Stack Overflow Deutschland Report 2019

Deutsche IT-Trends: Programmiersprache, Gehalt und Tools

Katharina Degenmann

Bereits Anfang des Jahres präsentierten die Betreiber der Internetplattform Stack Overflow ihre große Umfrage zu den IT-Trends. Nun sind die Zahlen zu Deutschland erschienen. Das Themenspektrum des Stack Overflow Deutschland Report 2019 reicht vom Leben und Arbeiten als Entwickler bis hin zu den liebsten Programmiersprachen, den Wünschen gegenüber Arbeitgebern sowie den Gehältern in der Branche.

Stack Overflow hat vor einigen Monaten die Ergebnisse der – nach eigenen Angaben – weltweit größten Umfrage unter Entwicklern vorgestellt. Nun haben sich die Datenexperten alle Antworten der 5.375 Entwicklerinnen und Entwickler aus der Bundesrepublik angeschaut und ausgewertet. Wie die Antworten der deutschen Entwickler zeigen, zählt Scala zu den bestbezahlten Programmiersprachen.

Programmiersprachen: Die Deutschen lieben Rust

Ein Teil der Umfrage widmet sich den Programmiersprachen: Welche Sprachen sind beliebt, welche gut bezahlt?

Was die reine Verbreitung von Programmiersprachen angeht, so sind in der Bundesrepublik JavaScript (62,6 Prozent), HTML/CSS (58,9 Prozent), SQL (51,7 Prozent), Java (43,9 Prozent) sowie Python (42,2 Prozent) ganz vorne. Erstaunlicherweise liegt Rust hier nur auf Platz 21 (4,5 Prozent), allerdings ist es gleichzeitig die beliebteste Sprache der deutschen Entwickler (82 Prozent).

Auf den Plätzen zwei und drei folgen TypeScript (75 Prozent) sowie Clojure (74,7 Prozent). Wie die Umfrage außerdem zeigt, verdienen Befragte, die mit Scala, Go, Objective-C und Ruby programmieren, am besten. Wer diese Sprachen beherrscht, kann mit durchschnittlich rund 70.000 Euro im Jahr rechnen.

Gehälter und Minderheiten

Apropos Gehalt. Am meisten verdienen Entwicklungsleiterinnen und -leiter (Median: 86.000 Euro Jahresgehalt), SREs (Median 86.000 Euro Jahresgehalt), DevOps-Spezialisten (Median: 69.500 Euro Jahresgehalt) sowie Data Scientists/Analysts (Median: 69.000 Euro Jahresgehalt). Am wenigsten haben dagegen Spiele- bzw. Grafikentwickler (Median: 55.000 Euro Jahresgehalt) sowie Designer (Median: 52.000 Euro Jahresgehalt) in der Tasche.

Ein besonderes Augenmerk hat Stack Overflow in diesem Jahr auf unterrepräsentierte Gruppen gerichtet. Wie die Ergebnisse zeigen, haben Frauen im Schnitt mehr Erfahrung als Männer. So haben knapp 30 Prozent der Männer zwischen 5 und 9 Jahren Berufserfahrung. Bei den Frauen verfügen etwa 35 Prozent über denselben Erfahrungszeitraum. Dennoch sind 93 Prozent der deutschen Entwickler männlich.

Arbeitszufriedenheit und Wünsche

Die Höhe des Gehalts korreliert übrigens auch mit der Arbeitszufriedenheit der befragten Entwickler. Der Großteil arbeitet zwischen 40 und 44 Stunden die Woche (61,5 Prozent) – rund zehn Stunden mehr als die durchschnittlichen 34,9 Arbeitsstunden aller deutscher Arbeitnehmer.

Doch nicht nur niedriges Gehalt, sondern auch eine störende Arbeitsumgebung (41,6 Prozent) und häufige Meetings (38,5 Prozent) sind die größten Produktionskiller. Außerdem sprechen sich die Entwickler aus Deutschland für flexible Arbeitszeiten (56,1 Prozent) aus und legen Wert auf das konkrete Team, in dem sie arbeiten. Ein Drittel der Teilnehmenden bevorzugt zudem das Homeoffice.

Tools und Technologien

Im Bereich Web Frameworks sind jQuery (44,4 Prozent) sowie Angular/Angular.js (30,2) am beliebtesten. Die verbreitetste Datenbank ist MySQL (51,3 Prozent), bei den Plattformen steht Linux (86,4 Prozent) an der Spitze. Visual Studio Code (46,6 Prozent) macht bei den Entwicklungsumgebungen das Rennen.

Weitere Ergebnisse

Wie der Report zudem herausfand, ist der prototypische Entwickler in Deutschland: jung, männlich, aus dem Mittelstand und gutverdienend. Wie auch in den vergangenen Jahren sind die meisten Entwickler in Deutschland männlich, jünger als 35 Jahre, haben ein Master-Studium an einer Hochschule absolviert (Deutschland 35,5 Prozent), verfügen über bis zu neun Jahren Programmiererfahrung (66,8 Prozent) und bilden sich auch außerhalb ihrer formalen Ausbildung weiterhin fachlich fort (über 90 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Befragten ist Backend-Entwickler (51,4 Prozent), und fast 25 Prozent arbeiten an Desktop- und Unternehmenssoftware. Die meisten Entwickler wohnen in Bayern (19,2 Prozent), Nordrhein-Westfalen (16,7 Prozent), Berlin (15, 8 Prozent) und Baden-Württemberg (14,9 Prozent).

Mehr Informationen zum Arbeitsleben, zu den Technologien und alle Ergebnisse im Detail stehen im Stack Overflow Deutschland Report 2019 zum Nachlesen bereit.

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina ist hauptberuflich hilfsbereite Online- und Print-Redakteurin sowie Bücher- und Filme-Junkie. Nebenbei ist sie Möchtegern-Schriftstellerin, die heimlich hofft, eines Tages ihr Geld als Kaffee-Testerin zu verdienen. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH, davor hat sie Politikwissenschaft und Philosophie studiert.
Kommentare

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10 Kommentare auf "Deutsche IT-Trends: Programmiersprache, Gehalt und Tools"

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Irgendwer
Gast

Für mich ist die beste Programmiersprache diejenige, die das Problem am besten löst und nicht die, die von IT-Medien aus Eigeninteresse propagiert wird.
Auch wir sind damals auf den Medienhype reingefallen, haben uns im Backend für die Mongo DB und Node.js entschieden und nachdem die Anforderungen gestiegen sind, bereuen wir diese Entscheidung jeden Tag aufs Neue. Eine Migration auf die Postgres DB und Java stellt sich als schwierig raus. Eins wissen wir aber heute, so schnell kommen uns keine Hypetechnologien mehr in Haus, die irgendwas versprechen und im Endeffekt vieles verkomplizieren.

Prinz
Gast

So sieht es aus! Ich habe zum Glück die gehypten WriteOnly-Sprachen auf Abstand halten können. Codierdisziplin und Dokumentation sind die ersten Opfer im Eifer des Gefechts. Da ist es gut, wenn die Programmiersprache wenigstens etwas Ordnung erzwingt. Und wenn dann noch das Datenmodell niedergeschrieben werden muss, ist ja ein Ansatz für die Codepflege gegeben. Wenn in beidem gewurstelt werden kann, braucht es umgeschulte Schalterbeamte, die das mindestens 25 Jahre gemacht haben, sonst ist Polen offen.

Daniel Däschle
Gast

Ach, und Java ist keine Hypesprache (gewesen)? Dazu noch eine wirklich schlechte (damals natürlich gut) 😀

Irgendwer
Gast

Aus heutiger Sicht ist Java keine Hypesprache, sondern ein etabliertes Ökosystem für Backend und teilweise Frontend, das sich seit über zwei Jahrzehnten bewährt hat.

Das damalige Java ist mit dem heutigen nicht mehr zu vergleichen. Wer Java heute als schlecht bezeichnet, dem fehlt der Überblick. Mehr hier: https://www.youtube.com/user/java/videos

Toni Krause
Gast

Was ist schlecht an Java?

Daniel Däschle
Gast

Ich mag die Sprache an sich nicht.

Marcel
Gast

Nur weil Sie die Sprache nicht mögen heißt das nicht gleich das Java schlecht ist.

Hannes
Gast

Kam der Bericht nicht schon im April raus?

Florian
Gast

Harr! HTML und CSS sind keine Programmiersprachen! Das ist auch nicht diskutabel.