Die Ergebnisse des Future of ITSM Survey 2019

ITSM Survey 2019: 72% der IT-Mitarbeiter fühlen sich nicht ausreichend wertgeschätzt

Florian Roos

© Shutterstock / Alexander Supertramp

Die Ergebnisse einer Befragung zeigen: Mitarbeiter im IT Service Management haben oft den Eindruck, dass ihr Wert für das Unternehmen unterschätzt wird. Ihr Blick in die Zukunft ist eher skeptisch.

Der IT Service Management (ITSM) Provider SysAid hat eine Befragung unter 339 IT-Profis durchgeführt. Laut den Ergebnissen schauen IT-Mitarbeiter skeptisch in die Zukunft und fühlen sich von ihrem Management nicht ausreichend anerkannt.

Mangelnde Wertschätzung durch den Arbeitgeber

Eine der Kernaussagen der Umfrage lautet, dass sich nur ein Viertel der Teilnehmer durch die Geschäftsführung genügend wertgeschätzt fühlt. Die Frage lautete:

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre persönlichen Bemühungen und Ihr Wert für das Unternehmen vom Management ausreichend anerkannt werden?

Die Antworten fielen wiefolgt aus:

  • 25% – „ja“
  • 41% – „manchmal, aber nicht genug“
  • 17% – „eher nicht“
  • 14% – „definitiv nicht“

Insgesamt sind also 72% der befragten IT-Mitarbeiter der Auffassung, nicht genug Wertschätzung zu erhalten, was einen neuen Negativrekord darstellt. In der letzten Ausgabe der Umfrage aus dem Jahr 2017 lag die Quote der Unzufriedenen noch 8% niedriger.

Work-Life-Balance

Ebenfalls thematisiert wurde der Einfluss eines Jobs in der IT-Welt auf die Work-Life-Balance. Hier gab jeder zehnte Teilnehmer an, die Arbeit in der IT beeiträchtige sein persönliches Wohlergehen erheblich. Fast die Hälfte (45%) leidet unter einer teilweisen Beeinträchtigung.

Diese Ergebnisse werden von den Initiatoren der Umfrage als „besorgniserregend“ eingestuft. Insbesondere scheint es einen Zusammenhang zwischen Anerkennung und persönlichem Wohlbefinden zu geben: Fast 75% derjenigen, die der Meinung sind, dass ihre Arbeit sich nachteilig auf ihr Wohlbefinden auswirkt, berichten, dass ihre Bemühungen nicht anerkannt werden.

Ein skeptischer Blick in die Zukunft

Auf die Frage, ob die Teilnehmer über die nächsten drei Jahre mit schwerer werdender Arbeit in der Unternehmens-IT rechnen, antworteten 31% mit „ja, für alle Positionen.“ Mehr als die Hälfte (53%) meinte „ja, für einige Positionen“. Insgesamt erwarten also 84%, dass ihre Arbeit schwerer wird. Nur 13% sind anderer Auffassung.

Auch bei diesem Thema steigt die Skepsis: Bei der Erhebung aus 2017 belief sich die Summe derjenigen, die schwierigere Arbeit erwarten, auf 82%.

ML und KI

Ein im Survey konkret abgefragtes Zukunftsthema war der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Man wollte wissen, ob ITSM-Profis an einen Rückgang der Mitarbeiterzahlen in der IT durch den Einsatz von KI bis 2021 glauben. Etwa ein Zehntel (9%) bejahte dies, fast die Hälfte (48%) rechnet zumindest mit einem geringfügigen Mitarbeiterschwund. Gegenteiliger Ansicht sind 39%.

Vergleicht man diese Zahlen mit denen aus dem Survey 2017, zeigt sich eine Abmilderung dieser negativen Erwartungen. Damals hatten 16% starke, 44% leichte und 32% keine Abnahme von Arbeitsplätzen durch KI in ihrem Bereich vermutet.

Gelebte ITSM-Praxis: DevOps und Nutzererwartungen

DevOps ist weiterhin ein beliebtes Schlagwort im IT-Sektor. Dementsprechend wollten die Verantwortlichen des Surveys wissen, wie stark das ITSM-Personal in die DevOps-Aktivitäten von Arbeitgebern eingebunden ist. Nur 6% gaben an, bereits heute vollständig in DevOps involviert zu sein. Eine zumindest anteilige Einbeziehung berichteten 27%, eine geringfügige Beteiligung ist bei 31% der Befragten gegeben. Ganze 26% konnten keine Angaben hierzu machen, 3% kannten den DevOps-Begriff nicht.

Für das Jahr 2021 erwarten 15% eine vollständige und 38% eine gewisse Beteiligung an DevOps. Keine oder nur geringe Einbeziehung in DevOps vermuten 18%, 24% konnten keine Angabe machen und 1% prognostiziert sogar das Ende von ITSM durch DevOps.

Der vollständige Report zum Survey kann von SysAid bezogen werden.

Geschrieben von
Florian Roos
Florian Roos
Florian Roos ist Redakteur für Software & Support Media. Er hat Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt studiert und erste redaktionelle Erfahrungen in den Bereichen Games und Consumer-Hardware gesammelt.
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