Java Champions to the rescue!

Java 11, LTS und der ganze Rest: Bleibt Java kostenlos?

Dominik Mohilo

© Shutterstock / deepstock

Das Jahr 2018 hat, obwohl es noch nicht ganz vorbei ist, gerade für die Java-Welt viele Neuigkeiten in petto gehabt. Vom Start des neuen Release-Zyklus über die Auslagerung von JavaFX bis hin zu der simplen Frage: Bleibt Java denn nun eigentlich kostenlos? Die kurze Antwort darauf ist sehr beruhigend…

Oracle macht es Java-Entwicklern (und Redakteuren, das sei an dieser Stelle kurz erwähnt) nicht allzu leicht, auf dem Laufenden zu bleiben, was die Distribution und die Verfügbarkeit des JDKs angeht. Klar, die Informationen liegen alle irgendwo bereit, doch bedenkt man die jüngsten Ereignisse rund um den Langzeit-Support für Java, bleiben viele Fragen auch knapp eine Woche vor Veröffentlichung von Java 11 noch offen. Die wichtigste ist vielleicht, ob Java denn wirklich kostenfrei bleibt.

tl;dr: Ja.

Die kurze Antwort ist: Ja, Java bleibt kostenfrei. Allerdings impliziert die Formulierung schon, dass es auch eine lange Antwort gibt. Es gibt nämlich für Java-Entwickler durchaus unterschiedliche Möglichkeiten, weiterhin kostenfrei Java nutzen zu können. Die Java Champions haben sich deshalb zusammengesetzt und in einer gewaltigen Kooperation ein Dossier zusammengestellt, das die   relevanten Informationen über die unterschiedlichen Wege, Java zukünftig kostenfrei zu verwenden, zusammenfasst.

Java SE 8

Wichtig ist zunächst einmal, dass es mehrere Anbieter für Implementierungen der Java-SE-Spezifikationen gibt. Dazu gehören etwa Azul, Eclipse, IBM, Red Hat, Oracle, SAP und weitere. Das Oracle JDK ist hierbei die am weitesten verbreitete. Allerdings wird es für Oracle JDK 8 ab Januar 2019 keine kostenfreien Updates für die kommerzielle Nutzung mehr geben. Wer also auch zukünftig Oracles Implementierung von Java 8 nutzen möchte, kann dies bis Dezember 2020 für persönliche Zwecke tun. Für kommerzielle Zwecke heißt es ab Januar 2019 in die Tasche greifen oder den Provider wechseln.

Natürlich kann man Oracle JDK 8 auch ohne Updates weiterhin nutzen, aber beim Einsatz für kommerzielle Zwecke ist dies gefährlich, da möglicherweise auftretende Sicherheitslücken nicht mehr durch Security-Updates gestopft werden. Wer hingegen Oracle JDK 8 gar nicht nutzt, kann sich darauf verlassen, dass sein aktueller Java SE 8 oder OpenJDK 8 Provider ihn darüber informiert, wie es nun weitergeht.

Java SE 11

Ab Java SE 11 wird einiges anders. Oracle stellt ab nächster Woche OpenJDK Builds zur Verfügung, die unter der aktuellen Open-Source-Lizenz GPLv2+CE stehen und frei nutzbar sind. Wer diese Lizenz nicht nutzen möchte oder ein Oracle JDK in Verbindung mit einem anderen Produkt oder Service von Oracle nutzt, kann das Oracle JDK mit kommerzieller Lizenz (Bezahlversion) erwerben. Vorteil der Bezahlversion von Oracle JDK ist die vollständige Unterstützung von Oracle JDK 8 bis 2025 und von Oracle JDK 11 bis 2026. Allerdings gibt es von Azul, IBM, Red Hat und anderen ähnliche Bezahlmodelle für den Long-Term Support (LTS).

Braucht man keinen Long-Term Support für seine Java-Anwendungen, dann kann man auch getrost weiterhin die OpenJDK-Version von Oracle nutzen und dem 6-monatigen Release-Zyklus folgen. So hat man immer die aktuellste Java-Version. Wer allerdings kein Geld bezahlen will, muss sich nach einer OpenJDK-Binärdistribution eines alternativen Providers umsehen.

Java Champions klären auf

Das Ganze ist mehr als kompliziert. So kompliziert, dass sich zahlreiche Java Champions via Google Doc daran gemacht haben, eine Karte für das Versionierungslabyrinth von Java zu erstellen. In diesem Dokument (und dem entsprechenden Blog-Beitrag) klären die Champs die Community in aller Ausführlichkeit die möglichen Wege auf, Java in Zukunft zu nutzen. Egal, ob man als Hobby-Entwickler in seinen Privatprojekten die Sprache einsetzen oder als Unternehmen kommerzielle Anwendungen mit Langzeitunterstützung bauen möchte.

Wer sich nun Sorgen gemacht hat, dass Java 11 die komplette Kommerzialisierung der Java-Plattform einläuten könnte, kann beruhigt schlafen gehen. Java bleibt weiterhin kostenfrei (Java EE aka. Jakarta EE ja ohnehin). Es ist nur etwas komplizierter als bisher, die entsprechenden Software Development Kits auf die Maschine zu bekommen. Aber Entwickler sind ja bekanntlich sehr einfallsreich, daher liegt voraussichtlich kein Schatten auf der Veröffentlichung der neuen Java-Version in der nächsten Woche.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare

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2 Kommentare auf "Java 11, LTS und der ganze Rest: Bleibt Java kostenlos?"

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Wasgeht Siedasan
Gast

Blöde Frage vielleicht aber idR ist nur vom JDK (8) die Rede. Ist JRE8 auch lizenspflichtig für den Unternehmensinternen Einsatz? Also alle Version (Updates) nach Januar 2019.

TestP
Gast

Hallo,

wenn man einen Supportvertrag mit Oracle oder Azul Systems abschließt dann ja. Wenn man keinen Vertrag abschließt dann muss man darauf hoffen, dass jemand ein JDK/JRE aus den aktualisierten OpenJDK8-Quellen baut bzw. man könnte es theoretisch selbst tun.

Adoptopenjdk hat Support nach dem März 2019 in Aussicht gestellt falls die OpenJDK8-Quellen aktualisiert werden.

Grüße