Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 6

Java 10 Wunschliste: Welche Features die Community will

Redaktion JAXenter

(c) Shutterstock / Katja Gerasimova

Aus dem Entwicklernähkästchen plaudern IT-Profis aller Couleur über Highlights 2016 und Trendthemen 2017. Im finalen Teil der Serie geht es um einen Ausblick in die Zukunft von Java: Wie sollte ein kommendes Java 10 aussehen?

Dein Wunschzettel: Welche Features würdest du gerne in Java 10 umgesetzt sehen?

loewenstein_bernhard_sw1-170x190Ganz oben auf meinem Wunschzettel steht, dass sich Getter und Setter auch in Java weniger geschwätzig umsetzen lassen. Moderne Sprachen wie Scala oder TypeScript zeigen, wie man diesen Mechanismus elegant in die Sprache integriert.

Darüber hinaus würde ich mir eine lernfähige JVM wünschen. Diese sollte dann anhand von Laufzeitstatistiken dynamisch von Fall zu Fall entscheiden, ob die als parallel markierten Stream-Operationen tatsächlich nebenläufig oder aus Performancegründen doch nur sequentiell abgearbeitet werden. Bernhard Löwenstein – Inhaber von Lion Enterprises

FalkSippach-128pxMit Lambdas und Streams hat Java 8 einen Schritt in Richtung deklarative, funktionale Programmierung gemacht. Es wäre schön, wenn diese Möglichkeiten ausgebaut werden würden, z. B. durch Tuple-Datentypen, bessere Unterstützung von Immutability, Persistent Data Structures usw. Falk Sippach – Software-Entwickler bei der OIO Orientation in Objects GmbH.

thomas_kruseDie Sprache Java ist einzigartig und wunderbar. Ich mache mir Sorgen, dass man zu viele Features zu schnell angeht. Ich wünsche mir viel eher, dass die Werkzeuge weiter entwickelt werden, ganz besonders NetBeans, denn der Wettbewerb ist ein wichtiger Ansporn. Thomas Kruse – Architekt bei der trion development GmbH und Leiter der Java Usergroup Münster.

nicolai-parlogMir gefällt, was sich in der Pipeline befindet: die Projekte Valhalla und Panama, das var-Keyword, erweiterte Switches, Daten-Klassen, etc. Und ich freue mich darauf, mit allem zu arbeiten, was bis 2019 veröffentlichungsreif ist. Das heißt: Ich ziehe es vor, 2019 einige wenige tolle Features zu bekommen, statt bis 2021 warten zu müssen, um dann viele tolle Features zu kriegen. Nicolai Parlog – freier Softwareentwickler

lukas-eder2

Einfach alle! Oracles Java-SE-Team bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit voran, mit all den raffinierten JEPs wie Value Types, generalisierte Generics, lokale Variablen-Typinferenz oder deklarative Site Variance. Ich hoffe, dass alles, woran das Team arbeitet, es am Ende auch in Java 10 schafft. Bitteee! Lukas Eder – Gründer und Geschäftsführer von Data Geekery.

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jonas_helmingEin pragmatisches Service-Modell mit Dependency Injection (ähnlich zu „Declarative Services“). Dr. Jonas Helming – Geschäftsführer der EclipseSource München GmbH.

kusalic_ivanUm offen zu sein: Ich bin da nicht ganz objektiv. Ich würde mir eher eine bessere Unterstützung anderer Sprachen in der JVM wünschen: Tail Call Optimization, ein besserer Support für Typen höherer Ordnung und so weiter. Wenn ich aber eine Sache in Java nennen müsste, die ich seit meiner ersten Begegnung mit der Sprache vermisse, dann wäre es der Support für Default Arguments. Aber das soll wohl nicht sein. Ivan Kusalic – Senior Software Engineer bei HERE

steve_naidamast

Da ich mit Microsoftumgebungen arbeite, kann ich nicht wirklich eine konkrete Wunschliste für das kommende Java 10 bereitstellen. Was ich allerdings von Experten der Sprache höre, ist, dass Java deutlich umständlicher sein soll als Microsofts C#-Gegenstück, was den Einstieg in die Sprache schwieriger macht.

Falls das stimmt, würde ich hoffen, dass die Entwickler von Java in Betracht ziehen, die Sprache leichtgewichtiger zu machen, ohne die Einzigartigkeit von Java zu verwässern. Auf diese Art würden vermutlich mehr Menschen die Sprache ausprobieren – Hobbyentwickler mit eingeschlossen. Steve Naidamast – Senior Software Engineer bei Black Falcon Software.

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spichaleAuf der JVM laufen bereits zahlreiche alternative Programmiersprachen. Ich hoffe, dass auch in Zukunft in die JVM investiert wird, denn Innovationen erwarte ich eher von neuen Programmiersprachen, weniger von Java. Kai Spichale – IT-Berater bei innoQ.

Am liebsten keins, ganz ehrlich. (Gehen wir mal davon aus, dass Jigsaw schon fertig mit 9 kommt). Die Sprache wird immer komplexer, warum? Wir haben mittlerweile doch einen Umfang an Syntax-Zucker, der ausreichen sollte, oder nicht? Ich persönlich würde es lieber sehen, wenn weniger die Sprache, sondern viel mehr die Plattform weiterentwickelt werden würde. Joachim Arrasz – Software- und Systemarchitekt bei synyx.

schindler_uwe_swFür die Sprache selbst habe ich nicht so viele Wünsche; als Apache-Lucene-Entwickler habe ich aber einen Wunsch ganz oben auf der Liste: Unmapping von memory-mapped oder direkten ByteBuffers. Das ist bei Off-Heap-Applikationen sehr wichtig! Uwe Schindler – Consultant bei SD DataSolutions und PMC-Mitglied im Apache-Lucene-Projekt

obermaier_dominik_swEin Pauseless Java Garbage Collector (wie Shenandoah) und ein nicht-proprietärer Profiler (vielleicht ähnlich zu Java Mission Control und den Flight Recordings?) wären toll! Dominik Obermaier – Geschäftsführer bei der dc-square GmbH

dilger_martinIch würde mir wünschen, dass weniger mit Null-Werten gearbeitet wird und mehr mit Optionals, oder, von mir aus, auch mit den angedachten ValueTypes. Jeder NullPointer tut mir in der Seele weh. Martin Dilger – Effective Trainings & Consulting

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