von Cesar Saavedra, Heiko W. Rupp, Jeff Mesnil, Pavol Loffay, Antoine Sabot-Durand, Scott Stark

Buchtipp: Hands-On Enterprise Java Microservices with Eclipse MicroProfile

Tam Hanna

An sich wäre Java EE – vulgo nun Jakarta – das ideale Werkzeug gewesen, um die Microservices-Revolution einzuläuten. Das Autorenkollektiv beginnt sein Buch über Eclipse MicroProfile mit einem Rückblick auf die Probleme dieser Ausführungsumgebung, um damit die Entwicklung der Arbeitsumgebung zu motivieren.

Autor

Cesar Saavedra, Heiko W. Rupp, Jeff Mesnil, Pavol Loffay, Antoine Sabot-Durand, Scott Stark

Titel

Hands-On Enterprise Java Microservices with Eclipse MicroProfile

Untertitel

Build and optimize your microservice architecture with Java

Seiten

256

Preis

28,87 €

Verlag

Packt Publishing

Jahr

2019

ISBN

978-1-83864310-2

Auch wenn Otto Normalentwickler es heute wahrscheinlich nicht mehr hören kann, bekommt er auf 228 Seiten eine Kurzerklärung, warum sich Microservices finanziell und im Allgemeinen lohnen. Nach der Aufstellung einiger Kriterien für einen validen Microservice beginnt das zweite Kapitel mit einer Analyse, wie die Framework-Entwicklung gesteuert wird und welche rechtliche Struktur in der zugrunde liegenden Community anzutreffen ist. Schon in dieser ersten eher theoretischen Sektion demonstriert das von RedHat-Entwicklern dominierte Autorenteam eine interessante didaktische Vorgehensweise – am Ende jedes Kapitels findet sich rund ein Dutzend Fragen, mit denen man sein Verständnis der besprochenen Thematik überprüfen kann.

Nach der Vorstellung der theoretischen und rechtlichen Rahmenbedingungen beginnen die Autoren im zweiten Abschnitt mit der Vorstellung dessen, was Eclipse MicroProfile eigentlich kann. Den Anfang macht Config, über die man einem Microservice verschiedene Attribute einschreibt. Quasi nebenbei schlagen die Autoren an dieser Stelle auch die Möglichkeit zur Einführung von Fault Tolerance vor, die bei Ausfällen die Systemgesundheit garantiert.

Als Nächstes folgen Ausführungen zu Health Checks, JWT Propagation und einer Gruppe anderer Funktionen sowie zur Programmierschnittstelle. Es ist wohl der Kürze des Lehrbuchs geschuldet, dass sich in diesen Abschnitten keine vollständigen Programmbeispiele verstecken. Das Autorenkollektiv beweist allerdings bei der Auswahl der abgedruckten Snippets insofern ein glückliches Händchen, als dass die Themen aufeinander abgestimmt sind – wer mit einem der Konzepte herumspielen möchte, kann anhand der abgedruckten Snippets schnell ein eigenes Progrämmchen auf die Beine stellen.

Eclipse MicroProfile selbst ist nur eine Spezifikation, die von einem Anbieter erst mit Leben zu füllen ist. Im dritten Abschnitt findet sich ein Kapitel, das zunächst diverse Bibliotheken gegenüberstellt und anschließend auf ihre Unterschiede eingeht.

Lohn der Mühen ist das vierte Kapitel, in dem — eine laufende Docker-Umgebung vorausgesetzt — ein vollwertiges Codebeispiel auf Basis von Eclipse MicroProfile erstellt wird. Im fünften Abschnitt wagen die Autoren dann noch einen Blick in die Zukunft der Technologie: Denken Sie einerseits an Themen wie die reaktive Programmierung, andererseits an die Nutzung von MicroProfile in sogenannten Multicloudumgebungen. Insbesondere im zehnten und letzten Kapitel zur Verwendung mehrerer Clouds in einem Projekt wird das Buch dann wieder weitgehend theoretisch – die Autoren erläutern hier das Wieso, anstatt auf das Wie einzugehen. Zu guter Letzt finden sich dann noch Musterantworten für die weiter oben erwähnten und in jedem Kapitel zu findenden Verständnisfragen.

Wenn Sie eine schnelle Einführung in die Thematik MicroProfile suchen, werden sie vom Packt-Verlag erstklassig bedient – insbesondere dann, wenn das E-Book wieder einmal im Rahmen einer Aktion stark vergünstigt ist. Bis zum erfahrenen Entwickler ist es allerdings auch nach der Lektüre noch ein weiter Weg: Die abgedruckten Beispiele sind dann doch zu lückenhaft, um allein als vollständige Einführung in die Thematik stehen zu können.

 

Geschrieben von
Tam Hanna
Tam Hanna
Tam Hanna befasst sich seit der Zeit des Palm IIIc mit der Programmierung und Anwendung von Handcomputern. Er entwickelt Programme für diverse Plattformen, betreibt Onlinenewsdienste zum Thema und steht unter tamhan@tamoggemon.com für Fragen, Trainings und Vorträge gern zur Verfügung.
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