf seinem Blog bereitgestellt. Bonbhel resümiert:

I’m very happy about the progress of Java in Africa and the collaboration between Oracle and the user community there.

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Hartmut Schlosser
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